Ableton zum Anfassen auf dem iPad: so komfortabel wie nie

Das iPad wird immer populärer als Remote-Controller für Ableton Live: nach der TouchOSC-Lösung LiveControl haben wir uns nun touchAble vorgenommen.

von Benjamin Weiss aka Nerk aus De:Bug 146

Ganz im Gegensatz zum minimalistischen Griid (Test demnächst auch hier und in der kommenden De:Bug) verfolgt touchAble einen möglichst allumfassenden Ansatz: Hier lässt sich fast alles, was man auf der Bühne nutzen könnte, steuern. Um der Vielfalt der Einstellmöglichkeiten Herr zu werden, ohne dass dauernd die entsprechende Page gewechselt werden muss, haben sich die Leute von touchAble etwas einfallen lassen: Die einzelnen Bereiche – Clips, Mixer, Devices, Keys und Pads – können jeweils den ganzen Bildschirm oder aber nur die obere oder untere Hälfte füllen. So kann man zum Beispiel gleichzeitig die Clips steuern, während man Effekte editiert, mit dem Mixer arbeitet oder mit dem Keyboard eine Bassline einspielt. Die Aufteilung lässt sich im laufenden Betrieb wechseln und man gewöhnt sich extrem schnell daran.

Clip Grid
Der Clip Grid bietet die Übersicht über 8×15 Clips (Fullscreen) oder 8×7 (Halfscreen). Die Clips werden in den Originalfarben von Live dargestellt, spielende Clips bekommen einen weißen Balken, der sich von links nach rechts vergrößert und dadurch den Abspielfortschritt zeigt. Auf der rechten Seite gibt es eine Spalte für Scenes, ganz unten lassen sich einzelne Clips oder alle zusammen stoppen. Unter jedem Track befindet sich ein kleiner Button für Solo und Arm, navigiert wird mit vertikalem und horizontalem Wischen.

Mixer
Der Mixer bietet den direkten Zugriff auf Mute, Lautstärke (wobei der Pegel praktischerweise gleichzeitig auch angezeigt wird, wenn es zerrt, auch in rot), die Sends A-D, Panning und Toggles. Die umfassen neben Arm und Solo auch Reset-Tasten für die Sends, das Panning und die Lautstärke, außerdem lässt sich die Monitorquelle einstellen. Im Fullscreen-Modus kann man sich Channelstrips für acht Kanäle zusammenstellen: zum Beispiel zwei verschiedene Sends, die sich gleichzeitig bedienen lassen, bei Bedarf können aber auch 16 Kanäle gleichzeitig mit einem Parameter dargestellt werden. Als Voreinstellung kann man den maximalen Lautstärkewert auf 0 dB festsetzen, um Verzerrungen im Eifer des Gefechts zu verhindern.

Devices
Die Devices-Sektion ist eines der Highlights von touchAble und bietet Zugriff auf die Parameter von Live-Devices und VST- und AU-Plugins. Per Touch wählt man das Device aus und kann dann entweder acht oder 32 Parameter gleichzeitig editieren, die als virtuelle Schieberegler dargestellt sind. Für Lives EQ 8 gibt es auch eine grafische Bedienoberfläche. Im Fullscreen-Modus lassen sich zwei Devices gleichzeitig editieren, so stehen bis zu 64 Parameter bereit, die sich direkt manipulieren lassen.

Keys & Pads
Die Keys Page bietet ein Keyboard über 17 (Halfscreen) bzw. 34 (Fullscreen) Noten. Die Oktave lässt sich über einen Streifen oberhalb des Keyboards bestimmen, dazu kann man die Velocity in fünf verschiedenen Stufen einstellen: Je höher man auf der Taste spielt, desto mehr Velocity wird ausgegeben. Ähnliches gilt für die 16 Pads, die nach dem Vorbild der MPC angeordnet sind.

Clip Control
Auch über die Clips hat man volle Kontrolle: Pitch, Detune, Loop, Länge und die Position können bestimmt werden.

Transport Control
Die Transport Controls bieten den Zugriff auf die Transportfunktionen Play/Stop, MIDI Overdub, Cue Level, Metronom, Nudge, MIDI Record Quantisierung und Launch Quantisierung.

Fazit
touchAble hat das Zeug dazu, vielleicht die beste Live-Remote für das iPad zu werden, die komfortableste ist es jetzt schon. Das Konzept des modular zusammenstellbaren Displays macht Sinn und den Zugriff auf gewünschte Parameter hat man spätestens nach ein bis zwei Touches. Die grafische Darstellung könnte ein bisschen stringenter und, nun ja, hübscher sein, was den Machern von touchAble aber bewusst ist: Weitere Skins sind angekündigt, die nächste soll deutlich minimalistischer und kontrastreicher sein. Momentan erlaubt touchAble zwei iPads den Zugriff auf einen Rechner, demnächst sollen aber bis zu vier werden. Alles in allem toppt touchAble die bisher vollständigste Live-Remote LiveControl noch mal mit mehr Feedback und schnellerem Zugriff, vielleicht hat ja auch noch ein Stepsequenzer in einer der nächsten Versionen Platz. So oder so definitiv eine Empfehlung für alle iPad-Besitzer, die mit dem Gedanken spielen sich einen Controller für Live zuzulegen, denn obwohl touchAble natürlich kein haptisches Feedback liefern kann, ist es physikalischen Controllern in vielen Bereichen überlegen. Lohnt sich, auch im Studio!

Preis: 13,99 Euro

AppStore-Link

touchAble

18 Responses

  1. Timo

    Wie oft wollt ihr das denn noch posten?

    Ableton-ipad-ipad-Abletion-ipad-Abelton-Ableton-ipad-Ableton-ipad-ipad-Abletion-ipad-Abelton-Ableton-ipad….

    Es gibt auch eine Welt hinterm Tellerrand…

  2. donfuan

    das musst du verstehen Timo, jetzt hat man sich schon so’n ding für 500 ocken geholt, jetzt muss es auch gewürdigt werden. ist ja nicht nur hier so, aber createdigitalmusic.com hat ja inzwischen wegen der vielen genervten kommentare zu seiner apple-gepräögten berichterstattung ne umfrage über benutzte betriebssysteme gestartet und schreibt jetzt plötzlich viel mehr über windows- und linuxtools 😉 diese erkenntnis wird sich bei debug aber leider nie durchsetzen.

  3. Miles

    Die Teile sind halt Hipp und man muss halt immer auf der Hipp-Welle mitschwimmen. Ist doch überall so. Klamotten,Partys, Musikgeschmack,Apple Schnick Schnack. Sei Hipp und alle Lieben dich!

  4. Im Test: touchAble | iPad Test

    […] Im Test: touchAble Das iPad wird immer populärer als Remote-Controller für Ableton Live : nach der TouchOSC -Lösung LiveControl haben wir uns nun touchAble vorgenommen. Ganz im Gegensatz zum minimalistischen Griid (Test demnächst auch hier und in der kommenden De:Bug) verfolgt touchAble einen möglichst allumfassenden Ansatz: Hier lässt sich fast alles, was man auf der Bühne nutzen könnte, steuern. Read more on de:bug home style […]

  5. Stefan

    So ein Schmarrn. Was hat das mit “Hipp-Welle” zu tun? Grade hier hätte ich so einen Kommentar nicht erwartet. Im Musikbereich wurde und wird Apple Hardware aufgrund des stabileren Betriebssystems und weiteren Vorzügen schon lange bevorzugt. Und da das iPad der einzige brauchbare Tablet Computer am Markt mit Touch Oberfläche ist und eine gute, preiswerte Alternative zum Lemur, halte ich solche Nachrichten für absolut gerechtfertigt.

  6. TableTop

    Das Apple noch das stabilere Betriebssystem hat würde ich bezweifeln.
    Letztlich entscheiden die Komponenten und deren Treiber über die Stabilität eines Systems. Ganz zu schweigen von Preis/ Leistungsverhältnis.
    Aber Aussagen wie “Man gewöhnt sich extrem schnell an die Bedienoberfläche” sind schon sehr hyper hyper.
    Die Kiste ist nur ein überteuerter Controller, mit dem man zwischen seinen Auftritten Zeitung lesen kann. Keine gebräuchlichen Anschlüsse, keine DAW, keine individuellen Oberflächen. Lemur ist sein Geld definitiv wert.
    Wer sich einen günstigen allgemeintauglichen Midi Controller kauft und ihn selber konfiguriert hat nicht nur länger was davon und spart geld, sondern lernt auch noch was dabei.

  7. monroeville

    So ein Schmarrn. Was hat das mit “Hipp-Welle” zu tun? …etc.
    Ich verstehe nicht die ganzen hirnlosen Komentare…Tellerrand, Hipwelle…etc…
    Ist doch nur eine wirkliche bereicherung Musik zu machen und ob das euch passt oder nicht…es kommt immer etwas technisch neues und das ist auch gut so.

    Welch eingeschränkte Kreativität müssen Musiker mit solch einer beschrenkten Vorstellungskraft vollbringen die an jeder Ecke vor Panik an den Podis drehen?

    Bleibt einfach offen für alles und vor allem neues!

  8. touchAble

    […] De:Bug Musiktechnik » Im Test: touchAble. Social tagging: Ableton > IPad > iphone > Live > mobile > Multimedia > Protocols > remote > software […]

  9. LOPAZZ

    verstehe die aufregung nicht – ipad und touchable sind lemur um längen voraus – ich habe beide geräte und wenn ich schon an gewicht, netzteil und das touchscreen problem beim lemur denke kann ich mich nur bei apple bedanken für das ipad…es ist leichter, kleiner, läuft mit akku und hat diverse andere optionen die einem das reisen und musizieren spassiger machen – der preisunterschied zu lemur ist kräftig…touch-able ist jeden bericht wert da es ein tolles programm ist für geringes geld…! der apple hype nervt allerdings gewaltig – ist einfach ein riesenunternehmen mit fragwürdigen geschäftstaktiken…