Nichts Besonderes, halt wieder so'n Filter, hab ich mir gedacht, aber dieser optisch eher zurückhaltende Kasten hat's dann doch ziemlich in sich …

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Nichts Besonderes, halt wieder so’n Filter, hab ich mir gedacht, aber dieser optisch eher zurückhaltende Kasten hat’s dann doch ziemlich in sich …

von Benjamin Weiss aka Nerk aus De:Bug 107

Übersicht
Ebbe & Flut ist eine Monofilterbank mit zwei unterschiedlichen Modulen, die je zwölf verschiedene Filtertypen bieten und über einen Drehregler im Verhältnis zueinander gemischt werden. Gleich am Eingang gibt es eine Distortion-Einheit mit zwei Einsatzfrequenzen und einen Softknee- Kompressor, mit denen man das Signal schon mal ein wenig vormodellieren kann. Je nach Bedarf lässt sich über einen Kippschalter der Signalfluss einstellen. Beide Filter haben einen eigenen Hüllkurvengenerator mit Attack, Hold und Release. Die Hüllkurven können von ultraschnell (150 µs) bis hin zu seeehr langsam (ca. 10 Minuten) eingestellt werden. Dazu können beide noch mit einem LFO (Dreieck, Rechteck, Sägezahn), Sample & Hold oder dem CV des Hüllkurvenfolgers moduliert werden. Zusätzlich sind beide Filter noch mit unabhängigen Fußpedalen modulierbar. Die Modulationen können per Drehregler invers wirken und auch die Resonanz ist modulierbar. Die Rückseite ist übersät mit Klinkenbuchsen, das Eingangssignal liegt aber in Mono an, wie das halt so ist beim klassischen Filter. Für jeden Filter gibt es folgende Anschlüsse: Input und Output, CV für Frequenz, CV für Resonanz, Trigger Input und Fusspedal. Die Hüllkurven können per CV In oder Trigger angesteuert werden, der LFO bietet Sync und CV In und gibt Gate raus, kurz: Man kann fast alles zwischendurch abgreifen und neuen externen oder internen Verwendungszwecken zuführen.

Bedienung und Sound
Die Bedienung ist erstaunlich einfach und intuitiv und trotz der vielen Möglichkeiten, die es gibt, macht man gern von den Anschlüssen Gebrauch, die den Ebbe & Flut (klingt klischeehaft, ist aber so) zu einem modularen Instrument machen, mit dem man nebenbei auch noch Mastering machen kann. Der Sound ist, selbst wenn man nur ganz einfache, klassische Filtersweeps macht, ein Genuss: schmatzig, voll, dicht und über das ganze Frequenzspektrum (hier wörtlich zu nehmen, denn der Fequenzbereich geht von 2 Hz bis hoch zu 35 kHz) sehr mächtig. Aber auch fürs Erzeugen knackiger Groove-Fundamente ist der Schippmann durch seine schnellen Hüllkurven und den flotten Trigger bestens geeignet. Die Einsatzmöglichkeiten sind so vielfältig wie das Gerät teuer, der Sound allein aber schon leider fast den Preis wert. Beinahe egal, was man reintut: Was rauskommt, überzeugt fast immer. Richtig Spaß macht Ebbe und Flut auch dann, wenn man CV In- und Outputs exzessiv benutzt und zum Beispiel einen MS-20 einschleift, bei Bedarf können es natürlich auch mehrere sein …

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Info:
Schneidersbuero
Schippmann
Preis: 1682,- Euro