Gute, einfach zu bedienende Desktopfilter für den Livebetrieb sind, abgesehen von vielleicht Manfred Frickes Filterbox, relativ selten. Vermonas Crossfilter, die aufgebohrte Liveversion des DJ-Filters Action Filter II, ist genau für diesen Zweck gebaut worden.
von Benjamin Weiss aka Nerk

Übersicht
Alles zum Sehen und Anfassen: der Crossfilter lässt mit seiner großzügigen Oberfläche und den großen, fast klobigen Bedienelementen im wurstfingekompatiblen Abstand und der angenehm robusten Bauweise im Desktopformat keinen Zweifel daran, dass es sich bei ihm um ein Live – Tool handelt. Presets gibts keine, dafür aber einen großen Regelbereich.
Nun zu den Details: der Crossfilter ist ein analoger Stereofilter mit zwei Filtern pro Kanal. Er kann als Steroenotch oder Bandpassfilter arbeiten, wobei das Besondere die Kombination beider Filter und der zusätzliche gemeinsame Cutoffregler sind.
Die linke Seite gehört dem Tiefpassfilter: der große Drehregler dient dem Cutoff, ein etwas kleinerer schräg darüber der Resonanz, darunter gibts einen Button für Trigger. Spiegelverkehrt auf der anderen Seite die gleichen Regler für den Hochpass. Mit dem Triggerbutton lassen sich
die Filter mit dem Originalsignal unterbrechen, um rhythmische Ccuts und Breaks zu erzeugen.
In der Mitte gibts einen Crossfader: je nach Einstellung kann man mit ihm zwischen den beiden Filtern oder auch zwischen einem Filter und dem Originalsignal faden, wobei der Fader per Button getauscht werden kann. Über dem Crossfader sitzt der dritte Cutoffregler: hiermit kann zusätzlich zu den anderen beiden Filtern ein Notch oder Bandpass durchs Frequenzspektrum gefahren werden. Das ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, erlaubt aber mit ein wenig Übung ziemlich abgedrehte Effekte. Diese Funktion lässt sich per Button aktivieren, darüber hinaus kann auch die gesamte Filtersektion auf Durchzug geschaltet werden. Schließlich gibts noch einen Gain, der den Input regelt; auf einen separaten Lautstärkeregler wurde verzichtet, was dank des ausgeklügelten Regelbereichs aber kein Problem ist. Der Input kann wahlweise über zwei Cinch oder zwei Klinken gefüttert werden, der Output geht immer parallel auf zwei Klinken und zwei Cinch, sodaß man den Cinchausgang zum Beispiel zum Aufnehmen nutzen kann.

Performance, Bedienung und Sound
Der Sound ist sehr breit und ausgewogen, wenn auch im (wegen der Funktionsvielfalt) leicht hinkenden Vergleich mit etwa der Sherman Filterbank ein wenig gezähmt, da man das Filter nicht zu wirklich ohrenbetäubendem Resonanzquietschen verleiten kann, dafür ist der Bassbereich aber sehr gut definiert. Die Bedienung ist wirklich idiotensicher und erlaubt auch in den hektischsten Livesituationen mit wenig Licht die Übersicht zu behalten und ungehemmt draufloszujammen. Angenehm aufgefallen ist mir außerdem die wirklich sehr robuste Verarbeitung und die Integration des Netzteils ins Gehäuse. Insgesamt ein sehr nützliches Tool das sich schnell erschließt und viel Spaß macht.

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Preis: 379,- Euro
Info: http://www.vermona.com
http://www.schneidersbuero.de

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