Big Bang for the Buck



Schon länger bietet Native Instruments (fast) alle seine Instrumente und Effekte im Bundle als Komplete an: Mit der neuen Ausgabe Komplete 8 wird die äußerst solide Grundausstattung nochmal deutlich erweitert, Komplete 8 Ultimate enthält tatsächlich alle NI-Softwareprodukte, die bis Anfang September erschienen sind.

von Benjamin Weiss aus De:Bug 158

Übersicht
NI Komplete 8 gibt es in zwei Versionen, beide beinhalten sämtliche NI-PlugIns mit Ausnahme von Maschine, die bis zum September 2011 veröffentlicht wurden: Kontakt 5, Reaktor 5.6, Guitar Rig 5 Pro, Massive, Absynth 5, Battery 3 und FM8. Dazu kommen diverse Instrumente und Effekte, die auch einzeln erhältlich sind und auf den genannten PlugIns beruhen. Auf Reaktorseite sind das die Synthesizer Spark und Prism, Kontakt kommt mit einem Riesenschwung an Zusatzmodulen (mehr dazu weiter unten) ebenso wie Guitar Rig 5 Pro. Komplete Ultimate ist die Luxusversion und wird praktischerweise direkt auf einer externen USB-Platte geliefert: Hier sind neben allen PlugIns auch wirklich sämtliche Instrumente, Sounds und Effekte dabei, die NI bisher veröffentlicht hat.

Installation
So viel Content (im Fall von Ultimate satte 240 GB allein an Samples) braucht natürlich eine Weile, bis er installiert ist. Nach zwei Stunden und ein paar weiteren kleinen Updates war das komplette Arsenal bei mir verfügbar.

Kontakt 5
In Sachen Platzbedarf ist Kontakt 5 auf jeden Fall das Kernstück von Komplete 8. Allein die schon recht breitgefächerte Standard-Library nimmt sich 43 GB Platz, dazu kommen noch die diversen Add-Ons. Neu sind neben dem verbesserten Scripting, das zum Beispiel jetzt auch MIDI-Files versteht, und der neuen Timestretching-Engine auch 37 neue Filter und vier neue Effekte sowie die MPC60- und SP1200-Algorithmen aus Maschine. Zusätzlich zur Kontakt-Library bietet Komplete noch jede Menge Add-Ons aus verschiedenen Bereichen im Kontakt-Format, die ausgiebig von den Scripting-Fähigkeiten Gebrauch machen. An Drums sind das die Abbey Road 60s Drums (die Ultimate-Version enthält alle Abbey Road Drums) und der Studio Drummer: eine naturidentische Schlagzeugeremulation inklusive regelbarer Mikrofonierung, Grooves und jeder Menge sonstiger Eingriffsmöglichkeiten. Mit West Africa gibt es etwas Vergleichbares in Sachen afrikanischer Percussion. Groß ist die Auswahl von E-Pianos, die zum Teil noch vom Elektrik Piano stammen: neben Scarbee Mark I, A-200 und Clavinet/Pianet kommen mit den Vintage Organs noch Farfisa, Vox Continental und diverse Hammonds, so dass der E-Piano-Kosmos mehr als abgedeckt ist. “Echte” Klaviere bzw. Konzertflügel gibt es auch: New York Concert Grand, Vienna Concert Grand und Berlin Concert Grand orientieren sich jeweils an bekannten Konzertflügeln, weniger üppig-orchestral ist dagegen das Upgright Piano, das mehr nach dem Klavier in der Kneipe um die Ecke klingt. Einen Bass für die Disco gibt es mit dem Scarbee MM Bass, der ziemlich lebendig, fett und echt klingt und sich allein für die akribisch aufgenommenen Nebengeräusche lohnt, mit denen sich prima Klickertracks basteln lassen.

Synthesizer
Die Synthesizer-Sektion ist mit Reaktor, Massive, Absynth 5 und FM8 schon überreichlich bestückt, aber alle wurden noch einmal mit deutlich mehr Sounds aufgestockt und haben vor allem kleinere Verbesserungen und Updates erhalten. Mit dabei sind auch die Reaktor-basierten Synths Spark und Prism, Razor ist leider nur in der Ultimate-Version enthalten. Die Retro Machines MK2 basieren zwar auf Samples, sind aber trotzdem eine gute Ergänzung.

Guitar Rig 5 und Effekte
Mit Guitar Rig 5 Pro kommen nicht nur zwei neue Gitarren-Amp-Modelle und 130 neue Presets, sondern auch die in den letzten Monaten erschienenen und auf Guitar Rig beruhenden Effekte Rammfire, der Faltungshall Reflektor, das Transienten-Tool Transient Master, Tim Exiles The Finger und die Traktor-DJ Effekte. In der Ultimate Edition sind dann auch noch die Klassikerkompressoren VC 2A, VC76 und VC 160, sowie The Mouth und der SOLID EQ, Dynamics und Bus Comp mit dabei.

Maschine-Integration
Für Maschine-User (ab Version 1.7.1) bietet Komplete 8 einen wirklich großen Mehrwert: Sämtliche Instrumente und Effekte inklusive ihrer Presets wurden für Maschine aufbereitet, so dass sie sich im Maschine-Browser suchen, finden und laden lassen. Das allein wäre ja schon ein ziemlicher Timesaver, aber darüber hinaus wurden auch jeweils passende Parameter auf die Drehknöpfe gemappt, was nicht nur ein ziemlicher Aufwand gewesen sein muss (allein Massive zum Beispiel kommt mit 1300 Sounds), sondern in den allermeisten Fällen auch sehr durchdacht gemacht wurde.

Fazit
Wer einen umfangreichen und äußerst soliden großen Werkzeugkasten für die Musikproduktion egal welcher Richtung sucht, ist mit Komplete 8 gut bedient. Hier und da könnte die Prozessorbelastung noch optimiert werden, aber das ist dann auch der einzige Kritikpunkt. Preistechnisch lohnt sich Komplete 8 schon dann, wenn man zum Beispiel eigentlich nur Reaktor und Kontakt kaufen will, die separat schon teurer sind. Alles in allem ist das neue Komplete wie zu erwarten das kompletteste bisher, und wer wirklich gerade ein paar Euro extra hat, sollte sich die Ultimate-Variante genauer ansehen.

Native Instruments

Preis: 499 Euro bzw 999 Euro (Komplete 8 Ultimate)
Update von Komplete 2-7 auf Komplete 8: 199 Euro

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