Filtern ins Delay- und Bass-Nirvana

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Die Berliner Firma Jomox startet durch. Neben der neuen X-Base 888 hat die Hardwareschmiede mit dem T-Resonator einen zweiten Trumpf im Ärmel. Aufbauend auf dem M-Resonator hat der Filter zusätzlich ein Digitaldelay und einen LFO spendiert bekommen.

Von Benjamin Weiss aka Nerk aus De:Bug 120

Übersicht
Der T-Resonator ist in das gleiche handlich quadratische Gehäuse eingebaut wie die M-Base und sein nächster Verwandter, der M-Resonator. Er kann wahlweise in Mono oder Stereo arbeiten. Mit insgesamt 20 Drehreglern auf relativ kleinem Raum sieht er zunächst hoffnungslos überfrachtet aus, ein Eindruck, der sich aber nach kurzem Ausprobieren erstaunlicherweise nicht bestätigt.
Das Gerät besteht aus einem Filternetzwerk mit 24-poligen Tiefpass-Analogfiltern, die auf unterschiedlichste Weise rückgekoppelt werden können, mittendrin zwei digitale Delays, die ihrerseits über eigene Feedbackmöglichkeiten verfügen, und darüber hinaus eng mit dem Filternetzwerk verzahnt sind. Die möglichen Verschaltungen, Verkopplungen, Mischungen und Modulationen sind auf dem Gehäuse mit Pfeilen angezeigt, sie hier alle zu erwähnen würde den Rahmen sprengen. Die Länge der Delays reicht von einer Millisekunde bis hin zu einer Sekunde, jeweils zwei Parameter können eingestellt werden. Über einen Drehregler in der Mitte wird das Delayprogramm gewählt, zur Verfügung stehen hier: Chorus, Flanger, Wave Guide 1, Wave Guide 2, Delay 1, Delay 2, Reverb 1 und Reverb 2. Delay 1 besteht aus zwei identischen Delays, während Delay 2 ein sehr kurzes und ein sehr langes miteinander verbindet und dadurch auch unter anderem typische Dub-Delays ermöglicht.
Aber das war noch nicht alles, denn ein Sinus-LFO ist auch noch mit an Bord. Er kann wahlweise allein laufen oder von der Audiohüllkurve geformt werden, die Rate ist über einen weiteren Drehregler einstellbar.
Verzerrung erreicht man schnell mal durch die ganzen Feedbackketten (Vorsicht mit den Boxen!), sie klingt aber nie flach und digital störend, sondern hat immer einen sehr breiten, organisch schmatzigen Charakter, selbst wenn sie in sehr hohen Frequenzen stattfindet. Für besonders heftige Übersteuerung des Eingangs wird man mit einer kleinen Lichtorgel belohnt (alle Programm-LEDS leuchten auf). Als Eingang steht auch ein Hi-Z-Eingang zur Verfügung, um Gitarren direkt und ohne Verstärker anschließen zu können.

Wie klingt’s?
Schwer zu beschreiben, denn der T-Resonator ist sehr vielfältig, was den Sound angeht: wabernde, sich modulierende Bassgewittern bis zu infernalisch anwachsendem Rückkopplungsgefiepse und auch alles dazwischen. Dubbige Delays, satte Filtersweeps, Bassverstärkungen von dünnen Basslines mit sich morphend aufschaukelnden Frequenzen oder auch sich unendlich weiterentwickelnde chaotische Soundcluster.
Der T-Resonator ist, wie schon sein kleiner Bruder M-Resonator, eher ein vollwertiges Instrument als ein bloßer Effekt. Trotz der Fülle an Drehreglern auf kleinstem Raum lässt er sich gut bedienen und erweitert die klanglichen Möglichkeiten mit dem integrierten Delay im Vergleich zum M-Resonator nochmal um einiges. Da er nur schwer mit anderen Filtern oder Effekten zu vergleichen ist, braucht man eine gewisse Lernphase, bevor man ihn wirklich intuitiv nutzen kann; dann ist er aber ein sehr gutes und charakteristisch klingendes handliches Tool, was schwer zu ersetzen ist. Klasse.

Preis: 299,- Euro

Soundbeispiel 1

Soundbeispiel 2

Soundbeispiel 3

Jomox

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