Korgs handliche analoge Mono-Serie besticht nicht nur durch einfache Bedienung, fetten Sound und die charmante Reduzierung auf analoge Features, sondern auch durch totale Abwesenheit jeglicher Steuermöglichkeiten jenseits von Trigger und CV. Glücklicherweise ist der Hersteller aber sehr DIY-freundlich, die Schaltpläne aller monos sind gut beschriftet und frei verfügbar und so hat sich schnell eine eifrige Modder-Szene entwickelt, die auch das größte Familienmitglied, die Monotribe, in alle erdenklichen Richtungen aufbohrt und unter anderem mit MIDI ausstattet.

von Benjamin Weiss aus DE:BUG 166

Miditribe
Wer keine Lust hat, sich mit dem Lötkolben an die Monotribe zu machen, um ihr einen MIDI-Eingang zu verpassen, kann sich bei der brasilianischen Firma Amazing Machines ein entsprechendes Kit bestellen, das vollkommen lötfrei funktioniert und einfach zu montieren ist. Nachdem ich eigentlich nach über einem Monat nicht mehr damit gerechnet hatte, dass das Teil überhaupt ankommt, stand eines Morgens der Postbote mit einem Einschreiben da, das die kleine Platine nebst zwei MIDI-Buchsen und Kabel enthielt. Der Einbau ist in geschätzten zehn Minuten getan, man muss das Gerät lediglich aufschrauben, ein paar Schrauben lösen, die Platine einsetzen, festschrauben und mit den MIDI-Kabeln verbinden. Der komplizierteste Teil ist dann das Durchfädeln eben dieser durch das Batteriefach (schließlich hat das Monotribe-Gehäuse keine passenden Löcher, die man sich natürlich bohren kann), aber auch das geht verhältnismäßig flott. Direkt nach dem Einbau kann es losgehen: Monotribe empfängt und sendet MIDI, inklusive Clock und das erstaunlich (wenn auch nicht absolut) tight. Dabei bleibt auch der interne Sequenzer inklusive Flux-Modus intakt und lässt sich gleichzeitig nutzen, wodurch sich ziemlich interessante Sequenzmöglichkeiten ergeben. Unterstützt werden synthesizerseitig Notenbefehle, Velocity (für den VCA), Pitch Bend, die LFO-Parameter und die Hüllkurvenform. Cutoff und Peak (Resonanz) müssen weiterhin von Hand bedient werden. Die Drums können per Notenbefehl getriggert werden und die Gesamtlautstärke ist steuerbar, mehr Parameter haben die Drums ja eh nicht, aber auch hier gilt: Der interne Sequenzer ist gleichzeitig nutzbar.

MTribe Editor
Der MTribe-Editor und Controller von Fabrizio Poce ist die perfekte Software-Ergänzung und baut auf Miditribe auf, funktioniert aber auch mit anderen Kits für den Monotribe. Er ist für Mac und PC wahlweise als Standalone oder als Live/Max for Live-Device für fünf Dollar zu haben. Die grafische Oberfläche gibt eine gute Übersicht über alle steuerbaren Parameter und holt alles aus deren Möglichkeiten raus: Der LFO lässt sich synchronisieren und zusätzlich mit einem Auto Follower versehen, über ein X/Y-Pad können zwei Parameter gleichzeitig mit der Maus oder per MIDI moduliert werden, es gibt einen Glide-Mode, außerdem kann man unter anderem auch Presets abspeichern und Program Change wird unterstützt.

Fazit
Mit Miditribe und MTribe wird die Monotribe endlich nahezu vollständig über MIDI steuerbar und lässt sich so auch gut in nicht analoge Setups integrieren. Beide laufen stabil und zuverlässig, auch das ist keine Selbstverständlichkeit. Für insgesamt knapp 70 Euro zusammen sind sie nichtmal ein teures Vergnügen und werten die kleine analoge Acid-Schleuder gehörig auf. Lohnt sich!

Miditribe
Amazing Machines
Preis: 90 Dollar inklusive Shipping (ca 64 Euro)

Mtribe Editor
MTribe
Preis: 5 Dollar

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