Mit Korg Electribe SX und Yamaha SU 700 live losrocken

Beschreibe dein Bühnen-Setup !

Mein Setup ist bereits etwas antiquarisch. Ich benutze einen Sample Loop Player als Hardware Alternative zum Laptop-Ableton Setup. Die Su 700 von Yamaha wurde zwar nie weiterentwickelt, dennoch bietet sie mir nach wie vor gute Improvisationsmöglichkeiten im Live-Einsatz. Als Master benutze ich eine Korg Electribe SX, da man diese mit eigenen Samples bestücken kann. Desweiteren ein Boss Effektgerät, ein Mischpult und einen Kompressor von rnc.
 
Worauf kommt es bei einem perfekten Setup an? Welchen Anspruch hast du an dein eigenes Liveset?

Mir ist vor allem die spontane Eingriffsmöglichkeit wichtig und das Gefühl, dass auf der Bühne etwas entsteht was nur hier und jetzt passiert, das live an live eben. Ich wünsche mir natürlich, dass mein Setup stabil läuft und relativ absturzsicher ist. Leider ist dies nicht immer der Fall, so muss manchmal mit einem Gerät weitergespielt und improvisiert werden, während das andere Daten erneut reinlädt. Aber auch so kommen manchmal reizvolle Sachen zustande. Ein zu perfektes Setup wäre daher wahrscheinlich gar nicht wirklich spannend.
 
Mit welchen Problemen ist man immer wieder konfrontiert?

Ein Problem ist, dass die digitalen Soudfiles die heute hauptsächlich gespielt werden sehr laut gemastert sind, oft kompromisslos limitiert und komprimiert sind. Oft sind die Mischpulte in den Clubs dann auch noch so eingepegelt, dass der DJ im Ende vom roten Bereich den Sound fährt. Mit einem dynamischen Pegel als Liveact erreiche ich aufgrund der Dynamikspitzen zwar optisch letztendlich auch den roten Bereich, aber oft bei weitem nicht das Lautheitsgefühl, was definitiv zur Benachteiligung führt. Ein bischen Headroom täte manchen Clubs doch ganz gut.
Ein weiteres Problem ist, dass man sich als Liveact nicht ganz so spontan auf aktuelle Stimmungen im Club einstellen kann, wie man es manchmal gerne würde. Ich habe an die 15 Titel im Set, als DJ hingegen verfügt man über eine weitaus grösserer Soundauswahl.

Laptop ja oder nein!?

Ja, nein… ich meine jein! Ich beobachte es schon eher kritisch, dass “live” scheinbar immer mehr zu “ableton live” wird und die klassische live p.a. somit mehr und mehr an besonderem Stellenwert verliert. Wenn DJs nun schon mit Laptop auflegen und der Liveact auch damit spielt, verschwimmen für mich die Grenzen zu sehr. Das wirkt auf mich oft zu beliebig, sprich es scheint irgendwann egal zu sein, wer da mit was gerade spielt.
Dennoch gibt es ebenso auch Acts, die binden ihren Laptop sehr gut ins Setup ein, dann hat das natürlich einen anderen Charakter, aber: Laptop + Controller = Live ist für mich eine falsche Gleichung bzw. empfinde ich dies als ähnlich unspannend, wie die Naturwissenschaft die hinter jener Art von Gleichungen steht.

Artikel & Reviews

12 Responses

  1. paul

    Wieso sollten Loops von Hardwareloopschleuder mehr Live sein wie welche von Ableton Live? Das verstehe ich nicht… Und wenn er sich als LiveAct nicht so an die Stimmung des Publikums anpassen kann wie mit Platten, dann wird das ja so Live auch nicht wieder sein oder?
    Sprichwort 15 Titel im Set, manch einer mit Ableton hat Zeugs und Improvisationsmaterial und Software aufgestellt (nicht fertige Tracks) um 4 Stunden Live spielen zu können.

    Also was ich mit dem ganzen sagen will, Laptop und Controller heisst noch gar nichts, was und wieviel da wirklich live abgeht. Finde das ging in diesem auch sehr kurzen Interview ein bisschen unter.
    Das alles sage ich mit grösstem Respekt vor Pauls Schaffen und Meinung. Auch ich finde das Hardware Liveacts meist faszinierender sind zum beobachten, aber auch einen Mehraufwand und Mehrkosten bedeuten, das sich dann aber schlussendlich nicht immer in einem Liveact auszahlt, das dann auch wirklich mehr Live ist, als jenes andere Ableton Liveact…
    Gruss Paul (ebenfalls)

  2. chester

    von mir aus kann jemand auch auf nem kamm blasen, wenn´s gut ist mir das egal, ob digital, anlog, tangerine dream massige aufbauten oder superslimmes ipad, es kommt echt drauf an was du damit machst. soll ja auch schonmal vorgekommen sein das manche in einem synthiemuseumsmässigen studio produziert haben und trotzdem und trotzdem nur grütze rauskam….

  3. trino

    Ob der Liveact jetzt mit Laptop oder Groovebox spielt ist doch wirklich wurscht. Viele Mixen halt in Ableton ihre kompletten Tracks und nennen dass dann Liveact. (Lame) Solang mann noch die Möglichkeit hat ins Arrangement einzugreifen und einzelne Elemente eines Tracks zu verändern ist dass für mich aber definitiv Live

  4. Sponge

    Ui, was hat es denn mit “unspannender Naturwissenschaft hinter Gleichungen” auf sich? Was für eine enorm unqualifizierte Aussage!! 😀
    Kannst wohl kein mathe, was??

  5. numinos

    Die Kernaussage trifft Paul Brtschitsch eigentlich mit: ‘Ein zu perfektes Setup wäre daher wahrscheinlich gar nicht wirklich spannend’. Damit gibt er sich eigentlich schon selber die Antwort auf seine Kritik an der geringen ‘live-haftigkeit’ vieler Live-Acts, die das Ableton/Controller-Gespann nutzen. Die Zauberwort lautet hier ‘Mut und Verbindlichkeit’. Viel zu viele Live-Acts treten mit einer Art ‘Failsafe’-Setup auf die Bühne: Die Loops sind bereit, der Controller programmiert, die Sounds festgelegt und falls das Laptop streikt, postiert man sich in der Nähe des DJ-Pults, um ja keine Pause entstehen zu lassen. Es herrscht die blanke Furcht vor Unberechenbarkeit und dem GAU der Stille. Warum? Weil hier häufig – dank einer Technologie, die auch einen unmusikalischen Dumpfknoten befähigt, fette Beats abzufeuern – keine echten Musiker mehr am Werk sind. Ein Vollblut-Elektroniker mit echter Hardware fürchtet keinen Absturz, weil er im Zweifel, nur mit einem Synth und einem Delay in den Fingern, einen 5-Minütigen Spannungsbogen zaubern kann. Nun kommt eben die ganze Subtanzlosigkeit der “Du bist mit deinem Computer Produzent und DJ-Star”-Technologie auf den Bühnen an (vgl. http://de-bug.de/musiktechnik/archives/3989.html) und es wird versucht, die eigene musikalische Unbedarftheit durch ein möglichst unscheinbares Set zu kaschieren. Wer will’s den Leuten verdenken, wenn sich ihr Musikerdasein auf Loops an- und ausschalten, Controller zuweisen und Updates installieren beschränkt.

  6. paul

    “Weil hier häufig – dank einer Technologie, die auch einen unmusikalischen Dumpfknoten befähigt, fette Beats abzufeuern – keine echten Musiker mehr am Werk sind.”

    früher hat man sich einfach eine tr 909 gekauft und “fette beats” gemacht, die leute waren auch zufrieden damit… eine ähnliche aussage, die aber sogar noch mehr der wahrheit entspricht!

    1. gute eigene musik muss man erst mal machen
    2. zu gigs muss man durch gute musik etc. erst mal gebucht werden
    3. ableton und einen controller kaufen und einen laptop haben genügt da noch lange nicht!?
    4. der grösste unterschied ist, dass musik machen heute nicht mehr so teuer sein muss wie früher, sogar für einen akai sampler pflaume (wenn man sich die TR nicht leisten konnte oder wollte) musste man früher ein vermögen ausgeben
    5. liveacts kann man sich mit ableton extrem vereinfachen, mann muss es aber nicht und nicht jeder macht es sich so einfach und tanzt nur blöd rum

  7. numinos

    @paul
    du hast völlig recht.
    Ich muss auch noch ergänzen, dass natürlich nix gegen ein Controller & Ableton Live Setup spricht – es gibt Leute, die veranstalten damit ein Feuerwerk sondergleichen. Auch mit Digitalen-DJ-Systemen hat man schon Sets gehört, die über das was mit zwei 1210 machbar ist, weit hinausgehen. Worauf ich hinaus will ist, dass sich die Leute – auch und gerade, wenn sie anfangen Musik zu machen – nicht direkt der ganzen Tools bedienen sollten, die einem das Leben (vermeindlich) leichter machen. Beispiel:

    Auto-Beat-Matching ist absolut o.k. und erspart allen Beteiligten diese “völlig autistische Tätigkeit” (C.Liebing). Aber man sollte es mal gemacht haben! Man sollte mal ein Gefühl dafür bekommen haben, wie sich zwei Tracks übereinander anhören, wenn da leichter Versatz drin ist (DABEI lernt man wirklich was über Groove) und wie es sich anfühlt, zwei Beats händisch syncron zu machen.

    Auto-Beat-Slicing ist ein Segen und erspart einem eine völlig nervige, zeitaufwändige Sache, die eigentlich nix zur Musik beträgt. Aber auch hier: Man sollte es mal gemacht haben! Denn durch das sezierte Hören und händische Durchfahren der einzelnen Elemente eines Loops lernt man unendlich viel über den Aufbau von Grooves (insbesondere wie wichtig die kleinen Artefakte ZWISCHEN den Schlägen sind).

    Samling-CDs und Sound-Libraries sind fantastisch und können einem das Leben mächtig vereinfachen. Aber man sollte einen Groove auch mal von Kick bis zum Shaker programmiert haben und wirklich verstehen, wo die Schläge hingehören, damit es groovt.

    Der Session-Mode von Ableton-Live ist eine mächtige Waffe, die aber umso schärfer ist, umso besser man versteht, was man da tut und vor allem – was man da gleichzeitig am Laufen hat. Ich habe Live-Sets erlebt, wo Loop um Loop gestapelt wurde und am Ende – weil sich die Leute offenbar nie mit den Grundregeln des guten Arrangierens beschäftigt haben – nur ein lauter Matsch aus den Lautsprechern tropfte.

    Also: Viele der Automatiken die einem aktuelle Soft- und Hardware bieten machen einem das Leben leichter, aber bitte erstmal lernen und verstehen, was da vorgeht, was der Track/das DJ-Set gerade braucht. Der steinige, zeitaufwändige Weg hat im Vergleich zum Lift den unschätzbaren Vorteil, dass man Muskeln kriegt! 😉

  8. paul

    damit bin ich d’accord
    gruss paul (nicht brtschitsch)

  9. Alex

    kann ich nicht behaupten hatte seit 2000 2 x den SU700 ich finde ihn sehr anfällig die regler sind echt schrott leiern extrem schnell aus und wenn ich mir diverese bilder oder videos von paul anschaue hat er die regler auch schon gewechselt. also software mit dem richtigen controller ist mir mittlerweile lieber.