Mehr Kontrolle über die Analogmonster

Kenton ist bekannt dafür mit seinen Hardwarelösungen alte Analogmonster auch zuverlässig in moderne Produktionsumgebungen zu integrieren. Seit sage und schreibe 14 Jahren ist dafür auch das MIDI-To-CV-Interface Pro Solo MkII verantwortlich. Jetzt gibt es Zuwachs in der Familie.

von Benjamin Weiss aka Nerk aus De:Bug 138

Übersicht
Rein äußerlich ist USB Solo so unspektakulär wie das vergleichbare MIDI-Verteiler auch sind: kleine, solide verarbeitete Metallbox mit ein paar Anschlüssen. Neben dem USB-Anschluss sind das DIN Sync Out, CV, Gate und Aux 1, 2 und 3 als 3,5 mm Miniklinke. Der Strom wird per USB geliefert, ein MIDI-Anschluss fehlt. Es stehen insgesamt 40 Presets bereit, von denen die ersten 34 für Rolands SH 101 vorgesehen sind, womit sich aber viele andere CV/Gate-Synths auch steuern lassen. Die nachfolgenden Presets sind für Roland SH 09, Minimoog, andere Moogs, den Korg MS-20, Yamahas CS-10 und den ARP 2600 bzw. den ARP Odyssey gedacht und bieten die spezifischen Steuerspannungen. Mit dieser Auswahl kommt man schon recht weit und muss nur im Ausnahmefall seine eigenen Presets programmieren. Das geht natürlich auch.

Programmierung
Hier werden drei Tasten in Verbindung mit einer dreistelligen Anzeige genutzt. Das klingt erstmal kryptisch und unübersichtlich, ist aber erstaunlich einfach und übersichtlich implementiert. Zusätzlich zu CV und Gate lassen sich die drei Aux-Ausgänge für weitere Steuermöglichkeiten nutzen: Aux 1 schickt kontinuierliche (CV-) Daten, die man zum Beispiel für die Steuerung der Cutoff-Frequenz eines Synthesizers nutzen kann, Aux 2 und Aux 3 schicken Statusdaten (entweder 0 oder 5 Volt) für analoge Clocksignale (mit wählbaren Teilern) oder Umschaltoperationen.
Ein integrierter LFO mit neun verschiedenen Wellenformen kann außerdem genutzt werden, um auf die CV-Spannung einzuwirken und bei Bedarf auch zur MIDI-Clock synchronisiert werden.
Schließlich lässt sich über den DIN/Sync -Ausgang zusätzlich noch die eine oder andere alte Rappelkiste zur MIDI-Clock synchronisieren.

Fazit
So ein ganz vollwertiger Nachfolger ist das USB Solo (obwohl von Kenton als solcher bezeichnet) schon allein deshalb nicht, weil auch der Vorgänger weiter hergestellt wird. Die Entscheidung, den MIDI-Anschluss beim USB Solo ganz wegzulassen, dürfte genau damit zusammenhängen, denn so graben sich die beiden Geräte nicht die Kunden ab. Für die wiederum ist das ein bisschen schade, wäre das USB Solo mit seinen erweiterten Möglichkeiten und speicherbaren Presets doch eine willkommene Weiterentwicklung, wenn es auch noch eine MIDI-Buchse hätte und man damit den Rechner bei Bedarf umgehen könnte. Aber genug gemeckert: Davon abgesehen ist das USB Solo allen Besitzern analoger Kisten jeglicher Bauart (auch die eher seltene CV-Variante von 1,2 Volt pro Oktave wird unterstützt) sehr zu empfehlen, die diese gern präzise über den Rechner ansteuern möchten. Der Preis geht in Ordnung, denn erfahrungsgemäß gehen die Sachen von Kenton eher selten kaputt und die in vieler Hinsicht vergleichbare Softwarelösung ”Volta“ von Motu kostet mehr, hat kein DIN-Sync und belegt noch zusätzliche Audioausgänge der Soundkarte.

Preis: 199 Euro

Kenton

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