DIY-Box als eierlegende Wollmilchsau

Der Groovesizer vom taiwanesischen Bastler MoShang ist eine DIY 8Bit-Audio-Plattform auf Arduino-Basis und als solche ein Wechselbalg im Sequenzergehäuse. Getestet haben wir ihn mit der Alpha-Firmware, die ihn zum Monosynth mit drei Oszillatoren und integriertem Stepseqeunzer mit Lauflichtprogrammierung macht.

von Benjamin Weiss aus De:Bug 180

Hardware
In der kompletten Version kommt der Groovesizer in einem stabilen kleinen Metallgehäuse das sechs Drehregler, 32 Step-Buttons mit LEDs und acht Funktions-Buttons, ebenfalls mit LEDs bietet. Auf der Rückseite finden sich MIDI In und Out, ein Audio-Ausgang und der Port, über den sich die Firmware aufspielen lässt. Die hier getestete Version mit Alpha-Firmware macht ihn zu einem dreistimmigen Monosynth mit 32-Step-Sequenzer, der bis zu 112 Patterns abspeichern kann. Der relativ einfach gehaltene Monosynth der Alpha-Firmware kommt mit drei Stimmen, die jeweils Sinus, Rechteck, Dreieck und Sägezahn als Wellenformen bieten und in unterschiedlichen Tonhöhen gespielt werden können. Der Sound ist als solcher nicht unbedingt spektakulär, aber der ausgefuchste Sequenzer holt alles aus der einfachen Struktur raus: alle Parameter sind stepweise oder über das Pattern hinweg automatisierbar, es gibt Swing, Slide, Accent, Transpose, Tie und Mutes für einzelne Steps, eine Random-Funktion für Zufallspatterns in Dur oder Moll, Step Repeat (wie Note Repeat), Pattern Chaining und die Möglichkeit, Patterns rückwärts laufen zu lassen. All das wird auch als MIDI ausgegeben, wobei sich dann zwei MIDI CCs für die Automationen auswählen lassen.

Eigenbau
Den Groovesizer gibt es in diversen Ausbaustufen: als komplett zusammengebautes Gerät mit aufgespielter Firmware, als Kit mit Gehäuse, ohne Gehäuse oder als reines PCB. Das Aufspielen neuer Firmware die mit der IDE-Software von Arduino programmiert wird funktioniert über einen auf der Rückseite befindlichen Port, an den sich ein Atmel-AVRISP-Programmer anschliessen lässt. Alternativ lässt sich das auch über das Flashen und Auswechseln des eingebauten ATMEGA-Chips realisieren. Dank ausführlicher Anleitungen und Tutorials sowie einem gut besuchten und moderierten Forum sind alle Varianten auch für DIY-Anfänger geeignet, ein wenig Geduld, grundlegende Elektronik- und Lötkenntnisse und Neugier vorausgesetzt.

Aktuell gibt es den fertig zusammengebauten Groovesizer mit der Delta- oder der Alpha-Firmware, weitere Firmwares sind aber in der Entwicklung (Videos davon auf der Website): Bravo, eine Wavetable Drummachine auf Basis der Bleepdrum, Charlie, ein vierstimmiger Wavetable-Synthesizer mit Drummachine, Echo ein Soundgenerator auf Basis der Mozzi-Library und Foxtrot, ein MIDI-Controller als Remote für Ableton Live. Die sind alle kostenlos und bereits jetzt als Alpha- und Betaversionen herunterladbar.

Der Groovesizer ist nicht nur für erfahrene Bastler und DIY-Anfänger ein nützliches Tool, denn auch mit nur einer Firmware ohne Modifikationen oder Eigenentwicklung lässt er sich vielfältig verwenden: als Synthesizer mit integriertem Sequenzer oder als MIDI Stepsequenzer, mit dem sich übersichtlich und sehr livetauglich andere Geräte steuern lassen. Durch die wohl überlegte Oberfläche der Hardware bietet er aber auch ein flexibles Interface für Eigenkreationen. Der Preis ist mit 170 Euro inklusive Shipping selbst in der komplett vorkonfigurierten und zusammengebauten Version sehr günstig und liegt nur knapp über dem der Volcas – obwohl der Groovesizer zusätzlich noch eine ganze Welt anderer Funktionalitäten bietet. Lohnt sich sehr!

Preise (alle inklusive internationalem Versand):
Groovesizer fertig montiert: 218 Dollar (ca. 170 Euro)
Groovesizer Kit mit Gehäuse: 168 Dollar (ca. 131 Euro)
Groovesizer Kit ohne Gehäuse: 126 Dollar (ca. 98 Euro)
Groovesizer PCB: 52 Dollar (ca. 40 Euro)

Groovesizer

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