Die Monster Maschine und die runderneuerte Maschine Software

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Mit der Maschine Studio bringt Native Instruments die große Workstation für die Maschine-Software 2.0. Hier eine Übersicht über die Hardware, alles zur neuen Maschine Software 2.0 findet ihr danach weiter unten.

von Benjamin Weiss aus De:Bug 177

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Die neue Maschine Studio ist deutlich größer als die Maschine MK2, aber immer noch leicht genug, um sie eben Mal mitzunehmen. An der Unterseite hat sie zwei ausklappbare Stützen, mit der sie sich in bequemem Winkel aufbocken lässt. Auf der Rückseite gibt es neben dem Anschluss fürs Netzteil, dem USB-Anschluss und dem MIDI-Eingang gleich drei MIDI-Ausgänge sowie Anschlüsse für zwei Fußpedale, mit denen sich Start/Stop und das Aufnehmen beim Samplen steuern lässt.

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Oberfläche
Die Grundelemente entsprechen denen der MK2: zwei Displays mit jeweils acht Buttons darüber und acht Endlos-Potis darunter, die Pad-Sektion und die Group-Buttons sind ebenfalls gleich. Was bei der MK2 über Doppelbelegungen der Pads funktioniert, bekommt bei der Studio aber jeweils einen eigenen Button. Dazu gibt es ein großes Jogshuttle und eine Master-Sektion mit dem Multifunktions-Poti für die verschiedenen Ein- und Ausgangslautstärken.

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Große Farbdisplays
Eye Candy mit satten Farben: Der Neuling kommt mit zwei Farbdisplays, die bei einer Auflösung von 480 x 272 Pixeln jedes Detail mit sehr guter Blickwinkelunabhängigkeit und Helligkeit mit gutem Kontrast anzeigen. Das ist vor allem im Arranger, beim Editieren von Samples und für die Darstellung des neuen Mixers (der nur auf der Studio sichtbar ist) enorm praktisch.

Eingangs- und Ausgangspegel zum Sehen
Rechts oben in der Master-Sektion gibt es eine umschaltbare Pegelanzeige, die endlich eine übergreifende Pegelkontrolle auf allen Ebenen erlaubt: Master, Group und Sound sowie der neue Cue-Bus können so schnell und direkt gepegelt werden, auf der linken Seite lassen sich auch die Pegel von vier definierten Eingängen anzeigen, was für schnelles und unkompliziertes Sampling sehr praktisch ist. Darüber sitzen noch vier Aktivitätsanzeigen für die MIDI-Anschlüsse. Ein kleines, aber nicht unwichtiges Detail, wenn man beim MIDI-Troubleshooting keine Zeit verlieren will.

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Bedienung und Haptik
Die Bedienung ist bei der großen Oberfläche mit reichlich Platz zwischen Pads, Buttons und Jogshuttle sehr angenehm und übersichtlich. Die solide Verarbeitung, die griffigen Regler und das flotte Ansprechverhalten der Pads machen sofort Spaß, der Blick auf das Rechner-Display wird tatsächlich zur absoluten Ausnahme. Den flotten Workflow unterstützt auch die Tatsache, dass beinahe jede Funktion ihren eigenen Buttons bekommen hat. Wo bei der kleineren Maschine immer noch eine Tastenkombination dazwischen liegt, reicht hier ein Tastendruck.

Für den mobilen Einsatz ist die Studio nur bedingt geeignet: Schwer ist sie zwar nicht und robust auch, aber fürs Handgepäck mit Rechner oder einen Standard-Rucksack im Alltag dann doch das entscheidende Quentchen zu groß.
Im Studio spielt sie dagegen alle ihre Stärken aus: viel Platz, Übersicht und direkter Zugang zu allen Funktionen, präzises Editieren auf den eingebauten Displays und drei MIDI-Ausgänge machen sie zur zentralen, intuitiv nutzbaren Workstation. Dabei ist die Maschine Software 2.0 mit dem neuen Mixer sichtbar auf die Maschine Studio ausgerichtet.
Der vergleichsweise hohe Preis liegt laut Native Instruments vor allem an den beiden großen Farbdisplays; meiner Meinung nach wäre dafür noch ein integriertes Audio-Interface drin gewesen, aber das ist tatsächlich auch der einzige Kritikpunkt.

Preis: 999 Euro

Native Instruments

Maschine Software 2.0- Maschine, runderneuert

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Zeitgleich mit der neuen Hardware wurde auch die Software gründlich überarbeitet, beziehungsweise komplett neu programmiert: Laut den Entwicklern ist keine einzige Zeile Code gleich geblieben. Das macht sich direkt beim ersten Ausprobieren bemerkbar, denn die jetzt endlich Multiprozessor-optimierte Software ist wesentlich genügsamer und lädt Files und Projekte deutlich schneller.

Neue Oberfläche, neuer Browser
Die komplette Oberfläche ist in zurückhaltendem dunklen Grau gehalten und ähnelt vom Aufbau her zunächst älteren Versionen; links der Browser, rechts oben der Arranger mit den Scenes und rechts unten die gerade ausgewählte Group mit ihren Patterns beziehungsweise der Sampling-Sektion. Auf den zweiten Blick wird aber klar, dass sich eine Menge getan hat, denn es ist eine Mixer-Sektion hinzugekommen und das ganze UI wurde glattgezogen. Viele Details haben sich zugunsten von mehr Übersichtlichkeit leicht geändert: Einige nicht so oft genutzte Parameter lassen sich wegklappen. So sind etwa die Slots für Sounds auf die linke Seite gewandert. Eine sehr sinnvolle Erweiterung gibt es für Undo: zusätzlich zur bisherigen Funktionalität, die auch jede allerkleinste Reglerbewegung in Einzelschritten rückgängig macht, gibt es nun auch ein Take-basiertes Undo. Der Browser funktioniert nun über Tags und zeigt alle NI-eigenen Instrumente und Sounds mit farbenfrohen Icons an.

Unendliche Groups und Effektslots, Side-Chaining
War man mit Maschine 1.x wegen der Begrenzung auf acht Groups pro Projekt bisher eigentlich gezwungen, für das Liveset einen anderen Host mit mehreren Maschine-Instanzen zu nutzen, lassen sich jetzt theoretisch unendlich viele Groups nutzen. Die ersten 64 davon können auf allen Maschinen über die Group-Buttons mit Shift erreicht werden. Das Gleiche gilt auch für die Anzahl der Effekte in den Effekt-Slots, die nicht mehr auf vier beschränkt sind. Auch Side-Chaining ist jetzt möglich und funktioniert nicht nur mit den internen Effekten, sondern auch mit PlugIns von Drittanbietern.

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Neuer Mixer mit Cue-Ausgang
Der neue dedizierte Mixer zeigt in der Software auf allen Ebenen den Pegel an, bietet direkten Zugriff auf Grundfeatures wie Pan, Mute, Solo und zwei Aux-Sends, aber auch einen vereinheitlichten Überblick über das Routing von Sounds und Groups und die I/Os für Audio und MIDI.
Der Mixer ist vor allem auf der Maschine Studio eine willkommene Erweiterung, denn nur auf ihr wird er auf den großen Farbdisplays angezeigt. Die anderen Maschinen folgen weiterhin dem alten Konzept, das leider auf deren Hardware keinen Hinweis darauf gibt, ob das Signal irgendwo verzerrt wird. Zumindest eine abgespeckte Pegelanzeige für den Master-Ausgang wäre hier wünschenswert und wahrscheinlich auch mit den gröber aufgelösten monochromen Displays möglich. Der Cue-Ausgang ermöglicht das Vorhören von Sounds und Samples, ohne dass sie über die Anlage zu hören sind.

Arranger
Mit einer richtigen Timeline werden Patterns in den Scenes in ihrer tatsächlichen Länge angezeigt: Alle Patterns, die wiederholt werden, bekommen etwas dunklere Ghost-Parts, um die Übersicht zu verbessern. Sonst hat sich in diesem Abschnitt nicht viel getan, hier gibt es noch Erweiterungsbedarf.

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Drum Synth
Mit Maschine 2.0 führt NI einen eigenen Drumsynth ein, der fünf verschiedene Module bietet: Kick, Snare, HiHat, Tom und Percussion. Alle kommen mit angepassten Sound-Engines und liefern sowohl diverse akustische als auch elektronische Engines, mit denen sich eine große Bandbreite abdecken lässt. Sie klingen allesamt ziemlich überzeugend und machen den Griff zu Samples oft unnötig.

Macros und MIDI
Macros gibt es nun auch für die Masterebene, außerdem lassen sie sich mit MIDI Learn über externe MIDI CCs steuern. Dieses Feature lässt sich mit einem Workaround auch zur Fernsteuerung externer MIDI-Devices nutzen, denn einmal gelernt, gibt Maschine die CCs auch wieder raus. So lassen sich externe Geräte steuern, ohne dass in den Controller-Modus gewechselt werden muss. Die Macros können jeweils alle Parameter ihrer eigenen und der darunterliegenden Ebenen steuern, Mehrfachbelegungen sind auch möglich. Mit Program Change können jetzt auch die Presets von VST- und AU-PlugIns gewechselt werden. MIDI-Noten schicken außerdem auch die einzelnen Sounds, selbst wenn sie schon ein Sampler-Modul oder ein Instrument beinhalten; in Verbindung mit den neuen Pad-Link Features ergibt das vielfältige Layer-Möglichkeiten.

Die neue Maschine-Software lohnt sich für die User aller Hardware-Generationen: Neben den vielen kleinen neuen Funktionen und Detailverbesserungen und dem fett klingenden Drumsynth ist vor allem die hinzugewonnene Prozessorleistung durch die Multicore-Unterstützung und die unbegrenzte Anzahl an Groups sehr befreiend, so dass man auch mit älteren Rechnern viel komplexere Projekte als zuvor umsetzen kann. Dazu ist die mitgelieferte Library noch mal um zwei Gigabyte gewachsen, hat mit dem Plate Reverb einen neuen internen Effekt bekommen und kommt mit Prism, Sccarbee Mark 1 und dem Solid Bus Compressor. Viele Features deuten außerdem darauf hin, dass mit den nächsten Updates noch Einiges nachkommt.

Preis als Update: 99 Euro
(auf neuen Maschinen vorinstalliert)

Native Instruments

4 Responses

  1. flares

    das ist keine timeline – nur eine längen darstellung
    das pattern menu zum kopieren vergleichen arrangieren ist jetzt umständlich über menü zu erreichen
    viele praktische dinge fehlen im gegensatz zu 1.8
    insgesamt ,macht die neue version ien schizophrenen eindruck
    es wurden einige dinge vetrbessert
    aber grundlegendes verschlechtert oder halbfertig drin
    der workflow ist gesunken
    wenn das verdammte pattern menu an der seite als feste bildoberfläche da wäre wäre es sogar noch besser als früher

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    • MarkusMF

      Danke für die realistische Kritik! Alles andere, was man so auf diversen Test Portalen liest ist immer der gleiche Huldigungsmüll gemäß der Formel: alles neu = alles toll.
      Ich arbeite täglich mit der Maschine und was sich Native Instruments mit diesem Update erlaubt hat bewegt mich in Zukunft mein Geld zu Herstellern zu bringen, für die das Wort “Produktpflege” kein Fremdwort ist, das nach spätestens eineinhalb Jahren aus dem Sprachschatz gestrichen wird.

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  2. Ray x Specteure

    Ganz wichtig vielleicht kann mir jemand eine Auskunft geben das wäre ganz toll. Lässt sich die Roland TB 8 Aira im die Maschinen Softwear als Plug in einführen oder gibt es da Probleme.

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  3. soundpack käüfer

    maschine 2 ist verschachtelte büro software von designern geworden
    software, scene, patterndarstellung eine katastrophe –
    unsichtbare scenes mit unterschiedlicher länge
    die timeline steht mitten in der scenepattern und asycron zum rest
    patterns und scenes in klapp menüss aufrufbar und nur dann sichtbar wenn die maus drin bleibt

    musik ist für die ohren ,mann – nicht für die augen.
    vor lauter visualisierungs stress geht die musikalische intuition baden

    schön anzusehen wenn der song fertig ist
    aber hier fängt ein song nicht mal an .geschweige denn wird fertig

    gute alte 1.8
    selbst imaschine ist 1000 mal besser
    der import von imaschine ist auch der blanke horror
    30 projekts für einen song
    was für ein krampf .
    der song dauerte 30 min beim kreieren
    importieren in maschine dauert dann 3 monate .
    jetzt neue funktionen die schon in 1.0 war und wieder verschwand
    ich werde verarscht
    ich kaufe keine soundpacks
    das kannst du vergessen native instruments
    ihr habt keine ahnung wie mann musik macht .
    ich habe auch noch nie was brauchbares mit maschine von anderen gehört ehrlich gesagt
    es klingt so wie die limits
    es sind die falschen limits

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