Obwohl das Update auf 1.5 noch gar nicht so lange her ist, ist Native Instruments Sampler Flaggschiff nun ein weiteres mal upgedatet worden und hat jetzt die 2 vor dem Komma erreicht.
von Benjamin Weiss aka Nerk

Oberfläche & Struktur
Zunächst hat sich einiges getan unter der Haube von Kontakt 2, was man schon beim ersten Laden eines Patches bemerkt. Waren die Ladezeiten bisher doch manchmal gar arg lang, werden die Patches jetzt angenehm zügig geladen, was an der neuen Audio Engine und der Sample Purge Technik (lagert nicht benötigte Samples aus dem RAM aus) liegen dürfte, die jetzt endlich auch Multiprozessoren und Samples bis 192 kHz unterstützt. Darüber hinaus wurde der Browser erweitert und übersichtlicher gestaltet: er ist jetzt in die Bereiche Datei Browser (Übersicht über den ganzen Rechner), Database und Favoriten Browser (für oft bentzte Favorites), Modul Browser (zum Zusammenstellen diverser Module wie Effekte und Filter) und Automationsverwaltung (Midiautomation und Hostautomation) unterteilt.
Zum komfortableren Einstellen von Lautstärken wurde ein Mixer integriert.
Außerdem wurden Bänke eingeführt, mit denen sich bis zu 128 verschiedene Bänke vorladen lassen, die dann aktiviert oder per Program Change gewechselt werden können.

Import
Kontakt war schon immer der Konkurrenz ein kleines Stück voraus wenn es um das Importieren von Fremdformaten geht, aber auch hier gibts Neuigkeiten: so können jetzt auch Samples im GigaStudio Format, Apple Loops und Reason NN XT Patches geladen werden, so daß es kaum noch Libraries geben dürfte, die Kontakt 2 nicht importieren kann, da inzwischen deren 30 unterstützt werden.

Library
Die neue mitgelieferte Library passt mit 15 Gigabyte gerade so auf 2 DVDs. Die erste DVD enthält 7,5 Gigabyte einer den neuen Fähigkeiten von Kontakt (Skript Prozessor) angepassten Version der Vienna Symphonic Library, die momentan zu den besten Orchesterlibraries gehört.
Die zweite DVD bietet einen Mix “natürlicher” Instrumente wie einer 5.1 Kirchenorgel, einem Steinway Piano und diversen anderen Orgeln sowie akustische und elektronische Drums, diverse Synthesizer und einigen Loops von Zero G und Sonic Reality. Eine weitere Sparte sind die KSP Instruments, die die Fähigkeiten des Skript Prozessors intensiv nutzen, wie einen Virtual Drummer, eine automatisch schrammelnde Gitarre, diverse Arpeggiatoren und Harmonizer.

Skript Prozessor
KSP (Kontakt Skript Prozessor) nennt sich eine neue Funktion von Kontakt 2: hiermit lassen sich in einer einfach gehaltenen Programmiersprache Skripts programmieren, mit denen man zum Beispiel bestimmte Spielweisen von echten Instrumenten wie Strumming bei Gitarren oder auch Stepsequenzer und Lauflichtprogrammierung bei Drumcomputern emulieren. Möglich sind damit auch diverse Akkordpresets, automatisches Tuning und komplexe Arpeggiatoren, Begleitautomatiken oder andere Effekte. Zum Erlernen der Programmiersprache gibts ein ausführliches Tutorial, demnächst soll es auch auf der Native Instruments Website eine Kontakt User Library geben, die dem Austausch von Skripten dienen soll. Ein wenig ulkig finde ich aber die Möglichkeit, ein Skript per Passwort zu sperren. Insgesamt ist der Skript Prozessor aber eine wirklich gute Idee um neue Spielweisen und Effekte zu realisieren, man darf gespannt sein, was diverse Bastler aus den Skriptfähigkeiten noch rausholen.

Surround
Auch der Surroundbereich wurde weiter aufgestockt: bis zu 16 Kanäle können jetzt genutzt werden, dazu gibts einen neuen Surround Panner der die Signale unter Nutzung diverser Effekte auf 2-16 Kanäle verteilen kann. Zusätzlich ist jetzt auch die Nutzung von Surround Samples möglich, deren Kanäle gleichzeitig im Sample Editor angezeigt werden. An Surroundformaten stehen über 40 verschiedene bereit, so daß es kein Problem sein dürfte auch exotischere zu finden.

Effekte
Faltungs – Effekte, die mit aufgenommenen Impulsantworten von Geräten oder Orten einem Signal deren akustische Gegebenheiten aufprägen können, haben sich zuletzt ja ziemlich durchgesetzt (z.B. Altiverb, Waves IR oder auch das Wizooverb 2), was man auch bei NI gemerkt und deswegen mal eben in Kontakt integriert hat: ein Faltungsprozessor mit einer ausgewachsenen Library von Implusantworten aus diversen klassischen Hallgeräten, Räumen und Special Effects. Der Faltungseffekt kann als Insert oder Send genutzt werden und bietet auch ein paar Parameter wie IR Size und High- und Lowpass für Early und Late Reflections sowie eine achtstufige Lautstärkehüllkurve zum Anpassen der Impulsantworten. Natürlich ist es auch möglich, eigene Impulsantworten zu benutzen, allerdings kann Kontakt 2 die Impulsantworten (wie zum Beispiel von Altiverb) als Split Stereo nicht verarbeiten.

Filter
Auch neue Filter hat Kontakt 2 zu bieten: einmal den aus dem hauseigenen Pro 53 stammenden Tiefpass Filter und den Ladder Filter aus Reaktor (eine der Erfindungen von Bob Moog), die beide sehr gut klingen und eine echte Bereicherung sind.

Kontakt 2 ist wirklich ein allumfassendes Update und bietet neben den ganzen neuen interessanten Features wie Faltungseffekt, Skriptprozessor, erweiterte Surroundfeatures und Importmöglichkeiten und der großen Library auch eine Menge Verbesserungen wie Multiprozessorunterstützung, Verbesserung der Übersicht und Usability und ein deutlich schnelleres Sampleladen. Mit diesem Update ist Kontakt zumindest im Moment der wohl vielseitigste Softwaresampler auf dem Markt.

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Info & Demodownload:http://www.nativeinstruments.de
Preis: 499,- Euro
Update von Version 1.x: 149,- Euro
Update von Kompakt, Intakt, Kontakt Player: 339,- Euro
Systemvorraussetzungen:
Mac: OS X 10.2.6, G4 800 MHz, 512 MB RAM
PC: Windows XP, Pentium 3 1 GHz, 512 MB RAM

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