Ob nun Detroit oder Chicago, alles basiert seit je her auf der Suche nach dem perfektem Loop. Ein Loop, der selbst zweistellige Spielzeiten einfach nicht ausreichen lässt. Dass die Wiederholung eben nicht wiederholend, sondern stetig fortschreitend rezipiert wird, macht ihn zur Königsdisziplin in der elektronischen Musik. Von dem Kreidler-Mitglied Andreas Reihse geht man natürlich davon aus, dass er diese Disziplin beherrscht. Die Perfektion von “Romantic Comedy” überwältigt einen dann aber doch. Und das Gefühl wurde noch nie besser ausformuliert als im Intro des Albums: “You say, this thing is going to end. Because there always has to be an end. I think, you’re wrong. This thing invents itself and goes on and on and on… when you already gone.” Genauso fühlt er sich an, der perfekte Loop. Reihse hat gleich vier davon. Bei nur vier Stücken – Intro und Interlude abgezogen – eine enorme Quote. Ob er sich dabei 303 und Trash-Orgel (“Bahia Knife”) oder afrikanischer Bongo-Rhythmen (“Hacienda Dallesandro”) bedient, es macht immer Sinn und ist nie aufdringlich. Eher schon ein wenig psychedelisch, dank der zur fortschreitenden Wiederholung führenden, automatisierten Synthie-Sounds, Field-Recordings und Stimm-Samples. Und nicht von der schmalen Tracklist irritieren lassen. Romantic Comedy hat trotz oder auch gerade deswegen, mehr zu sagen, als es vermuten lässt.
http://m-minimal.com
ck

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