Effektives Finger-Voodoo

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Mit zwei neuen Hardware-Einheiten schrumpft Native Instruments die haptische Traktor-Kontrolle weiter auf Quasi-Hosentaschenformat zusammen. Der Kontrol X1 steuert dabei Decks und Effekte, wenn gewünscht auch mit einem Touch Strip. Und der Kontrol Z1 (Test hier) ist ein ultrakompakter Battle-Mixer. Dass sie sich gut verstehen, ist eh klar, oder?

von Sascha Kösch aus De:Bug 175

Der Aufbau des Kontrol X1 MK2 ist willkommen übersichtlich und am MK1 angelehnt. Vier Effekt-Regler für jeden Kanal, mit Tasten zum Anschalten der Effekteinheiten, darunter eine Browse- und Loop-Sektion mit einem Touch-Strip – der die größte Neuerung des MK2 darstellt – dann die Cue- und Play-Sektion für alles andere.

Über dem Touch-Strip findet sich eine kleine LED-Anzeige, die einen groben Überblick über die aktuelle Track-Position liefert. Praktisch. Der Touch-Strip selbst ist zunächst dazu da, um dem User eine Anstups-Funktion zu geben und arbeitet dabei am besten im Split-Modus, das heißt, dass man beide Decks gleichzeitig aufeinander zutrudeln lassen kann. Natürlich lässt sich so auch die Startposition eines Tracks genauer bestimmen. Hinter der Shift-Taste verbergen sich, wie durchgehend beim X1 MK2, weitere Funktionen, zum Beispiel Scratchen (sehr gewöhnungsbedürftig, da ein Touch-Strip kein Touchscreen ist und auch nicht so reagiert) oder durch den Track skippen. Der Split-Modus des Touch-Strips ist mit, durch LEDs unterstütztes, Finger-Voodoo leicht in den Single-Modus zu verändern, wo man dann mehr Kontrolle hat.

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Befreiteres Auflegen
Der Rest der Browse-Sektion dürfte jedem, der mal einen Traktor-Controller hatte, einleuchten. Regler in der Mitte zum Browsen, zwei für die einzelnen Kanäle für Loops mit LEDs (endlich!) drüber, Zuweisungstasten, um die Tracks auf die Decks zu schieben. Mittels Shift greift man hier auf Snap und Quantize zu, skippt durch die Playlisten, oder lässt die Loops durch den Track jagen. Die Loops lassen sich natürlich auch mit Flux kombinieren und wiederum über den Touch-Strip steuern.

Auch der so genannte Transport-Bereich mit seinen Buttons für Play, Cue, Sync und HotCue ist durch und durch bekannt, wenn auch irgendwie übersichtlicher als beim MK1. Neu hinzugekommen sind einige Sonderfunktionen, wie zum Beispiel die Geschwindigkeitssteuerung mittels Loop-Regler. Im Cue-Bereich wird es etwas komplexer, da man hier gleichzeitig die Remix-Decks nutzen und so einzelne Samples laden kann. Die Tasten zeigen anhand ihrer Farbe direkt an, welche Art Cue-Punkt man hat, Loops zum Beispiel sind grün. Das visuelle Feedback allein sorgt hier für wesentlich sichereres und vom Screen befreiteres Auflegen. Neu ist der Flux-Button, mit dem der Track immer an der gleichen Stelle auf der Zeitachse im Hintergrund weiter läuft, egal welche Bassline man dazwischen wirft.

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Schlank und mobil
Im Effekt-Bereich kann man nicht nur die einzelnen Effekte steuern, sondern auch zwischen Kombinationen wechseln. Auch die Auswahl findet hier statt. Funktionen der Regler können auch hier auf den Touch-Strip gelegt werden. Großer Vorteil ist: Sie snappen zurück auf die Mittelposition, wenn man den Finger loslässt. Die Frage ob man sich lieber für eine Bedienung über Regler oder den Touch-Strip entscheidet, hängt jenseits vom Syncen definitiv davon ab, ob die Finger und der Touch-Strip gut miteinander reagieren. Bei mir war das nicht unbedingt so und wir müssen wohl erst noch warm werden, bevor ich ihn beim DJ-Set wirklich nutzen würde.

Wo sind die Filter? Die Gains? Der Crossfader? Die EQs? Genau, im Z1. Hier liegt auch der beste Einsatz des X1 MK2, denn die beiden Controller ergänzen sich perfekt und bilden zusammen eine schlankere und mobilere Version dessen, was sonst der S2 oder S4 liefern würde. Für alle, die bislang einen Kontrol X1 in ihrem Setup hatten, liefert der X1 MK2 genau die Updates, auf die man dank neuerer Traktor-Funktionen, wesentlich verbessertem visuellem Feedback und vielseitigerem Einsatz nach ein paar Minuten nicht mehr verzichten möchte.

Preis: 199 Euro

Native Instruments

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