Leploop will dem gesättigten Markt der Groovebox mit halbmodularer Struktur und nerdigen Specials an den Kragen.

Manche Kleinsthersteller analoger Hardware gehen erstmal für einige Zeit in den Public-Beta-Test und schicken ihre Geräte manchmal ganz ohne Handbuch an ihren Vertrieb, um zu sehen, was der damit anzufangen weiß. In diesem Fall hier fand er die Kiste schon ganz vielversprechend, war sich aber auch nicht ganz so sicher, wie das Teil denn eigentlich tickt und drückte es dem Tester mit den warmen Worten: “Hier, teste mal und sag uns dann, wie es funktioniert.” in die Hände.

von Benjamin Weiss aka Nerk aus De:Bug 138

Übersicht
Leploop ist eine kleine, etwa taschenbuchgroße, analoge, halbmodulare Groovebox, die noch zwischen Prototypenstatus und Serienmodell changiert, weswegen auch die nachfolgenden Informationen vielleicht nicht in vollem Umfang auf die Serienproduktion anwendbar sind.
Leploop kommt mit einem MIDI-In, einem Einzelausgang für die Bassdrum (hier “Cassa” genannt) und einem Ausgang für den Mix, die beide als Monoklinken ausgeführt sind, sowie einem Anschluss für ein externes Netzteil. Trotz der kleinen Oberfläche finden 24 etwas wackelige, aber ansonsten gut zu bedienende Drehregler Platz. Der Rest der Einstellungen wird durch Schiebeschalter und im Falle des Sequencers mikroskopisch kleinen Tipptasten bewältigt.

Klangerzeugung
Die Klangerzeugung ist halbmodular insofern, als dass man den Klangfluss in viele Richtungen steuern und aufbrechen kann: An Bord sind zwei VCOs, ein einfacher LFO, zwei A/R-Hüllkurven, weißes Rauschen, Sample & Hold, zwei VCAs, ein Ring-Modulator, ein 24 dB-Tiefpassfilter und die Bassdrum.
VCO1 kommt mit einem Frequenzregler und lässt sich über den Sequencer, Sample & Hold oder den LFO in der Tonhöhe triggern. Als Wellenformen stehen Rechteck oder Sägezahn bereit. VCO2 lässt sich zusätzlich noch im VCO Mixer mit VCO1 als Quelle ringmodulieren. Der Filter kommt mit Cutoff und Resonance, die beide moduliert werden können: Cutoff durch Hüllkurve 1, den LFO oder den Analog Sequencer, Resonance durch den LFO oder Hüllkurve 2. Gespeist wird er wahlweise aus dem Signal von der Bassdrum, dem VCO Mixer oder dem weißen Rauschen. Die Bassdrum aka Cassa wird aus einer Grundwellenform gebildet, die durch einen Filter mit Resonanz bis zur Selbstoszillation geschickt wird und neben Accent auch noch Distortion zu bieten hat. Auch wenn sie in einer moderaten Einstellung nach einer etwas dünnen 808-artigen Bassdrum klingt, macht sie bei extremen Einstellungen mit viel Verzerrung und Resonanz richtig Spaß – schließlich ist da noch der LFO mit drei Wellenformen sowie Rate, Amount und Offset.

Sequencer
Der Sequencer hat vier Instrumente (Bassdrum, Sample & Hold oder Bassdrum Accent, Hüllkurve 1 und Hüllkurve 2 oder Sample & Hold), deren Tracks jeweils 32 Steps lang sein können, dazu kommt ein Analog Sequencer mit maximal 16 Steps zur Steuerung von VCO1, VCO2 und der Cutoff- Modulation. Die Bedienung ist hier wirklich umständlich und führt durch sieben Menüs, die durch unterschiedliche LED-Farben gekennzeichnet sind und bei denen die kleinen Tipptasten jeweils verschiedene Funktionen erfüllen.

Fazit
Leploop ist schon eine charmante kleine Kiste, klingt gut und sieht auch gut aus, aber die Bedienung ist an vielen Stellen leider alles andere als intuitiv und etwas schwer zu durchschauen. So wird im Handbuch allen Ernstes erwähnt, dass sich gewisse Parameter im Sequencer als Binärcode ablesen lassen, wenn man SHIFT drückt und die Nummern der LEDs zusammenzählt. Wie realistisch das im Live-Betrieb ist, kann man sich ja vorstellen. Ansonsten ist der sehr eigene Ansatz in Sachen Sounddesign und Aufbau aber erfrischend und sorgt für ausdrucksvoll vor sich hin mäandernde Sequenzen ebenso wie für wildes Kreischen und dronige Bässe. Überarbeitet der Hersteller noch einmal den Sequencer und bügelt einige andere Ecken und Kanten in der Bedienung glatt, könnte Leploop durchaus eine sehr kompakte kleine Analogkiste werden, die man jedem Analogfrickler bedenkenlos empfehlen kann und mit der sich gut spielen lässt. Das klangliche Potenzial ist da und kann auf YouTube bewundert werden – wir gehen aber mal davon aus, dass es mit dem Serienmodell noch etwas dauern könnte.

Update: Die ersten Leploops sind jetzt zu haben.

Preis: 599,-

Leploop

deutscher Vertrieb: SchneidersBüro

2 Responses

  1. Alix Rotch

    Picking which digital camcorder is appropriate for your recording purposes is really a tricky selection and approach. There are actually a number of elements that you must take into consideration before choosing a digital camcorder which includes the picture resolution, new technology, screen sizes, recording approaches, as well as other choices.

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