Der Integrations-Mixer

Neuland für Native Instruments: Traktor Kontrol Z2 ist ein Hybrid, der als klassischer Zweikanal-Mixer – ganz ohne Rechner – mit gutem Klang und als Controller mit dem neuen Traktor Pro 2.6 durch sinnige Funktionalität beeindruckt. Sascha Kösch hat den Z2 für uns ans geschulte DJ-Ohr gelegt.

von Sascha Kösch aus De:Bug 168


Mit dem Kontrol Z2 wagt Native Instruments den Einstieg in die Welt der klassischen DJ-Mixer. Zwar konnte man schon mit dem Vorgängermodell S4 Plattenspieler oder andere externe Soundquellen integrieren, aber eben nur durch den Rechner geschleift. Mit dem Z2 kann man dagegen wahlweise auch mal ganz auf den Rechner verzichten und nur Phono- bzw. Line-Eingänge (ja ja, CDJs) nutzen. Und so, als klassischer DJ-Mixer, klingt der Z2 beeindruckend. Auch wenn es sich noch um einen digitalen Mixer handelt, sorgt die Soundkartenkompetenz von Native selbst bei Vinyl für einen sehr ausgewogenen und gleichzeitig klaren Klang. Als typischer Zweikanal-Mixer bietet der Z2 Filter und Mikrofon-Zusatzeingang, allerdings keine Effekte. DJs, die noch nie mit Traktor gemischt haben, muss man eigentlich nur die etwas ungewohnte Position der Kopfhörer-Cue-Buttons und -Regler erklären, damit sie loslegen können.

Ein Grund weniger zur Panik
Um den Z2 als Traktor-DJ zu nutzen, muss man schlichtweg ein USB-Kabel einstöpseln, das wie erwartet bombenfest sitzt – ein im Club nicht ganz unwichtiges Detail. Mit Soundkarten oder Kabelbäumen rumgurken ist jedenfalls nicht mehr: ein Grund weniger zur Panik. Ping Pong zwischen Platte und Traktor oder auch CDJ-Timecode-Spielern und Vinyl-Controllern ist hier einfacher denn je, in der großen Soundkarte Audio 10 muss bei einem derartigen Manöver immer auch in der Software umgeschaltet werden. Als Einschränkungen bleiben, dass sich keine zwei Rechner mit Traktor gleichzeitig anschließen lassen und die neueste Software (2.6) sowie ein Z2-Treiber obligatorisch sind. Eine weitere Besonderheit sitzt hinten bei den Anschlüssen: Über beiden USB-Anschlüsse kann man Festplatten, USB-Sticks oder Controller integrieren, was den Rechner vor Anschlussknappheit bewahrt und den Z2 für die einfache Integration des F1 oder ähnlichem öffnet – mal eben mitgebrachte Tracks droppen oder neue CDJs per USB anschließen (Advanced HID-Integration).

Flux Button
Natürlich ist der Z2 genau auf Traktor 2.6 zugeschnitten, womit Remix-Decks ebenso integriert sind wie die neuen FLUX-Funktionen und Macro-FX – dafür wurden die typischen 3-fach-Effektregler auf Dry/Wet und FX abgespeckt. Somit kann man entweder zwei Einzeleffekte in je zwei Parametern steuern oder eben zwei Macro-FX (also Dreifach-Effekte übereinander). Die Effekte lassen sich via Shift am Rechner auswählen, auf Pre- oder Post-Fader schalten und – nutzt man den Live-Input statt des Direct-Thru für Plattenspieler – auch für Vinyl-Tracks nutzen. Die von den Controllern bekannten bunten Tasten sind entweder zum Einsatz von Cue-Punkten (bis zu acht), Loops (der Übersicht halber leuchten die dann grün statt blau) oder Remix-Decks gedacht, wobei man in der Software auswählen kann, was auf der zweiten Ebene passiert. Hier kommt auch die neue Flux-Funktion zur Geltung, der man eine extra Taste spendiert hat: Gedrückt springt der Track zum gewählten Anfang, lässt man wieder los, geht es an der Stelle weiter, an der man ohne Einsatz des Breaks gewesen wäre, was selbst Cue-Muffeln endlich als übersinnvolle Verbesserung einleuchten sollte.

Snap-Back: Yes!
Loops lassen sich wie gehabt auf Knopfdruck einstellen, durch Drehen verlängern und wie gewohnt springt man mit gedrückter Shift-Taste durch den Track. Den EQs und dem Filter hat man zudem noch eine Zusatzfunktion über die Shift-Taste spendiert: Snap-Back. Yes! Denn ernsthaft, ich verpatze, wenn ich denn die Filter mal nutze, beim schnellen Zurückstellen regelmäßig den Nullpunkt. Bleibt, noch ein paar Details anzumerken: Die Kopfhörer-Ausgangslautstärke ist anders als bei beim S4 und S2 durch und durch Club-tauglich. Die Helligkeit der LEDs lässt sich mit der Software einstellen. Der AUX-Mikrofon-Eingang verfügt nur über einen Tone-Regler statt über vollständige EQs. Und ja, es gibt einen Sync-Button für DJs ohne Taktgefühl.

Jetzt noch Traktor-Ping-Pong
Der Kontrol Z2 ist ein extrem vielseitig einsetzbarer, grandios klingender 2-Kanal-Mischer, der sich allen, die schon mal einen Traktor Controller benutzt haben, bis nahezu ins letzte Detail intuitv erschließt. Das Gerät reduziert Kabelorgien und ist obendrein als MIDI-Contoller nutzbar (wofür auch immer man das brauchen würde). Zum universellen Einsatz fehlt eigentlich nur noch die Möglichkeit, einen zweiten Traktor-DJ mit Rechner anzuhängen, oder vielleicht eine Breakout-Box für alle, die mit etwa Serato oder älteren Traktor-Versionen auflegen.

Preis: 799 Euro

Native Instruments

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