Snog – Real Estate Man Plus (Hymen / 743)
Remix-CDs sind ja imer schon heikel, aber eine komplette CD mit Versionen eines einzigen Songs, die noch dazu komplett von ihrem Urheber bearbeitet wurden? Der ultimative Ego-Trip? Das gibt’s doch höchstens mal auf Jamika. David Thrussel, ein skeptischer Deuter des amerikanischen Traumes und ganz gewiss kein Jamaikaner hat sich das Unglaubliche dennoch zugetraut und höre da: Der zugegenermaßen eingängige Hook des Tracks kommt einem erst ins Bewusstsein, als die CD schon ein Drittel rum ist … immerhin noch ein weiteres Drittel, bevor es anfängt zu nerven. Bis dahin hat Snog den Real Estate Man so ziemlich durch jede Kakaosorte gezogen, die beim Durchleben der elektronsichen Lebensaspekte gut schmeckt: Brighton-Techno zum Beispiel, Breakcore natürlich, dann noch so etwas, was man bei Mille Plateaux einst Click-Hop nannte, und als sei das alles nicht genug, packt Thrussel wie in seinem ziemlich korrekten Album “Beyond The Valley Of The Proles” die Wandergitarre aus und singt seinen Song unplugged. Dass Snog die zitierten Genres immer wieder zu brechen vermag, indem er beispielsweise einen flotten Vocoder-Funk in ein abgebremstes BigBeat-Feeling morpht, sichert ”Real Estate Man Plus” einen Platz weit jenseits der Masse der Eklektizismen, Malen-nach-Zahlen-Tracks und anderem Schrottwerk. Experiment soweit gelungen, nun darf bitte wieder ein neues Album kommen.
em
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