Manchmal klingt Plastik echt gut

xiofrontlarge.jpg

Novations Xiosynth ist eine Kombination aus Audiointerface, Midicontroller, DAW-Fernsteuerung und Synthesizer, die sich vor allem an Einsteiger und Leute richtet, die sonst nur mit dem Rechner arbeiten.

von Nerk aka Benjamin Weiss aus De:Bug 112

Übersicht
Der Midicontroller-Bereich ist vergleichsweise üppig ausgestattet: elf Drehregler, elf Buttons (jeweils mit zwei Funktionen belegbar) plus dem Joystick und dem Scratchpad, die alle gleichzeitig natürlich auch für den Synthesizer zuständig sind. Je nach Modus wird entweder der Controllerbereich genutzt, oder die Regler steuern den Synthesizer. Insgesamt 16 Templates für diverse DAWs und Softsynths stehen bereit, mit dem runterladbaren Template-Editor für Mac und PC lassen sich aber schnell und unkompliziert auch eigene basteln. Die Midi-Kommunikation mit dem Rechner läuft über das USB-Kabel. So hat der Xiosynth leider keinen Midi-Eingang, sondern nur einen Ausgang.

Synthesizer
Der Synthesizerpart ist virtuell-analog, besitzt drei Oszillatoren, einen Filter und zwei LFOs. Als Specials gibt es noch einen Arpeggiator, einen Multieffektblock sowie den X-Gator, der per MIDI-Clock synchronisierbar ist und mit dem sich Sounds in Patterns von bis zu 32 Steps Länge gaten lassen. Der Xiosynth kommt mit 200 Sounds, die eine Auswahl von Flächen, Bässen und Leadsounds bieten. 60 davon wurden von diversen Artists wie zum Beispiel Roots Manuva erstellt und sind größtenteils eher von der brachial-bassig-bratzeligen Sorte, haben mich aber durchaus positiv überrascht, denn sie sind oft durchsetzungsfähiger und fetter als die deutlich teurerer Synthesizer mit virtuell-analoger Klangerzeugung.

Audio Interface
Das Audio Interface ist ein einfaches USB1-Interface mit zwei Ins und zwei Outs, wobei das eine Input mit XLR und einem Mikrofonvorverstärker mit zuschaltbarer Phantomspannung kommt. Der Sound ist für die Preisklasse sehr okay, auch die erreichbaren Latenzen sind recht gut. Dazu kommt noch ein Kopfhöreranschluss mit eigenem Lautstärkeregler.

xiorearlarge.jpg

Performance, Bedienung & Sound
Das Handling aller Bedienelemente ist ziemlich gut, sowohl das X/Y-Feld als auch der Joystick, die Drehregler und die Tastatur reagieren schnell und fassen sich gut an. Ein bisschen Angst macht mir dagegen, dass das Keyboard bei heftiger Benutzung die augenscheinlich etwas dünn geratene Plastikhülle deutlich sichtbar nach oben drückt, ist also zum Rumschmeißen und herzhaft Draufhauen ungeeignet. Ansonsten ist der Xiosynth aber eine praktische Kombination aus einem recht guten Audiointerface, einem umfangreichen und gut zu bedienenden Midicontroller und einem Synthesizer, der für den Preis einiges bietet.

Novation
Focusrite (deutscher Vertrieb)

Preis: ca. 319,- Euro (mit 2 Oktaven), ca. 419 (mit 4 Oktaven)

[ratings]

One Response

  1. bnail

    mein erster synthi und ich sage nur: ein wahnsinnsteil ! sounds moosa und grapefruit dream(=tangerine dream) und was es alles noch so gibt. freunde mich grade mit dem manual an. guter rat an alle interessenten: erst einmal einfach ausprobieren und die feinheiten über das manual abstimmen. auch die lautstärkeregelung headphones sowie über externe monitore (habe 2 yamaha studiomonitore) macht richtig spass. für alle technofreaks empfehle ich den sound maroder.

    Reply

Leave a Reply