Wrap It Up

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Volle Kontrolle über Presets, bestens kategorisiert. Kore ist ein System, dass dem Musiker lästige Sucherei ersparen soll. Die neue Version 2 legt aber noch einiges drauf.

Von Benjamin Weiss aka Nerk aus De:Bug 119

Kore 2 ist die neue Version von Native Instruments’ Hardware/Software-Integrationslösung. Ähnlich wie zum Beispiel Novation mit ihren Automap-Controllern geht es um das Fernsteuern von PlugIns, wobei der Ansatz von Native Instruments aber deutlich weiter geht: Alles ist selbst definierbar, außerdem gibt’s noch ein umfangreiches Kategorisierungssystem und eine Sounderzeugung dazu. Darüber hinaus kann Kore auch Stand Alone, als PlugIn und als Host genutzt werden.

Änderungen
War Kore in seiner ersten Inkarnation auch noch ein USB-Audiointerface, so hat man sich bei NI nun dazu entschlossen, stattdessen lieber die Soundengines von selbst entwickelten Produkten zu nutzen, nämlich die von Reaktor, Massive, Absynth, FM8, Kontakt und Guitar Rig. Hat man diese Produkte nicht gekauft, ist die Nutzung nur möglich, wenn Kore 2 angeschlossen ist. Auch die Hardware wurde ein wenig geändert, bessere Buttons und Drehregler inklusive.

Kore Sounds
Insgesamt 500 Koresounds werden gleich mitgeliefert, komplett kategorisiert und mit den integrierten Soundengines erstellt. Sie belegen ca. 5 Gigabyte auf der Festplatte und können mit den neuen Korepacks (ein Gutschein für eins liegt bei, alle weiteren kosten 49 Euro) erweitert werden.

Morphen und Variieren
Neu ist das Morph-Feature: Zwischen acht abgespeicherten Parameter-Sätzen des jeweiligen Sounds kann man stufenlos morphen, was über die Drehregler realisiert wird, automatisiert werden kann und sehr gut funktioniert.

Selber basteln
Selber basteln von Performances und Sounds geht jetzt deutlich schneller und ist auch übersichtlicher. Es gibt drei Kategorien: Kore Single Sounds, Kore Multi Sounds und Kore Performances. Ein Kore Single Sound beinhaltet nur ein PlugIn, Multisounds können, wenn es die CPU zulässt, aus unendlich vielen PlugIns zusammengebastelt werden. Dabei lassen sich auch Audiosignale und Midi prima zwischen den einzelnen PlugIns routen. Performances schließlich sind im Prinzip das Gleiche wie Multi Sounds, mit dem Unterschied, dass sie auch Parameter wie BPM abspeichern, also eher als Setups für konkrete Tracks gedacht sind. Das Kombinieren von einzelnen bereits bestehenden Sounds ist denkbar einfach: Aus dem Browser können sie direkt per Drag und Drop in die Slots einer Performance/eines Sounds gezogen werden. Mit dem ersten Update hat Kore 2 auch noch Presets für die Formate, die PlugIn-übergreifend funktionieren, und die Möglichkeit, Kore-1-Presets zu importieren, dazubekommen.

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Performance & Bedienung
Kore 2 wurde im Vergleich zur ersten Version gründlich gestreamlined, aufgebohrt und erweitert: Die Unterstützung von PlugIns anderer Hersteller funktioniert jetzt sehr gut, der Workflow wurde deutlich verbessert und auch die Performance ist besser, sprich sparsamer in Bezug auf Prozessorleistung. Natürlich braucht ein PlugIn im Kore-Mantel immer noch mehr Prozessorleistung als allein. Praktischer Nebeneffekt des Kore-Konzepts: Die verschiedenen unterstützten PlugIn-Formate (VST, AU und RTAS) lassen sich auch in den Hosts verwenden, die sie sonst nicht unterstützen, auch gemischte Setups sind möglich.
Überhaupt nicht vermisst habe ich die Audiointerface-Funktion, die der Vorgänger noch hatte, da ist man mit anderen Interfaces sowieso besser bedient.
Praktisch und ausbauwürdig sind der Stepsequenzer und der Arpeggiator, hier sollte NI noch ein paar weitere Varianten integrieren, zum Beispiel das Editieren einzelner Events direkt über die Hardware. Kore 2 kann jetzt alles, was schon die erste Version versprochen hatte, und ist zum praktischen Bindeglied zwischen Hardware und Software und sogar zum eigenständigen Instrument geworden. Für gewisse Funktionalitäten hätte ich zwar gerne noch mehr Drehregler und Buttons (zum Beispiel für den Stepsequenzer), im Allgemeinen kommt man aber mit den vorhandenen recht gut aus.

Native Instruments

Preis: 499,- Euro

Software-Update von Kore 1 : 99,- Euro
Software – Update von Kore 1 für Besitzer von Komplete 2,3,4 oder 5: 49,- Euro
Software & Hardware Upgrade von Kore 1: 299,- Euro

Anschlüsse Controller:
Midi In, Midi Out, USB, je zwei Fusspedal (nur On/OFF) und zwei Expressionpedal Anschlüsse

One Response

  1. Hellraiser

    Klingt ja prinzipiell nicht schlecht das Konzept des Kore 2, auch die Sounds sind schön dick. Mich stört aber die extrem Hohe CPU Last die sich selbst auf einem MacBook Pro 2,4 GHz bemerkbar machen. Auch Schade das der Audio Out wegrationalisiert wurden. BTW Access hat heute einen neuen Virus vorgestellt – Den Snow.

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