Elektrons Performancesampler und potentieller Laptop-Killer Octatrack ist nun seit Juli aus der Public Beta raus und mit der 1 vor dem Komma unterwegs. Was sich seit unserem Preview aus dem April noch getan hat wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten, wer auf den Geschmack gekommen ist, sollte sich das Preview nochmal ansehen.

von Benjamin Weiss aus De:Bug 156

Bugfixes und Änderungen
Viele kleinere Änderungen hat es gegeben, aber auch jede Menge Bugfixes: die MIDI-Clock läuft jetzt auch mit langen gestretchten Samples tight und verliert den Sync nicht, egal ob im Slave- oder Master-Betrieb, der Timestretching-Algorithmus wurde klanglich nochmal verbessert, viele andere Verbesserungen gibt es auch in der Menüstruktur und auch die gelegentlichen Probleme mit Audiofiles (nicht oder falsch erkannt) und der CF-Karte im Zusammenspiel mit dem Rechner wurden, soweit ich feststellen konnte, komplett beseitigt.

MIDI Sequenzer
Der MIDI-Sequenzer fehlte noch komplett, jetzt ist er da: acht Tracks mit bis zu 64 Steps um externes MIDI-Equipment zu steuern stehen bereit. Jeder der acht Tracks kann Akkorde mit bis zu vier Noten auslösen. Zusätzlich zu Notenlänge, Pitchbend, Velocity und Aftertouch lassen sich zehn weitere frei belegbare CCs nutzen. Zur Modulation der CCs stehen drei LFOs bereit, insgesamt können acht User-LFOs für die MIDI-Tracks erstellt werden. Die MIDI-Tracks können unterschiedliche MIDI-Kanäle ansteuern und auch mit externem MIDI-Equipment aufgenommen werden: das geht wahlweise im Livebetrieb oder aber stepweise.
Zusätzlich hat jeder MIDI Track seinen eigenen Arpeggiator mit 16 Step Sequenzer, der das freie Erstellen von Arpeggios erlaubt. Die Arpeggios lassen sich stepweise verschieben, und können auch mit einströmenden MIDI-Daten gemischt werden.

Fazit
Mit Version 1.0 ist das Octatrack, das ausdrücklich als Public Beta (andere Hersteller nennen sowas dann 1.0) an den Start ging, erwachsen geworden: komplette MIDI-Unterstützung und die Aufräumarbeiten in der Samplersektion mit einigen Verbesserungen und Bugfixes machen es jetzt endgültig zur Konkurrenz für die diversen Laptop/Controller-Kombinationen, im Vergleich mit sämtlichen Samplern und Grooveboxen aus der Hardwarewelt ist es sowieso überlegen, alleine was die fast unbegrenzte Samplekapazität angeht. Das Bedienkonzept und die Begrifflichkeiten sind, für Elektron typisch, teilweise ein wenig eigen und so muss man sich durchaus eine gewisse Zeit mit allen Funktionen und den Speicherhierarchien auseinandersetzen, bevor man so richtig intuitiv zulangen kann. Dann wird man aber mit einem Instrument belohnt, das extrem vielseitig einzusetzen ist, sei es als Livesampler, DJ-Mixer, Effektbox, Drummachine, MIDI-Sequenzer oder eine beliebige Kombination daraus. Der Preis ist fair, wenn man sich anschaut, wie viel Entwicklungszeit in das Octatrack geflossen ist und wie gut das Bedienkonzept, die Haptik und die Bauqualität inzwischen ineinandergreifen. Bis zum 23. Dezember gibt es das Octatrack (wie die Monomachine und die Machinedrum UW) übrigens 15% günstiger, also für 1054 Euro statt 1240.

Preis: 1240 Euro (1054 bis zum 23. Dezember)

Elektron

2 Responses

  1. Manfred Willms

    Ich habe eine nettes Video dazu gemacht…
    Der Elektron-Maniac PROJECT DATALINE mit einer genialen Live-Performance:

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