Mit “Aneira” (walisisch für Schnee) veröffentlicht der kanadische Multiinstrumentalist Aidan Baker einen 48-Minuten-Ambient/Postrock-Track für das italienische Glacial-Movements-Imprint. Bekannt auch durch seine Kollaborationen mit Tim Hecker und dem zeitgenössischen Klassik-Ensemble The Penderecki Quartet, entlehnt Baker die Idee hinter “Aneira” der Robert Fripp’schen Soundästhetik auf dessen “Frippertronics” und erweitert diese. Die durch Effektgeräte modulierte, und mit unterschiedlichen Techniken gespielte 12-String-Gitarre wirkt wie unter meterhohen Schnee, direkt auf die gefrorene Erde geschoben. Lange, sich umschlingende Harmoniebögen und eine sich behutsam aufbauende Dramaturgie lassen das Stück beben und schlussendlich zum Brodeln bringen, die Schneedecke schmilzt und die erkaltete Erde erwärmt sich. Selten wurde der Übergang zwischen Winter und Frühling so dringlich nachempfunden, dieser kleine Moment, in dem das Leben nach langem Warten wieder von unten durch den Boden bricht. Baker hat in den letzten Jahren auch mehrere Poesiebücher geschrieben. Das ist mehr als deutlich zu spüren.
http://www.glacialmovements.com
raabenstein

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