Klangmalereien mit dem Samplesizer

iZotope haben sich bisher vor allem mit ihren guten Mastering-Tools einen Namen gemacht. Mit Iris schummelt sich jetzt der erste Synthesizer ins Programm, der ausgiebig von den Programmiererfahrungen dieser Tools schöpft und Sampling und Synthese geschickt zusammenfließen lässt.

von Benjamin Weiss aus De:Bug 164

Iris ist ein Resynthesizer, der seinen Klang auf Grundlage von Samples erzeugt. Es können Samples aus der 4 GB großen Library, aber auch eigene benutzt werden, die per Drag & Drop ins Hauptfenster von Iris gezogen werden. Dort sind sie in zwei Darstellungen zu sehen, die sich stufenlos überblenden lassen: die gewohnte Wellenformdarstellung des Samples und als Spektrogramm, das die Frequenzen darstellt. Auf den ersten Blick scheint diese Kombination etwas irritierend, weil ungewohnt, macht aber durchaus Sinn und hilft, bei komplexen Edits den Überblick zu behalten. Die Tools zur Sample-Bearbeitung klingen eigentlich eher nach Photoshop und funktionieren auch so: Lasso, Brush, Magic Wand und einige andere mehr lassen sich nutzen, um in der Zeitdomäne, frequenzselektiv oder kombiniert Teile des Samples auszuwählen und neu zusammenzustellen.
Den Grundton eines Samples erkennt Iris automatisch und (sofern das beim vorhandenen Material überhaupt Sinn macht) auch ziemlich zuverlässig, viel Zeit mit Mapping muss man also nicht verschwenden, auch der musikalisch korrekte Einsatz bleibt so möglich.
Schon allein mit den Selektions-Tools lässt sich der Klang ausgiebig formen und kneten, selbst wenn nur ein Sample benutzt wird. Es lassen sich aber bis zu drei übereinander schichten, mischen und mit einem zusätzlichen Sub-Layer tieferlegen, das auf eine Auswahl von Grundwellenformen zurückgreift.
Mit dabei sind auch klassische Sampler-Features. Vorwärts, rückwärts und alternierend laufende Loops können definiert werden, beim Pitch-Verhalten kann zwischen Resample, Fixed und dem iZotope-Algorithmus Radius RT gewählt werden. Der behält das Timing des Samples sehr genau bei und klingt ziemlich fantastisch, belastet aber spürbar den Prozessor.

Modulation, Effekte, Kontrolle
Synthesizertypische Modulationsfähigkeiten hat Iris auch zu bieten, wenn auch nicht übermäßig viele: Pro Sample-Layer stehen eine Amp-ADSR-Hüllkurve, ein synchronisierbarer LFO (für Pitch, Amp und Pan) und vier Send-Effekte bereit, die sich zwischen den vier Layern auch synchronisieren lassen. Dazu kommt noch die Master-Sektion mit Filter, Loudness, Amp-Hüllkurve und Master LFO. Die Auswahl an Effekten ist mit Distortion, Delay, Reverb und Chorus ziemlich übersichtlich, aber qualitativ gut.

Fazit
iZotopes Iris ist eine Klangwerkstatt, die nicht nur extrem vielfältig ist, sondern auch aus den langweiligsten Sounds mit ein paar Klicks sehr interessante Klangstrukturen kreieren kann. Praktisch alle erdenklichen Klangquellen sind ein ergiebiges Futter für Iris, wobei der Grundsound immer recht präsent und klar bleibt, ohne klinisch oder hart zu klingen. Prima geeignet für Remixe, Soundscapes, Klangcluster und Drones, zum Bearbeiten von Drumloops, Field Recordings, Filmmusik, aber auch als ganz persönliche Sound-Werkbank.
Die Iris-Algorithmen fordern ihren Tribut in Sachen CPU-Belastung, ein einigermaßen aktueller Rechner sollte es daher schon sein. Eine Trial-Version, die zwei Wochen die komplette Funktionalität bietet, gibt es auf der iZotope-Webseite.

Preis: ca. 180 Euro

iZotope

9 Responses

  1. digiScie

    ich habe keine Ahnung von welchen guten Mastering-Tools hier die Rede sein soll. iZotope stellt leider nur Schrottsoftware her. Wenn die jetzt mal nen anständigen Synth rausbringen macht das die anderen Anwendungen nicht besser. Ich weiß das will keiner hören – aber leider schreiben Redakteure gerne mal was die Kunden hören wollen und nicht die Leser! Schade!

    Reply
  2. Benjamin Weiss

    @ digiScie: Da bin ich anderer Meinung, die Ozone-Plugins sind wirklich nützlich und funktionieren gut und nur mal so zu deiner Information: iZotope hat bisher noch keine Anzeigen bei uns geschaltet 😉

    Reply
  3. S.t.

    Ozone weiss ich nicht.
    aber das Izotope trash ist ein tolles und wirklich komplexes distortion plugin.
    Mastering allerdings würde ich mit den Sachen wohl auch lieber lassen.
    Aber probiert habe ich es auch noch nicht.

    Reply
  4. pio

    ich neutze neben Alloy auch Ozone 5 und bin eigentlich sehr zufrieden damit. Der Grund warum ich mir IRIS auf keinen Fall zulegen werde ist die Vertriebspolitik der Firma Izotope in Sachen Iris.
    Das es den Synth nur als Download zu erwerben gibt mag der modernen Zeit geschuldet sein.
    Aber als Zahlungsmittel nur Kreditkarte bzw. PayPal anzubieten ist wie die Wahl zwischen Pest und Colera.
    Kreditkarteninforationen sind im Netzt nicht sicher und …na ja über dieses angebliche Bankunternehmen muss ich wohl nicht weiter ausholen…..schade, aber es gibt ja noch andere Hersteller von SoftSynths.

    Reply
  5. Benjamin Weiss

    @pio: also wenn du eine kreditkarte besitzt (paypal mal aussen vor) und in der analogen welt benutzt, ist das nun wirklich auch nicht sicherer als im netz.

    Reply
  6. chester

    @digiScie ……man kann izotope mögen oder nicht, aber “schrottsoftware” ist was anderes

    Reply
  7. Thomaz

    @digiScie Von deinen kommentar merkt man das du nicht genug professionel bist um rauszuhören das Izotope Ozone 5 sowie Nectar und Alloy 2 und auch die anderen plugs von Ozone ordentlich gut und amtlich klingen. Das das Schrott sein soll das musst du mal den profis erklären die auch amtlich mischen und ozone plugs nutzen zb Pensado =)

    Reply

Leave a Reply to digiScie Cancel reply