Der semikolossale Alleskönner

Dieser neue DJ-Controller hat nicht nur verführerische LEDs in strahlendem Orange, sondern ist vor allem ein solides Allzwecktool für Traktor-Nutzer. Clevere Features und einige Überraschungen inklusive.

von Sascha Kösch aus De:Bug 162

Numark neigt gelegentlich dazu, so fette Controller für DJs zu bauen, dass man das Gefühl hat, einen neuen Kleinwagen zu besitzen. Dieses Problem hat der 4Trak (schon vom Namen her eine direkte Konkurrenz zu NIs S4) nicht, bringt aber mit über sieben Kilogramm ganz schön was auf die Waage. Das hat er vor allem seinem Finish in gebürstetem Aluminium zu verdanken, der auch sonst sehr robusten Bauweise und dem Add-On mit der Effektsektion. Wer auf der Suche nach einem 4-Spur-Mischpult ist, an das sich zwei Plattenspieler, zwei Mikrophone oder wahlweise auch vier Line-Quellen anschließen lassen, oder einfach für Traktor (das wird hier in der Pro 2-Version natürlich mitgeliefert) vier Decks braucht, der wird früher oder später auf den Numark 4Trak stoßen. Das Set-Up ist denkbar einfach: Treiber installieren, Set-Up-Wizard an, passendes Layout auswählen, und man kann loslegen. Die amtliche Verarbeitung zeigt sich in gut ausgewägten Fadern – schwergängig beim Pitch, leicht bei den einzelnen Kanälen -, guten griffigen Knöpfen, weitestgehend orange Hintergrundbeleuchtung für fast alle Funktionen. Eine Besonderheit im Interface des Controllers, die sofort auffällt, ist die “Strip Search”, die Numark bereits mit dem NS7 eingeführt hat, und mit der man schnell mit einer Fingerbewegung an jede Stelle des Tracks kommt. Auch hier wurde an orangen LEDs nicht gespart. Die am Ende des Mixers aufgesetzte, leicht angehobene, “FX Kommand Console” stärkt den Live-Charakter des 4Track mit seinen luftig verstreuten Effekt-Reglern, in der Mitte über jedem Kanal finden sich die Pendants für die Filter. Sehr komfortabel ist auch der Filebrowser implementiert, mit dezidierten Knöpfen für die Ordner, Files und Favorites, die obendrein auch einen eigenen Vorhör-Button haben. Und zumindest originell ist der für jedes Deck eigene Drehregler für die Tonhöhe des Tracks. Hinzu kommt noch eine ausführliche Loop-Sektion mit Beatjump-Button, Buttons um die Länge der Loops zu verdoppeln oder um die Hälfte zu verkürzen, Effektzuordungs-Tasten über jedem Kanal: alles oder sogar mehr, was man von einem Traktor-Interface gewoht ist. Das Setzen und Löschen von Cue-Punkten ist entsprechend intuitiv, die LED-Peak-Anzeigen sehr präzise. Die Jog-Wheels laufen satt, nur manchmal greift man daneben und kommt an die Scratch-Oberfläche statt zum leichten Tempo-Nudge. Damit das nicht schief geht, kann man diese Oberfläche auch (noch ein Knopf!) ausschalten. Wer bei so vielen Knöpfen denkt, das würde alles irgendwie unübersichtlich, kann beruhigt sein: wer Traktor kennt, findet sich hier wirklich im Schlaf zurecht und stößt dabei immer wieder auf neue kleine Überraschungen wie z.B. die zwei dezidierten Grid-Marker-Knöpfe.

Und die Konnektivität? XLR für den Hauptausgang, zusätzliche Master- und Booth-Ausgänge (die Drehregler hatten wir eben, ebenso wie den dezidierten Record-Knopf, vergessen), umschaltbare Eingänge für jeden Kanal (2 Line/Mic, 2 Line/Phono) mit Klinken für die Mikrofone, Erdung und … Ende. Vorne lassen sich die Kanäle auf die bevorzugte Position des Crossfaders legen, Fader-Start und Crossfader-Verhalten einstellen. Die Kopfhörer-Sektion kommt mit Bonusplug für kleine Klinke, was aber nicht darüber hinwegtäuschen sollte, dass der Kopfhörerausgang des 4Trak zu einem der lautesten gehört, die uns in der letzten Zeit begegnet sind. Die 24-Bit-Soundkarte lässt am Klang des 4Trak nichts zu wünschen übrig, und in der Liga von Traktor-Controllern/Mixern knapp unter 1000 Euro (die dringend benötigte Rucksack-Tasche mal nicht mitgerechnet) spielt der 4Trak ganz oben mit.

Preis: 978 Euro

Numark

2 Responses

  1. Eric

    Numark hat die Nase wirklich in Sachen Ideen und Konzept die Nase weit vorn. Super Verabeitung des Gerätes. Vernünftige Platter/Wheels zum Scatchen und pitchen. Und dann noch nen solider Livemischer integriert. Ich kann immer nur mit dem Kopf schütteln wenn ich die Leute mit ihre NS4 sehe. Nach meine Geschmack hat native da echt versagt. Mini Teller weit hinten und auch sonst nicht wirklich sexy. Ich arbeite jetzt schon sehr lange mit Traktor, und mag es im großen und ganzen auch. Finde nur schade das bei jedem großen Updates immer wieder BUGs eingebaut wurden, die man früher schon gemeinsam behoben hat. Bei 2.5 bin ich leider auch wieder fündig geworden. Habe mit der NI Hotline gesprochen, und das erste mal der anderen Seite den Hörer gerne um die Ohren gehauen für Ignoranz und Sturheit:
    Also zu Erklärung: Ich nutze derzeit Pioneer Ergo / 2 iPads (Traktor/ Ableton live) 2 turntables.
    Und seit der 2er Version Finde ich es daneben das man im Sync Mode die Tempo Fader nicht mehr anfassen kann. ZUdem kam dazu das es vorkam das Plattensignal irgendwie nicht mehr richtig funktionierte, und man kein Master Tempo umschalten konnte etc und der TRack sich bei so einem Gau vor 3000 Gästen nicht mehr retten lies. Daher war meine bitte trotz Sync Modus die fader anfassest zu lassen, das sie wenigsten bei berührung aus dem Sync Modus springen. Darauf hin der Neue bei NI: dann haben sie das Konzept nicht verstanden! Auserdem geht man ja davon aus das man ein vernunftiges set hat. Da war klar der Mann war noch nie in clubs mit vinyls unterwegs :-))) dann meinte er noch: wenn sie dies und as clicken konnen sie die Fader wieder anfassen. Ich: Nee ist klar, man hat ja auch zeit bei einem Gau 5 clicks quer uber den Bildschirm zu machen. Er: Ihre zeit ist jetzt um! ja vielen dank das ich jährlich euch ca 10 neue Kunden verschaffe und euch die BUGS immer melde die ihr fabriziert!

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