Postdubstepwobbelsau

Der Dubstep-lastige Trailer zum neuen PlugIn von Sugar Bytes mag den einen oder anderen Dubstep-Verächter abgeschreckt haben, aber der Cyclop kann weitaus mehr als die altbekannten LFO-Wobbelbässe und eröffnet ein Universum an Modulationsmöglichkeiten, die gleichermaßen überfordert und begeistert. Aus dem Bassbin berichtet Benjamin Weiss.

von Benjamin Weiss aus DE:BUG 166

Die Oberfläche von Cyclop ist dicht bevölkert mit allen möglichen Bedienelementen, Modulen und Knöpfen, die aber auf den zweiten Blick dann doch ziemlich gut strukturiert sind: In der Mitte befindet sich der zentrale Screen mit den Modulatoren, ihren Zuweisungen, dem Effekt-Sequenzer, MIDI-Settings und Knob-Recordings. Mit den vier ringsherum angeordneten Knöpfen wird die Modulationswelle losgetreten, angesteuert und aufgenommen, sie sind für den direkten Eingriff ins Klanggeschehen gedacht. Links der Wobble Knob, der den Wobble Generator steuert (eine Art beatsynchroner LFO auf Speed), darunter der zugehörige Amount-Regler, auf der rechten Seite der große FX Knob, der den FX-Sequenzer mit acht Effekten (unter anderem den aus Effectrix bekannten Pitch Looper) steuert und der kleinere Sound Knob. Der untere Bereich ist der Synthese gewidmet: Zwei Synthesizermodule können auf sechs verschiedene Syntheseformen zugreifen, zwei Filtermodule mit je zehn Filtertypen formen das entstehende Signal, das schließlich im mittigen Routing-Modul in Reihe oder parallel verschaltet und verzerrt werden kann. Das ist aber nur ein äußerst grober Überblick über die einzelnen klangformenden Elemente, die sich auf vielfache Weise gegenseitig beeinflussen können. Zum Beispiel der FX Knob: Der kann einerseits den FX Sequenzer steuern, aber auch von ihm gesteuert werden, lässt sich manuell bedienen, kann aber auch die Clock des Sequenzers empfangen oder aber über den Recorder gespielt werden.

Bedienung, Performance & Sound
Cyclop ist für Sugar-Bytes-Verhältnisse ziemlich prozessorhungrig, was aber auch nicht wirklich überrascht bei der ganzen Modulations- und Patch-Vielfalt. Mit einem halbwegs aktuellen Rechner sollte man aber schon ein paar Instanzen nutzen können. Die Lernkurve ist relativ steil, denn leicht zu durchschauen ist der Modulationswald des Cyclop nicht und auch die modulare Gesamtstruktur muss sich erstmal einprägen, wofür ein Parallelhirn nicht schaden könnte. Dafür wird man auf dem Weg zum gewünschten Ziel aber immer wieder mit netten klangtechnischen Zufallsfunden überrascht und stößt auf Sounds, die eigentlich viel interessanter sind als die gesuchten. Als Gimmick kann man zwischendurch im Zentral-Screen zur Entspannung auch ein kleines Game spielen, bei dem man im Space-Invaders-Stil feindliche Bots abschießen muss, woraus sich wiederum neue Melodien ergeben. Der Sound ist sehr vielfältig und die reichhaltige und vielseitige Auswahl von 800 Presets von Artists wie Mouse On Mars, SiriusMo, Modeselektor illustriert das perfekt. Das interessanteste, innovativste und vielseitigste Synthesizer PlugIn seit langem.

Preis: 119 Euro

Sugar Bytes

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