Burial – Untrue (Hyperdub)

Die Frage des Monats: Wer ist eigentlich Burial? Dieser Meister des introvertierten Seelenstriptease, der uns mit seinen unfassbar deepen Tracks schon mehr über sein Innerstes erzählt, als er je in einem Interview ausplaudern könnte. War sein letztjähriges Debütalbum der düstere Soundtrack einer verregneten Nacht in einem menschenleeren London, tauchen auf ”Untrue” immer wieder kurze Momente gedämpfter Euphorie auf. Das ist es dann aber auch schon, was ”Untrue” vom Debüt unterscheidet, und das ist gleichzeitig der Clou, denn würde man jedem anderen Künstler bei so einem Nachfolger vorwerfen, dass er seine eigene Copycat ist, kann man Burial mit ”Untrue” nur noch mehr feiern. Wie keinem anderen gelingt es dem Londoner Dubstep-Enigma in seinen durchweg leeren, kargen Tracks immer wieder überzeugend neue Details auszuleuchten und diese mit so viel Tiefe zu versehen, dass sie mit ihren rumpelnden 2-Step-Breaks und den sehnsüchtigen Vocalschleifen an eine Zeit erinnern, in der Dance Music noch neu und unschuldig war. Selten hat Rave-Nostalgie so traurig schön, so flüchtig und so einsam geklungen. Die Flucht nach vorn war schon immer der richtige Weg.
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THADDI.VT
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