Keine Frage, Andrey Kiritchenko gehört schon seit gefühlten Ewigkeiten zu den Musikern, die immer wieder alles wagen. Auf der neuen 12″, die man wirklich vom Cover bis zum Vinyl gerne als Kunstwerk bezeichnen kann, finden sich Kompositionen von ihm, die von drei Musikern mit Klarinette, Kontrabass und Geige zusammen mit seinen Sounds interpretiert werden und sich irgendwo zwischen einer verwirrt betörenden Stummfilmmusik und einem verkaterten Wahn aus krabbeligen digitalen Resten zu einer Stimme verbinden, die so eigenwillig wie grandios ist. Kammerkonzertglitch mag man behaupten. Granularer Funk in analog dampfendem Kuchen vielleicht. Es bleibt schwer, diese Stücke zu fassen, die manchmal auch einfach wie eine Antäuschung von flatterndem Jazz klingen mögen, dann aber doch wieder ausholen zu einem kubistisch klingelnden Vergnügen purer Sounds aus dem Innersten des Computers. Eine Folklore ist der Laptop? Hier klingt er dann auch wirklich so als wäre er mitten auf dem Gartenswingfest angekommen. Massiv und in jeder Minute überraschend.

bleed

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