Die noch relativ frische Berliner Firma für analoge Effektpedale Koma Elektronik war schon bei unseren Musiktechniktagen präsent, wir haben uns das BD101, ein analoges Delay mit Gate, und das FT201, ein analoges Filter mit Step-Sequencer angeschaut.

von Benjamin Weiss aus De:Bug 160

Übersicht
Die zwei Koma-Fußpedale haben ein paar Dinge gemeinsam: Beide sind in weißen Gehäusen mit Holzseitenteilen untergebracht, beide haben kein MIDI, aber jede Menge Buchsen und Patch-Punkte, einen Infrarotsensor und einen robusten Bypass-Schalter. Die CV-Ein- und Ausgänge lassen sich auf der Geräterückseite kalibrieren, da sie theoretisch Steuerspannungen von -100 V bis +100 V nutzen können. Das ist nicht nur für alle praktisch, die schon das eine oder andere ältere Analoggerät haben, um es an die Koma-Geräte anzupassen, sondern auch als Finetuning-Option sinnvoll. Außerdem können die Infrarotsensoren bei beiden auch als CV-Controller für andere Geräte genutzt werden. Der Sensor lässt sich zwar am besten mit der Hand antriggern, aber wer eine flinke Beinarbeit am Start hat, kann ihn auch per pedes nutzen.

BD101 – Analog Gate/Delay
Der BD101 ist eine klassische Kombination von Gate und Delay: Zwei Schieberegler kümmern sich um die Parameter, die man immer im Auge behalten sollte: einer für das Eingangssignal, einer für das Wet/Dry-Verhältnis. Bevor das Signal (nur Mono) ins Delay geschickt wird, kann man es noch durch Gate schicken, das mit drei Wellenformen und drei Grundgeschwindigkeiten ausgestattet ist. Per CV können Gate-Geschwindigkeit und -Anteil, die Delay-Zeit und das -Feedback gesteuert werden. Neben all dem, was man klangtechnisch aus der analogen Welt gewohnt ist und erwartet und was das BD101 mit einem schönen, wenn auch nicht rauschfreien Sound leistet, sind eine Menge andere Dinge möglich. Zum Beispiel heftige Bitcrusher-Effekte, wenn man eine extrem kurze Delay-Zeit einstellt, was der Chip manchmal nicht wirklich mitmacht, aber auch sehr vielfältig modulierende Soundscapes, je nach Art der Verkabelung.

FT201 – Filter mit Sequencer
Nicht die obligatorischen 16, sondern 10 Sequencer-Schritte stehen zur Verfügung. Wie schon beim BD101 sind hier die für die Ohren wichtigsten Parameter ganz unten als Schieberegler vorhanden: Eingangssignal und Resonanz. Darüber befindet sich der Sequencer, dessen Länge sich einstellen lässt: 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 oder 10 Steps sind so möglich. Jedem Step können mit kleinen Drehreglern individuelle Cutoff-Werte mitgegeben werden. Die etwas fitzeligen Potis für die Sequenzerschritte wirken leider nicht so, als ob sie beherztes Drauflatschen überstehen könnten, sind aber, was Haptik und Bedienbarkeit des FT201 angeht, der einzige Kritikpunkt. Für Cutoff und die Geschwindigkeit des Sequenzers gibt es je einen Drehregler, weitere Möglichkeiten ergeben sich durch die Ein- und Ausgänge. Das sind unter anderem je ein Tiefpass-, Bandpass- und Hochpass-Ausgang für den Filter (die sich auch alle gleichzeitig nutzen lassen), außerdem sind CV-Eingänge für den Sequencer-Start, Cutoff, Resonanz und eine externe Clock vorhanden.

Fazit
Wie zu erwarten sind beide Pedale mit ordentlich eigenem, zuweilen durchaus rauschintensivem Klangcharakter (BD101) ausgestattet und mit jeder Menge klanggestalterischem Potenzial, das ausgekostet werden möchte. Sie passen mit ihren kalibrierbaren Steuerspannungen prima ins Modularsystem, sind durch ihre Patch-Möglichkeiten sehr flexibel, aber auch autonom nutzbar. Um alle ihre Möglichkeiten wirklich auskosten zu können, sollte man immer ein paar Kabel bereithalten. Die Pedale von Koma sind nicht ganz billig, aber mit ihrem satten Sound, der guten Verarbeitung und der großen Bandbreite an klanglichen Möglichkeiten auf jeden Fall interessant.

Preise:
BD101: 329 Euro
FT201: 349 Euro

Koma Elektronik

2 Responses

Leave a Reply