Uwe Schmidt setzt seine Erkundungen des 19. Jahrhunderts fort. Nach dem “Liedgut”-Album mit seinen Schubert-Referenzen hat er sich jetzt die “Winterreise” vorgenommen, Schuberts bekanntesten Liederzyklus. Zumindest dem Namen nach, denn gesungen wird diesmal nicht, auch nicht durch den Computer. Die Titel verweisen zwar auf frostige Szenarien – “Voralpenthema”, “Schneewalzer”, doch sind es Soundtracks zu Fotografien von Schmidt, die als Inspiration für karge Streifzüge durch Ambient-Plateaus und Glitch-Spalten dienten. Lediglich einen Walzer-Rhythmus mit Synthesizerweisen gestattet er sich zwischendrin. Die Romantik bleibt aber auch so im Spiel – Caspar David Friedrichs “Eismeer” drängt sich hier als beliebte Folie auf. Streng und schön.
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tcb

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