Mit dem PMC-CX bringt Vestax einen DJ-Mixer, den nichts erschüttern kann. Dicke Knöpfe, reichlich EQs und Filter, perfekte Verarbeitung machen den PMC-CX zu einem Panzer im Club. Geholfen bei der Entwicklung hat Carl Cox.
von Sascha Kösch aka Bleed

Einen Mixer wie den VESTAX PMC-CX zu testen, ist wie am eigenen Geburtstag unerwartet vom Limo-Service abgeholt zu werden. Parkplatzprobleme sind einem da völlig egal. Der PMC-CX, mitentwickelt von Carl “3Decks” (so der Mythos) Cox ist nicht nur breit und wuchtig, sondern schlichtweg ein Pro – was man nicht nur an dem verschraubbaren Stromanschluss erkennt, über den kein noch so betrunkener Raver mehr stolpern kann, um der Party ein Ende zu bereiten. Alles an dem PMC-CX ist massiv und die Fader, wie man es von großen Vestax-Mixern gewohnt ist, ein leichtflüssiger Traum. Und dabei protzt der Mixer nicht etwa mit endlosen Knöpfen und Schaltern für endlose Bedienoptionen, die einem bei manchen Mixern dieser Größe im Club gerne mal von einem Soundcheck mit Bedienungsanleitung träumen lassen. Der PMC-CX ist ein Clubmixer (leider nicht allzu viele können sich ja einen Mixer für 1899,- Euro für zu Hause leisten) und wirkt durch und durch so, als könnte er ein ganzes Jahrzehnt Party treu und unerschütterlich neben den beiden (drei) Technics überstehen. Genau in diesem Rahmen entwickelt er auch seine konzeptionellen Kräfte. Jeder der vier Eingänge lässt sich auf Line oder Phono schalten und über ein Input Assign auf jeden der drei Fader (Programmkanal heißt das merkwürdigerweise immer, kurz PGM) routen. Die Kanäle verfügen über Drehregler für Mitten, Höhen und Bässe, die selbst der dickste Daumen noch mit Freuden dreht. Club-Betreiber werden erfreut sein, dass die Regler von Minus bis Unendlich (Killswoosh) bis (nur) +4dB gehen, das schont die Ohren, kann aber bei weniger präzisen Anlagen und etwas schlechter gepressten Platten schon mal etwas wenig sein. Für ganz Vorsichtige lassen sich hinten dann auch noch die Eingänge und die Summe komplett auf -10dB schalten. Jeder Kanal (neben den obligatorischen Gain- und Balance-Reglern) verfügt darüber hinaus auch noch über einen Lowpass-, Highpass- und Notch-Filter (zum besseren Verständnis und damit die Verwechslung mit Bassreglern im Dunklen ausgeschlossen ist, ist dieser Drehknopf rot), schaltet man einmal einen Input auf zwei Kanäle und spielt mit den Filtern herum, möchte man die schnell nicht mehr missen. Der Kopfhörer-Ausgang ist vorbildlich. Er ist nicht nur ziemlich laut, sondern auch noch mit einem Zwei-Band Equalizer versehen, so dass man nicht die geringsten Probleme haben sollte, die passende Einstellung für die eigenen Vorhörohren zu finden. Ebenso perfekt (jeder DJ kennt das brüllende Monitorbox-Problem): ein 3-Band Equalizer für den Monitorausgang. Und wem das noch nicht genug Dreiergestirn ist, für den gesamten Masterausgang gibt es noch mal einen 3-Band Isolator (in den sich, wozu auch immer er ihn braucht, dank Carl Cox noch ein Antiphaseeffekt eingeschlichen hat). Die Crossfaderkurve ist wie bei fast allen Vestax mit einem Drehregler stufenlos einstellbar (HipHop DJs und etwas pingelige würden vielleicht zwei davon bevorzugen) und zur Komplettkontrolle und für das etwas altmodische Flair gibt es für den Ausgang eine VU-Pegelanzeige und zum Vorhören LEDs. Wer will, kann in das Ganze dann auch noch einen Effekt einschleifen (nicht dass das von irgendwelchen Clubs wirklich benutzt werden würde) und das war’s eigentlich auch schon … (Halt, stopp, ja, MCs, für euch gibt es auch einen Platz). Runde Sache der PMC-CX, leider nicht ganz billig, aber dafür gibt man ihn auch nicht wieder her, wenn man ihn einmal hat. Ein Mixer fürs Leben halt, mit dem man auch mit 50 noch rocken kann, sollte die Feinmotorik etwas gelitten haben.

Preis: 1899,- Euro
Vestax

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