Die gute Clock ins 21. Jahrhundert transportiert

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Wer Geräte älteren Datums sein Eigen nennt und auf deren Clocksignal schwört, ist oft gezwungen, sie aufzunehmen und als Audiofile dann zum Rest zu synchronisieren. Reichlich unintuitiv, unfunky und im Zweifel ist die gerade vorhandene Idee dann dahin. Dem abzuhelfen, ist der Sync-Shift MKII von Innerclock Systems angetreten.

von Benjamin Weiss aka Nerk aus De:Bug 129

Übersicht
Kleiner Dämpfer voran: Obwohl es sechs Ein- und Ausgänge am Sync-Shift Mark II gibt, lassen sich immer nur zwei Geräte aneinander anpassen, denn die einzelnen Elemente muss man für die verschiedenen Anwendungen noch untereinander verkabeln. Das Anpassen geht dafür in jede Richtung: von Din Sync auf MIDI Clock, von MIDI Clock auf Din Sync, von MIDI Clock auf MIDI Clock und von Din Sync auf Din Sync. Sowohl Din Sync als auch MIDI Clock haben die gleiche Auflösung: 24 ppq (pulse per quarter), was die genauere Synchronisation erleichtert. Die drei Kippschalter in der Mitte sind für die Einheiten zuständig: Ganz links gibt es Viertel, daneben Sechzehntel und schließlich Clocks, was für die einzelnen Pulses steht. Mit der Kombination dieser drei lassen sich die Slaves um bis zu zwei ganze Takte verschieben. Darunter gibt es einen weiteren Kippschalter, mit dem sich die drei Modi anwählen lassen: Bypass, Lock und Shift. Bypass gibt das Sync-Signal genauso weiter, wie es reinkommt, Shift dient dem Anpassen und Lock ist dafür gedacht, den einmal eingestellten Wert beizubehalten. Angepasst wird mit dem großzügigen Drehregler auf der rechten Seite: also in den Shift-Modus schalten und langsam drehen. Die Auflösung ist verdammt präzise, man sollte sich also nicht zu schnell mit dem Ergebnis zufrieden geben. Sobald man zufrieden ist, den Lock Modus wählen, so bleibt die eingestellte Verzögerung/Beschleunigung erhalten, zumindest bis man das Teil vom Strom trennt. Neben dem genauen Anpassen lassen sich die angeschlossenen Maschinen für diverse Rhythmusverschiebungen aber auch prima gegeneinander in Sechzehnteln oder Vierteln verschieben. Wer das ganz genaue Ohr hat, kann natürlich auch mit Clocks dem Rhythmus auf die Sprünge helfen.

Fazit
Wem genaues Synchronisieren wirklich wichtig ist, der ist mit dem Innerclock Systems Shift-Clock Mark II bestens bedient und vor allem auch zuverlässiger und schneller als mit den meisten Alternativen. Robust und bedienfreundlich gebaut (mal abgesehen von den zwei massiven Henkeln, die ich nicht so ganz verstehe, das Ding wiegt schließlich keine Tonne und ist auch nicht ohne weiteres in ein Rack einbaubar), kann man den Shift-Clock Mark II in kürzester Zeit bedienen und erhält ein präzises Tool für genauste Synchronisation. Praktisch ist es auch für rhythmische Verschiebungen der Maschinen gegeneinander. Nicht gerade günstig, lohnt sich aber.

Preis: 429,- Euro

Innerclock Systems

Deutscher Vertrieb: SchneidersBuero

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