Alles so schön bunt hier

NI schickt die neue Controller-Generation der Maschine ins Rennen: Maschine MK II. Mit in allen Regenbogenfarben leuchtenden Pads, besserer Verabreitung und neuer Software mit frischen Features.

von Benjamin Weiss aus DE:BUG 166

Neue Hardware
Die gute Nachricht gleich zu Beginn: Die Maschine gibt es jetzt auch in weiß. Beim Auspacken merkt man aber auch, dass die neue Hardware-Generation, obwohl das Gehäuse dem alten recht ähnlich ist, ein bisschen mehr wiegt und robuster wirkt. MIDI- und USB-Anschluss sind auf die andere Seite gerutscht, alle Buttons reagieren mit einem satten Klick akustisch und haptisch auf die Eingabe. Die Pads sitzen fester und sprechen genauer an, ohne dabei überempfindlich zu sein. Außerdem sind sie so bunt wie beim Traktor Kontrol F1 und können, wie auch die Scene-Buttons, mit 16 verschiedenen Farben belegt werden. So lassen sich Projekte, Scenes, Patterns, Groups und Sounds mit einem eigenen Farbschema versehen, was sich nach anfänglicher Verwirrung wegen der kunterbunten Vielfalt als sinnvoll herausstellt und die Übersicht entscheidend verbessert. Die Farben der Pads lassen sich übrigens auch im MIDI-Controller-Modus nutzen, sind aber auch hier auf 16 Farben beschränkt. Die sind zum Teil (etwa bei den Rosatönen) ein bisschen zu ähnlich geraten, lassen sich zwar auf dem Rechner gut unterscheiden, auf dem Controller aber nur schwer. In der Master-Sektion sind Master Volume, Tempo und Swing-Regler zu einem gerasterten Push-Encoder fusioniert, der über danebenliegende Buttons in der Funktion umgeschaltet wird. Das ist wesentlich komfortabler im Browser, da man jetzt auch schnell gezielt den nächsten Eintrag anwählen und per Klick laden kann, allerdings für all diejenigen ein Problem, die zum Beispiel Volume und Swing gleichzeitig bedienen wollen. Die Displays haben zwar die gleiche Auflösung wie die der ersten Generation, sind aber deutlich blickwinkelunabhängiger und zeigen die Parameter jetzt hell auf dunklem Grund an: gut für dunkle Umgebungen. Schön wäre noch, wenn die Funktionsbuttons auch dann leicht gedimmt leuchten würden, wenn sie gerade nicht aktiv sind.

Eye Candy galore und der Maschine-Stand
Beim Groovebox-Klassiker MPC ist das (gerne auch mal zutiefst geschmacklose) Aufpimpen der Hardware mit personalisiertem Gehäuse, dickeren Pads und jeder Menge anderem Bling zu einer eigenen Industrie geworden, ähnliches ist auch bei der NI-Hardware zu beobachten. Mit bunten Faceplates aus Metall und Knob-Caps gibt es jetzt auch “Originial”-Aufbrezelung für die Maschine, die man für je 69 Euro dazu kaufen kann. Die gibt es in den Farben Solid Gold, Dragon Red, Pink Champagne, Steel Blue und Smoked Graphite. Weniger flashig, aber dafür ziemlich nützlich ist der massive Maschine-Stand, der der großen Maschine (egal ob MK I oder MK II) mehr Halt gibt und sie in einem bequem spielbaren Winkel aufbockt. Er lässt sich auch per Mounting-Adapter auf Trommelständer montieren.

Neue Software
Die neuen Maschinen funktionieren nur ab Software-Version 1.8, die seit ein paar Tagen zu haben ist, übrigens auch für alle User der ersten Generation. Die enthält neben der Unterstützung der Farbkodierung auch ein paar neue Features: den Transient Master zur Bearbeitung als internen Effekt, der Saturator hat mit Tape und Tube zwei neue Modelle bekommen, außerdem gibt es Pitchshifting und Timestretching, allerdings noch nicht in Echtzeit. Auch in Sachen Usability gibt es Verbesserungen: Die Transport Controls auf der Hardware können jetzt im PlugIn-Betrieb auch den Host steuern und endlich lässt sich der Autowrite-Modus sperren, wenn Automationen aufgenommen werden sollen. Ein nettes Extra des Updates ist die Vollversion von NIs Bass-Synthesizer Massive, der ab sofort mit dabei ist, inklusive Mappings für alle 1.300 Presets.

Upgrade oder nicht?
Leider gibt es für die erste Maschinen-Generation (noch?) keinen Hardware-Upgrade-Deal von NI, Interessenten müssen also den vollen Preis hinlegen. Wer allerdings immer schon gern mit zwei “großen” Maschinen an einem Rechner gespielt hätte, kann das zusammen mit einer neuen Maschine jetzt tun: Die Software identifiziert die Controller nämlich nach ihrer Hardware-ID, so dass man bis zu vier Maschinen (Maschine, Maschine MKII, Maschine Mikro, Maschine Mikro MKII) gleichzeitig an einen Rechner anschließen kann. Für alle, die mit den bisherigen zweifarbigen Pads zurechtkommen und nicht mehr als eine Maschine nutzen, lohnt das Upgrade nicht unbedingt, die neue Software gibt es ja gratis.

Fazit
Die neue Maschine-Generation bietet einiges an Verbesserungen, wirft das Konzept aber nicht über den Haufen, sondern erweitert es eher. Der Feinschliff an der Hardware macht sich bemerkbar und sorgt für ein noch besseres Spielgefühl und (wenn man die Farbkodierung richtig nutzt) mehr Übersicht. Bei der Software hat sich nicht so viel getan, auch wenn die Änderungen allesamt Sinn machen und nicht auf Kosten der CPU gehen, aber vielleicht ändert sich das ja fundamental in der Version 2.0, die wohl auch nicht mehr lange auf sich warten lässt. So oder so bleibt Maschine aber ganz vorn, wenn es um rechnerbasierte Grooveboxen geht, egal ob mit oder ohne Extra-Bling.

Preise:

Maschine MKII: 599,- Euro
Maschine Mikro MKII: 349,- Euro
Faceplates: je 69 Euro
Maschine-Stand: 69 Euro

Native Instruments

7 Responses

  1. Diggnity

    Ich freu mich sehr über die Zugabe von Massive, aber in der neuen Oberfläche ist mit dem Update der Software zu viel Farbe im Spiel. Dies verwirrt alle Nutzer der alten Maschine erheblich, da bisher nur Orange und Blau im Spiel war – und nun jeder Slot eine eigene Farbe besitzt – was der Controller natürlich nicht anzeigen kann.

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  2. Ruben Stein

    Dem kann ich nur zustimmen und süffisant ergänzen, dass die Informationstiefe des Videos in etwa dem entspricht, was die Fachberatung des Personals im Musicstore zu leisten im Stande ist.

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