Minimalistische Ableton Live Remote für iPad und iPhone

Griid von Liine hat von allen Ableton-Remotes bestimmt das beste Marketing gehabt, war doch das erste Teaser-Video gleich mit Richie Hawtin beim Soundcheck für das Detroit Music Festival, wo es allerdings nur ganz kurze Einblicke gab. Die Softwareschmiede Liine ist eine Kooperation von Etienne Noreau-Hebert, Gareth Williams, John Acquaviva, Nick Bugayev und Richie Hawtin.

von Benjamin Weiss aka Nerk aus De:Bug 146

Übersicht
Im Gegensatz zu anderen Live-Remotes fürs iPad wie touchAble oder LiveControl ) verfolgt Griid einen streng minimalistischen Ansatz: Clips und Scenes lassen sich starten und stoppen, das war es aber auch schon. Kein Zugriff auf den Mixer, die Transportsektion, die FX-Sends oder etwa Pads oder eine Tastatur zum Einspielen: wer das braucht, muss zur Konkurrenz gehen. Griid gibt es in drei Versionen: einmal eine Light-Version für umsonst, die allerdings auf sechs Scenes und vier Tracks beschränkt ist, dann Griid für iPhone und iPod Touch und Griid Pro für das iPad.

Einrichten
Wie bei allen iPad-Remotes bisher läuft auch bei Griid die Verbindung zu Live über WLAN. Die Installation ist etwas langwierig, durch die gute und ausführliche Dokumentation aber für jeden leicht zu meistern. Für die Verbindung mit dem Rechner wird ein Ad-Hoc Netzwerk mit einer statischen IP erzeugt, ein kleines Programm namens Griid Connector regelt dann im Hintergrund die Kommunikation zwischen dem iPad und dem Rechner.

Im Einsatz
In der iPad-Version bietet Griid im Landscape-Modus die Übersicht über 11×11 Clips (beim iPhone 5×5) und 11 Scenes auf schwarzem Hintergrund. Die Clips werden mit Namen und Farbe angezeigt, spielende Clips bekommen zusätzlich einen weissen Balken. In der Trackzeile wird der gerade spielende Clip darüber hinaus mit einer uhrzeigerähnlichen Anzeige dargestellt, so dass man auch immer weiß, an welcher Stelle des Clips man sich gerade befindet. Die Darstellung in der Trackzeile ist unabhängig davon, ob der Clip gerade in der Clipansicht zu sehen ist; per Touch kann man bei Bedarf schnell an die Stelle springen, wo er liegt. Hält man den Button rechts neben der Trackzeile gedrückt, wird die Trackzeile zu Stoptasten für die spielenden Clips, eine „Stop All Clips“-Funktion gibt es allerdings nicht. Um schnell im Set zu navigieren kann man sich per Button rechts unten eine Übersicht über das gesamte Set verschaffen, das dann als eine Ansammlung kleiner farbiger Rechtecke dargestellt wird. Sobald man den gewünschten Bereich berührt, kommt man wieder zur Clipansicht: das ist eine ziemlich clevere Idee die es erlaubt auch ausufernde Sets übersichtlich darzustellen und schnell im Griff zu haben.

Fazit
Griid ist in seinen Möglichkeiten extrem reduziert, bietet aber einen sehr guten Überblick und die wohl bisher schickste Bedienoberfläche. Es lief auch beim Nachladen von neuen Sets bei uns problemlos (wer dennoch Probleme bekommt, sollte laut Liine Bluetooth im iPad ausschalten) und aktualisierte sich jeweils korrekt. Sogar auf dem iPhone lässt es sich auch mit größeren Fingern recht gut benutzen, richtig Spass macht es aber erst auf dem iPad. Die Einschränkung auf reines Clips und Scenes launchen macht Griid zwar extrem übersichtlich, schränkt aber auch ziemlich ein; wer mehr Kontrolle will, muss also noch einen weiteren MIDI Controller nutzen. Bisher gibt es Griid nur für den Mac, eine Windowsversion soll aber demnächst erscheinen.

Liine

AppStore-Link

Preise:

Griid Lite: kostenlos

Griid (für iPhone und iPod Touch): 4,99 Euro

Griid Pro (für iPad): 19,99 Euro

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