Elektron-Entwickler über das Octatrack

Daniel Troberg ist Entwickler bei der schwedischen Hardwareschmiede Elektron und war maßgeblich an der Entwicklung des Octatrack beteiligt. Schon letztes Jahr hat er den Octatrack-Prototypen auch immer wieder live als Erase ausgetestet, unter anderem bei der letztjährigen Krautok zusammen mit Machinedrum und Monomachine. Wir haben ihm ein paar Fragen zu Elektrons neuem Sampling-Instrument Octatrack gestellt.

von Benjamin Weiss aka Nerk aus De:Bug 151

De:Bug: Wann habt ihr die Idee für das Octatrack gehabt?

Daniel Troberg: Das begann zu der Zeit, als wir die Machinedrum UW (Machinedrum mit Sampleoption) zusammen mit Plattenspielern benutzten, um Audio zu sampeln und in Echtzeit zu bearbeiten. Diese Art zu arbeiten hatte definitiv Potenzial. Da war es nur logisch, dass wir uns darüber Gedanken machten, wie ein Gerät aussehen könnte, das ganz auf Sampling ausgerichtet ist. Nachdem wir eine Menge grober Skizzen gemacht hatten kamen wir dann auf ein Konzept, das sowohl innovativ als auch realistisch erschien: ein dynamischer Performance-Sampler, der fähig ist, Samples in alle Richtungen zu verbiegen und dadurch auch die musikalischen Ideen deutlich weiter zu entwickeln, als zunächst gedacht.

De:Bug: Wie lang hat die Entwicklung des Octatrack gedauert?

Daniel Troberg: Etwa zwei bis drei Jahre für die Grundfunktionen der Hard- und Software. Da wir aber planen, noch eine Menge Software-Updates zu machen, wird da noch einiges an Zeit dazukommen.

De:Bug: Was waren/sind die größten Hürden bei der Entwicklung?

Daniel Troberg: Da wir Hardware machen sind die größten Hindernisse Verzögerungen bei der Lieferung von Komponenten. Wenn man lange Zeit damit verbringt Platinen zu zeichnen, Schaltkreise zu entwickeln und Prototypen zusammenzubasteln und dann das Gefühl hat, man wäre soweit, aber plötzlich hat ein Lieferant Probleme ein Teil zu liefern ist das sehr frustrierend, da dann meistens der komplette Zeitplan für die Entwicklung umgeworfen wird.

De:Bug: Es sieht ein wenig so aus, als ob die Welt der Hardwarehersteller mehr oder weniger den Kampf gegen die Dominanz aus der Kombination Laptop und Controller auf der Bühne aufgegeben hat. Warum ist das so?

Daniel Troberg: Am Ende geht es immer um die Kosten. Hersteller die ein Produkt schnell zu einem günstigen Preis rausbringen wollen, werden sich wahrscheinlich für eine Hardware-/ Software-Kombination entscheiden, die es schon gibt, was in den meisten Fällen der Rechner ist. Wir sind aber immer noch überzeugt davon, dass das Arbeiten mit einem dedizierten Stand Alone-Musikinstrument nicht zu schlagen ist. Ein User Interface bei dem der Fokus nur auf Musikproduktion und daran angepasste Kontrollmöglichkeiten liegt, hat einfach einen ganz anderen Spassfaktor.

De:Bug: Warum habt ihr euch dazu entschlossen, das Octatrack zu verkaufen bevor das OS fertig war?

Daniel Troberg: Wir haben uns dazu entschlossen es mit einem frühen Betriebssystem rauszubringen, weil die Nachfrage einfach enorm hoch war und ist. Die Leute haben uns immer wieder danach gefragt und wir haben uns dann unseren Releaseplan angeschaut und gesagt: ok, da wir ja bereits eine Menge Erfahrungen mit den Systemupdates für unsere anderen Geräte haben, können wir das machen. Außerdem können wir so unseren Kunden die Möglichkeit bieten ihre Meinung in Bezug auf die Grundfunktionalität zu sagen, bevor die 1.0 rauskommt: in einem frühen Stadium lassen sich die Dinge wesentlich einfacher ändern.

De:Bug: Wollt ihr diese Strategie auch bei euren nächsten Geräten verfolgen?

Daniel Troberg: Eine unserer Strategien war immer den bestmöglichen Support und eine hohe Taktzahl bei den Systemupdates zu bieten. Das kombiniert mit einem offenen Ohr dem End-User gegenüber hat dazu beigetragen, das unsere Geräte sich seit ihrem Release stetig entwickelt und verbessert haben. Ich würde das jetzt nicht unbedingt als neue Strategie bezeichnen wollen, aber zu sagen wie unser Ansatz bei den nächsten Geräten aussehen wird, dafür ist es jetzt wirklich noch viel zu früh.

De:Bug: Was ist dein Lieblingstrick mit dem Octatrack?

Daniel Troberg: Im Moment beschäftige ich mich vor allem mit dem LFO Designer. Mit acht selbsterstellten, synchronisierbaren Wellenformen, die drei verschiedene Prameter pro Track gleichzeitig modulieren können kann man aus alten Tracks neue machen, ziemlich inspirierend! Ansonsten finde ich die Kombination aus Machinedrum, Monomachine und Octatrack das Beste, was mir seit langem untergekommen ist!

Erase

Elektron

4 Responses

  1. highsage

    The OctaTrack is the more than a future classic…it is already, in my mind, after a decade of handling every piece of techno lust gear I could get my hands on… a LEGEND. It will be as important for techno as the 303 has been the last 30 years…

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