MP3s mischen mit Numark

Dieser Controller richtet sich an User, die z.B. Traktor oder Cue verwenden, eine externe Soundkarte und einfach keine Lust haben, alle Faderbewegungen per Maus oder Trackpad am Rechner vorzunehmen. Damit ist die Total Control deutlich billiger als vergleichbare Produkte anderer Hersteller, die bereits eine Soundkarte mit an Bord haben, gleichzeitig ist man aber auch wirklich auf externes Equipment angewiesen, um die Total Control sinnvoll nutzen zu können. Während ich denke, dass es immer Sinn macht, so viele Komponenten wie möglich in einem Gerät unterzubringen und somit so wenig Gepäck wie möglich mit dabei zu haben, gibt es mit Sicherheit SetUps, in denen sich der Numark-Controller perfekt einfügt.

von Thaddeus Herrmann aus De:Bug 123

Verarbeitung/Layout
Obwohl komplett aus Kunststoff, macht die Total Control einen guten Eindruck. Die Fader sind leichtgängig, Knöpfe und Buttons haben genau den richtigen Widerstand, die beiden Jog Wheels eine angemessene Größe. Das Layout entspricht einem Zweikanal-Mixer und bietet auf jeder Seite: Gain, Höhen, Mitten, Bass (alle drei mit integrierter Kill-Funktion), Load-Buttons für Filebrowser, Pitch-Fader, Kanal-Fader, Jog Wheels mit Cue-, Pause- und Stutter-Knöpfen, PFL, Keylock und Sync. Weiterhin gibt es auf beiden Seite eine Effekt- und Sample-Sektion (je zwei Taster und zwei Knöpfe), die alle grundlegenden Funktionen abdecken und Bedienelemente für Loops. Ganz mittig findet sich noch der Master-Kanal, der neben Ausgangs-Gain auch die Kopfhörer-Lautstärke und den Mix zwischen Cue-Signal und Master regelt. Mittig thront der Track-Button, der einem bei der Navigation durch die Filebrowser behilflich ist. Ist ein Track gefunden, wird einfach gedrückt und das Stück lädt in das entsprechende Deck.

Anschalten
Ausgeliefert wird die Total Control mit der aktuellen Version von Numarks CUE-LE-Software, die wir in diesem Layout auch schon von Numarks Virtual-Vinyl-System kennen, und NIs Traktor LE. Basis all unserer Tests in dieser Ausgabe ist Traktor Scratch sowie die Vollversion von Traktor, so dass wir die LE-Version hier nicht installieren mussten. Offenbar ein Fehler, doch dazu gleich mehr. Mit CUE LE funktioniert auf unserem MacBook Pro sofort alles. USB-Kabel rein, Software starten und rocken. Auch wenn ich kein großer Fan des Designs dieser Software bin und es nach wie vor ein paar Grafik-Bugs gibt (lädt ein neuer Track, bleiben diverse Anzeigen einfach stehen), läuft hier alles rund und verlässlich. Die Fader machen brav Flip Flop, die EQs reagieren. Einzig die Handhabung der Jog Wheels muss man sich ein bisschen antrainieren, das lag aber eher am Einfühlungsvermögen des Autors. Dem ist das DJing ohne Schallplatten, zumindest Kontroll-Vinyl, nach wie vor mehr als unheimlich, man kommt aber mit der Total Control schnell zu Ergebnissen. Praktisches Feature: Dem Gerät liegt eine austauschbare Folie bei, auf der die grundsätzlichen Funktionen von CUE oder eben Traktor sofort den Knöpfen zugeordnet werden. Also die Traktor-Folie aufgelegt und die Software gestartet. Hier wurde es ein bisschen fummeliger. Reagiert hat die Total Control auf Traktor erst, nachdem das TKS-File auch wirklich geladen wurde. Und zwar mehrmals. Signalisiert der Controller unter CUE volle Betriebsbereitschaft durch zahlreiche leuchtende Buttons, sieht das bei Traktor ganz anders aus. Die Integration ist also reichlich hakelig. In den Benutzer-Foren kann man dazu lesen, dass dieses Problem bei der LE-Version von Traktor nicht auftritt und alles vorbildlich funktioniert. Warum dies bei der teuren Kauf-Version nicht der Fall ist, leuchtet mir nicht ein, interessiert mich aber auch nicht. Egal ob Numark oder NI – hier muss dringend nachgebessert werden. Nach ein wenig Fummelei funktionierte aber auch hier dann alles. Ebenso reibungslos wie in Cue, nur eben mit deutlich weniger Blinklicht.

Fazit
Für 250 Euro bekommt man mit Numarks Total Control einen Controller, an dem man lange Freude haben wird und der alle Basics gut im Griff hat. Die etwas unklare Zusammenarbeit mit Traktor ist irritierend und vielleicht sollte man sich hier besser auf die Cue-Software verlassen. Vom Handling her gibt es bei diesem Controller nichts zu beanstanden. Somit ist die Total Control eine kostengünstige All-In-One-Lösung.

Numark

Straßenpreis: ca. 250 Euro

Lieferumfang: Controller, USB-Kabel, Netzteil, austauschbare Auflage-Folien, Traktor-LE- und Cue-LE-Software

Systemvoraussetzungen: P4-Rechner, 2GHz, USB-Port. Mac: OS X 10.4.7, 2GHz, nur Intel-Macs!

8 Responses

  1. Chris

    Danke für den Bericht…
    Ist scheinbar kein schlechtes teil, kann man dazu doe extern nurmark dj i/o empfehlen?
    Wie eingeschränkt sind die Softwares? also die Le Versionen?

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  2. United20

    Die Numark Total Control ist soweit ein sehr guter MIDI-Controller für wenig Geld. Doch leider ist die Installation in manchen Fällen recht kompliziert und nervenaufreibend.

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  3. Manfred Gassler

    wie kann man die wheels zum leuchten bringen?weil meine leuchten nicht

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  4. Manfred Gassler

    wie kann man die wheels zum leuchten bringen?meine leuchten nicht!!

    Reply
  5. betaRocker

    @töbs: ein Klick weiter ist die Herstellerseite. Dort steht:

    MINDESTSYSTEMANFORDRUNGEN

    Mac: OS X 10.5, Intel Core Duo 1.66 GHz
    PC: Windows XP (SP3, 32-Bit), Vista (SP1, 32/64-Bit) oder 7 (32/64-Bit); Pentium IV oder Athlon 1.4 GHz (SSE1)
    1 GB RAM
    100 MB freie Festplattenkapazität
    DVD Laufwerk
    USB Port

    also, ja.

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