Heutige DAWs können alles, nur keine tighte MIDI-Clock ausgeben. Mit dem Sync-Lock soll das jetzt endlich anders werden.

Nun sind wir ja schon eine ganze Weile lang im 21. Jahrhundert, ein paar Technologien ist das aber nicht sonderlich gut bekommen. Stichwort MIDI-Clock. Noch immer sind die Jitter-Werte (sprich Ungenauigkeiten im MIDI-Timing) heutiger Rechner deutlich schlechter als die des Atari ST, der in seiner letzten Inkarnation schon 1994 eingestellt wurde. Für all diejenigen, die das bisher nicht gestört hat: Ihr braucht gar nicht weiter zu lesen. Für alle anderen bringt Innerclock Systems nun den Sync-Lock, der aus Audiosignalen eine samplegenaue MIDI-Clock und ein ebenso genaues DIN-Sync-Signal erzeugen soll.

von Benjamin Weiss aka Nerk aus De:Bug 140

Übersicht
Der Versuchsaufbau ist eigentlich recht simpel: Sync-Lock ist eine superrobuste Metallbox, die auf der einen Seite per Klinkenanschluss mit zwei Audiosignalen gefüttert wird, die innerhalb von 30 Mikrosekunden auf der anderen Seite als MIDI-Clock, DIN-Sync und Trigger ausgegeben werden. Dahinter steht die Theorie, dass ein Audiosignal von heutigen DAWs wesentlich genauer ausgegeben wird als ein MIDI-Signal. Zunächst müssen also zwei Audioausgänge des Audio Interfaces für die Clock geopfert werden, die dann von der DAW mit einem Clicksignal beschickt werden. Das geht wahlweise mit einem mitgelieferten, dezidierten PlugIn (AU für Mac, VST für PC) oder mit dem ebenfalls auf der CD befindlichen Click-Sample, das man allerdings erstmal fein säuberlich ausrichten muss, bevor es für einen korrekten Sync sorgt. Außerdem ist darauf zu achten, dass das Click-Sample nicht zu laut oder zu leise in den Sync-Lock geht, sonst erkennt der das Signal falsch oder gar nicht. Hat man das geschafft, sollte man noch das mitgelieferte Fußpedal anschließen, mit dem sich abrupt gestoppte Geräte wieder auf der 1 starten lassen.

Alles im Sync?
Das Setup könnte flüssiger vonstatten gehen, wenn das Manual ein wenig ausführlicher wäre, denn über den wichtigsten Part auf Softwareseite, nämlich wie genau man mit dem Click-Sample das Start- und das Sync-Signal erstellt, wird relativ schnell und etwas verhuscht hinweg geschrieben, ebenso über die vielfältigen Möglichkeiten der Clock-Verschiebung und die Möglichkeit, der Clock auch noch Swing mitzugeben (was man wahlweise über die DAW oder das PlugIn steuern kann). Und auch dieses ist nicht etwa mit einem Standard-Preset ausgestattet, sondern muss zunächst richtig eingestellt werden. Dazu gibt es keinerlei Infos, auch auf der Webseite nicht. Genug geschimpft, denn wenn man erstmal soweit ist und die Hürden genommen hat, ist das Ergebnis schon ziemlich sensationell: So tight hat schon lange kein Rechner mehr im Verbund mit (zum Teil wirklich steinalter) Hardware geklungen. Der Preis ist jedoch nicht minder sensationell: Für die saubere Clock muss man immerhin satte 339 Euro berappen. Wem sie das allerdings wert ist, der wird bestens bedient.

Preis: 339 Euro

Innerclock Systems

deutscher Vertrieb: SchneidersBuero

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