Die Live-Remote fürs iPad geht in die nächste Runde

In der Entwicklung neuer App-Versionen gibt es zwei grundlegende Ansätze: entweder auf der alten Codebasis aufbauen, oder alles komplett neu programmieren. Das Aufbauen auf dem alten Code geht zwar in den meisten Fällen schneller, aber es sammeln sich über die Jahre auch unschöne alte Bugs und Workarounds an, die sich irgendwann nicht mehr beheben lassen, weil sonst der Rest des Programms in sich zusammenfällt. Der andere Ansatz ist gründlicher, aber wesentlich arbeitsaufwendiger: jedes Mal komplett neu anfangen. Genau das haben touchAble mit Touchable 2.0 getan.

von Benjamin Weiss aus De:Bug 177

Alt plus neu
Touchable bietet auch in der Version 2.0 eine komplette Fernsteuerung für Live, die wesentlich weiter geht als eine schlichte Clip-Schleuder mit Mixer; wurde jedoch Feature-seitig ordentlich aufgestockt. Damit man dennoch nicht die Übersicht verliert sind auf dem iPad-Display viele Funktionen ein- und ausklappbar, so dass immer nur das zu sehen ist, was gerade gebraucht wird. Daran muss man sich zwar zunächst gewöhnen, im alltäglichen Gebrauch wird aber schnell klar, dass das eine große Erleichterung ist. Neu ist in der Version 2.0, dass so gut wie alle frischen Features der aktuellen Ableton-Version integriert sind. Angefangen beim Browser mit Drag-&-Drop-Unterstützung, einem Pattern-Sequenzer mit Fold und Drum-Pads, klassischem Keyboard oder isomorpher Variante für den Push-Controller, Session Record bis zu Automation Arm.
Gerade im Sequenzer wird der Einfluss von Push deutlich: Auf einem Touchstrip lässt sich schnell zwischen den Oktaven wechseln, kleine blaue Punkte zeigen an, auf welcher Oktave schon Noten sind, daneben kann ein Pitchbend-Wheel, Note Repeat und der Velocity-Bereich der gespielten Noten eingeblendet werden. Dazu kommen, ebenfalls wie bei Push, 25 verschiedene Skalen und das Fixed/In Key-Feature, bei dem nur die Töne der jeweiligen Skalen auf dem Keyboard liegen beziehungsweise spielbar sind.
Da ein großer Teil der Live-9-Features selbst programmiert wurde, lassen sie sich praktischerweise auch mit Live 8 nutzen: Ausnahmen sind nur der Browser, Session Record und die Automation. Alle Sequenzer-Features funktionieren auch in 8.

Alles auch modular
Zusätzlich zu all den oben genannten Möglichkeiten lassen sich aber auch eigene Templates erstellen, was ähnlich funktioniert wie bei touchAbles DJ App d:b. Dazu kann man sich aus einer Reihe frei skalierbarer UI-Elemente wie Fader, Knobs, Buttons, X/Y-Pads und Labels bedienen, die Parameter aller fernsteuerbaren Bereiche aus Live steuern können, quasi Macros auf Programmebene.
Einen externen Editor gibt es dafür zwar nicht, aber der ist auch gar nicht nötig, denn das Setup lässt sich bequem auf dem iPad einrichten und abspeichern. Ziemlich praktisch nicht nur für ein Master-Rig für den Live-Gig, auch zum auf die eigenen Bedürfnisse ausgerichteten Spielen von Instrumenten oder Effekten sehr ergiebig. Überhaupt lädt die neue Version dazu ein, einfach nur übers iPad Tracks zu basteln, denn es kommt äußerst selten zu der Situation, dass ein Feature nur direkt über den Rechner erreichbar ist, mal abgesehen vom Audio-Editing.

MIDI Remote
Eine Reihe von Parametern und Funktionen können auch über externe MIDI-Controller ferngesteuert werden, wofür gibt es eine Liste mit den verfügbaren Parametern mit MIDI-Learn gibt. Dazu gehören neben den Parametern der Devices auch Funktionen wie die verschiedenen Ansichten sowie globales Start/Stop, der Mixer und Scene Launches sind noch nicht dabei, sollen aber bald folgen.

Mit touchAble 2.0 ist die Live-Remote endgültig zur beinahe allumfassenden Oberfläche geworden und stellt nicht nur die App-Konkurrenz weitestgehend in den Schatten (auch das ebenfalls sehr umfangreiche Lemur-Patch LiveControl 2), sondern lässt auch den einen oder anderen Hardware-Controller reichlich altbacken aussehen. Die hier getestete späte Beta lief dabei sehr stabil und reagierte direkt und ohne Verzögerung auf alle Eingaben.
Touchable 2.0 ist ab dem 21. November im AppStore zu haben, für User der Vorversion ist das Update kostenlos.

Preis: 21,99 Euro

AppStore-Link

touchAble

One Response

  1. touchdumm

    umständlich
    zusammen gehörige bedienschritte wie aufnahme ,patttern spur auswahl und spielen nur über menü wechsel möglich
    mann sieht dann das andere jeweis nicht und es kostet zeit
    daher noch umständlicher als live selber.vor allen durch die launch rec clip scheise

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