Die Klangwolke mutiert weiter

Der Granularsynthesizer Absynth von Brian Clevenger sorgt seit nunmehr knapp sieben Jahren für elegische Soundscapes und Klangkonstrukte aller Art, die sich nicht nur sehr vielfältig in der Musikproduktion einsetzen lassen, sondern auch prima geeignet sind für Filmmusik. Mit Version 5 sind neben ein paar Neuerungen und einer noch größeren Sound Library auch kleinere Aufräumarbeiten am Interface des surroundfähigen Klangboliden dazu gekommen.

von Benjamin Weiss aka Nerk aus De:Bug 138

Mutator und Finetuning
Der Mutator dient dazu, bestehende Sounds mit mehr oder weniger Kontrolle zu mutieren, was nützlich ist, wenn man nicht erst in die Tiefe der Absynth‘schen Klangerzeugung abtauchen will, um mal eben ein paar Variationen des aktuellen Sounds zu erzeugen. Dabei kann man den Grad der Mutation und die Intensität eines Zufallselements per Slider einstellen. Die Mutation lässt sich auch auf einzelne Elemente des Patches beschränken, außerdem kann man sie in Richtung eines anderen Sounds oder von Attributen aus dem Browser lenken, was ziemlich praktisch ist. Damit man beim Mutieren nicht die gerade erstellten Variationen gleich wieder verliert, werden die neuen Versionen in der Mutation History abgelegt, wo man sie jederzeit wieder finden und bei Bedarf speichern kann. Gleich unter dem Mutator-Bereich findet man die acht neuen Finetune-Parameter, die mit dem Easy-Mode beim FM8 vergleichbare Makros sind, mit denen mehrere Parameter gleichzeitig geändert werden: Volume, Brightness, Bass, Resonance, Distortion, Effect, ModDepth und ModTime.

Aetherizer und CloudFilter
Als neuen Master-Effekt gibt es den Aetherizer, ein komplexes Feedback-Delay mit weitreichenden Granularsynthese-Features. Bei ihm wird das Eingangssignal in seine Einzelteile (Grains) zerlegt, die zufällig im Stereofeld verteilt und anschließend durch einen Pitch-Shifter geschickt werden können. Danach geht es in die Feedback-Schleife über einen Filter und schließlich ins Delay, das selbst auch noch eine Feedbacks-Schleife und einen Filter hat. Modulieren lassen sich die Parameter des Aetherizers sowohl zufällig als auch mit Envelopes, LFOs und den Hüllkurven. Der Cloud Filter ist die etwas simplere Entsprechung für die Oscillator-Channels.

SuperComb und Feedback für Filter
Mit dem SuperComb gibt es eine aufgebohrte Version des Comb-Filters, der wiederum eine eigene Feedback-Schleife besitzt, die auch in sieben weiteren Filtertypen zu finden ist. Mit ihr lässt sich herzhaft in den Sound eingreifen, um ihm eine etwas rauere Oberfläche oder auch subtile zusätzliche Modulationen zu verpassen .

Fazit
Der Mutator ist ein sehr nützliches Tool, um Sounds schnell in die gewünschte Richtung zu biegen, sowie gut durchdacht implementierbar ins bestehende Setup. Dazu ist er auch für Anfänger eine echte Bereicherung, um Einblicke in die Sound-Programmierung zu bekommen, ohne in die Patch-Ebene abtauchen zu müssen. Die Finetuning-Parameter sind dabei ebenfalls eine willkommene Hilfe. Trotz diesen Verbesserungen in der Usability und kleineren Aufräumarbeiten in der Modulstruktur, bleibt insgesamt noch immer der Eindruck einer unübersichtlichen, oft unnötig komplizierten Oberfläche haften. Der Einstieg für User, die den Absynth noch nicht seit Jahren kennen, ist so deutlich steiniger, als er sein müsste. Was definitiv vermeidbar gewesen wäre, denn der Absynth ist ein extrem ergiebiger Klangbaukasten. Der Aetherizer, der Cloud- und der SuperComb-Filter erweitern die sowieso schon uferlosen Effektfeatures noch einmal deutlich. Version 5 ist für alle Absynth-Fans uneingeschränkt zu empfehlen und eine prima Erweiterung. Solche, die es erst noch werden wollen, haben es da etwas schwerer, sollten sich aber nicht abschrecken lassen, denn die Vielfältigkeit und Ergiebigkeit dieses Klangmonsters sucht noch immer ihresgleichen.

Preis: 179 Euro

Native Instruments

3 Responses

  1. jens

    der typ aus den ni videos nervt ohne ende.
    warum bringen die so schlechte videos???
    ich wuerde viel lieber gute demotracks hoeren / sehen in denen die neuen funktionen vorgestelt werden.

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  2. JenZ

    Jens, Du nervst selbst, altha! Schon dein zweiter Sinnfreier Kommentar innerhalb von 2Minuten-also, weisste…

    Der erste “Kommentar” war “Jetzt schau ich schon 30sec(!!!) video und hab noch keinen Sound gehört! Was isten da schief jelaufen?” Deine Erwartungen an die PRÄSENTATiON eines Synthz sinda schief gelaufen. So siehtz aus…

    Nix für ungut, Du bist trotzdem sicher DER Synth-Wizzard, undso…

    Hab euch trotzdem alle lüab! Ja doch…

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