MIDI und Audio latenzfrei zwischen Rechner und iPad verschicken

Iconnectivity waren bisher für ihre soliden und schnellen, wenn auch wenig spektakulären MIDI-Interfaces für iOS bekannt. Schon auf der NAMM Anfang Januar 2013 zeigten sie dann eine ziemlich bahnbrechende neue Geräteserie: Mit iConnect Midi 2+ und iConnect Midi 4+ sollte nicht nur MIDI problemlos und ungehindert zwischen iOS und Rechner durchgereicht werden können, sondern auch Audioströme und zwar gleichzeitig und so gut wie latenzfrei über das Audio passThru–Protokoll. Mit dem iConnect Midi 2+ ist jetzt die kleinere Version zu haben.

von Benjamin Weiss aus De:Bug 179

Einrichten und anschließen
Im soliden kleinen Metallkasten steckend, bietet der iConnect MIDI 2 + zwei MIDI-DIN-Pärchen mit Ein- und Ausgang, zwei USB-Anschlüsse und einen Anschluss für das optionale Netzteil, das nur zum Aufladen des iOS-Geräts gebraucht wird. Das iConnect MIDI 2 + funktioniert ohne Treiber auf Mac und PC (über ASIO4ALL), fürs Routing der MIDI-Ports und dem Filtern von MIDI CCs gibt es aber die iConfig–Software, die die jeweilige Konfiguration dann ins Flash schreibt. Mitgeliefert wird außerdem ein proprietäres 30-Pin auf USB-Kabel. Wer also ein neueres iPad/iPhone hat, muss noch Apples Lightning-Adapter dazukaufen.
Um das Audio passThru-Feature nutzen zu können, muss die jeweilige Soundkarte zusammen mit dem iConnect Midi 2+ zum Aggregated Device kombiniert werden. In der DAW stehen dann zusätzlich je ein Stereo-Ein- und Ausgang vom iOS-Gerät (oder, was auch möglich ist, von einem zweiten Rechner) über das iConnect MIDI 2+ zur Verfügung.

iPad als Instrument und Plugin mit Touch-Oberfläche
Das iConnect Midi 2+ ist tatsächlich schnell genug, um eine App über MIDI zu steuern und das Audiosignal dabei wieder umgewandelt in den Rechner zu bekommen – in den meisten Fällen ist dabei keine Latenz wahrnehmbar. Das eröffnet ziemlich abgefahrene Möglichkeiten und hievt viele Apps – die in den ersten Tagen spannend waren und dann doch irgendwo auf der letzten Page im App-Nirvana virtuell verstaubten – wieder ins Zentrum des Studios: kein umständliches Konfigurieren einer Extra-Soundkarte fürs iPad und Fummeln mit MIDI-über-WiFi, einfach anschließen und los geht’s. Dabei lassen sich nicht nur Synths und andere Instrumente prima nutzen, sondern auch Effekte und die inzwischen ziemlich breitgefächerte Auswahl an MIDI-Controllern, mit denen sich über die MIDI-DIN-Anschlüsse natürlich auch externe Geräte steuern lassen.

Kollaboration mit mehreren Rechnern
Am zweiten USB-Port kann statt des iOS- Geräts auch ein zweiter Rechner angeschlossen werden, was die Zusammenarbeit an einem Projekt mit zwei Rechnern erheblich vereinfacht. Neben den umfangreichen MIDI-Fähigkeiten, die allein den Preis schon rechtfertigen würden, ist das Audio passThru des iConnect Midi 2+ ein Killerfeature, bei dem man sich wieder einmal fragt, warum Apple das nicht bereits selbst integriert hat.

Das iConnect Midi 2+ ist für alle, die ihr iPad ernsthaft zum Musikmachen benutzen eine echte Empfehlung. Ich hatte unerwarteterweise weder unter iOS 6.1.3 noch unter 7.04 ernsthafte Probleme mit dem iConnect Midi 2+. Die wenigen betrafen zusätzliche Latenz durch unterschiedliche Buffersizes, die sich in den meisten Fällen mit Latenzausgleich in der DAW beheben ließen und (woran das Interface aber keine Schuld trägt) bei einigen Apps noch das Synchronisieren zur MIDI-Clock und deren Stabilität. Ein bisschen gewöhnen muss man sich nur an die vielfältigen Routing-Möglichkeiten in iConfig. Das könnte ein wenig übersichtlicher sein, denn es bietet insgesamt 10 MIDI-Ports mit je 16 Kanälen plus diverse Filtermöglichkeiten.

Total Recall, wie man es von der DAW und Plugins sonst gewohnt ist, gibt es natürlich nicht. Trotzdem ist der Gebrauch des Interfaces wesentlich unkomplizierter als der von externer Hardware. Lohnt sich sehr!

Preis: 85 Euro

iConnectivity

3 Responses

  1. heinrich swahlen

    Sieht gut aus, aber warum es dann keine lightning connectivity hat verstehe ich nicht…das nachdem Apple nun schon seit mehr als einem Jahr keine neuen 30 pin Gerāte mehr auf den Markt bringt. Der 30 pin connector ist auch extrem unergonomisch.

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  2. Yasin

    Ist wirklich kompliziert das zusammen mit der soundkarte laufen zu lassen, so das man eine Audioausgabe vom iconnect bekommt

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  3. Studio Stekker | E-BEATS

    […] und Gear-Tipps: JBL 305 (Abhöre), FIIO D07 (Konverter zur Nutzung des digitalen Laptop-Outputs), iConnectMIDI2 (externes MIDI-Interface),  Schlagzeugaufnahme mit nur einem Mikrofon, meinem Liebling: U47fet, […]

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