Hunger – Blue (Hungermuzik)
Am Anfang denkt man: Aha, wieder so ein Achtziger-Revival. Catchy Gesang, pumpender Moog-Bass, alles da. Doch der Disco-Rhythmus von “Zombie of Love“ bricht mittendrin plötzlich auseinander und wird danach genüsslich durchgefrickelt. Den restlichen Stücken ergeht es kaum anders. Hunger kommen aus Hamburg und veröffentlichen auf ihrem eigenen Label Hungermuzik schon seit 1996 seltsame Platten. Die selbsternannten Experten für Musikunfälle machen anarchistischen Disco-Klamauk mit Vorliebe fürs kontrollierte Chaos. Synthesizer und Schlagzeug gehören zur Grundausstattung ihres Nonsense-Wave-Sounds, bei dem der Free Jazz nie weit ist. Von Funk verstehen sie auch eine Menge, drehen ihn aber lieber durch den Fleischwolf, statt sich an musterschülerhaften Genreübungen zu versuchen. Das kann man albern finden, doch dann verpasst man womöglich was. Kaufen kann man ihre Musik übrigens bei www.hanseplatte.de.
tcb
Hungermusik
Auch gut:
- Star You Star Me – Disco Dancer (Slip And Slide Blue)
- Blue Mar Ten – Producer 03 ([Good Looking])
- Mud Max – Hunger EP (Ware / 060)
- Red And Blue – Neither Norway (Clearspot)
- Robert Babicz – My Blue Car (Barbarella Music / 001)





