Pomassl – Spare Parts (Raster-Noton / 088)
Die auditiven, strukturellen und konzeptuellen Grenzauslotungen auf Franz Pomassls zentralen Platten, wie dem ersten Album “Trail Error” (1996) – Material für Hartgesottene zwischen Nerve Net Noise, (Florian) Hecker und Errorsmith – sind Geschichte. Durch die Tore, die da gesprengt wurden, müssen noch viele erst durch. Pomassl dagegen ist von dieser Reise schon wieder zurück, und [...]
COH – Strings (Raster-Noton / 086)
Ein Konzeptalbum: Ivan Pavlov lotet Kombinationen einiger Saiteninstrumente mit Mitteln digitaler Klangbearbeitung und Komposition aus: zweimal Klavier (Instrument seiner Kindheit), zweimal Gitarre (seiner Jugend) und zweimal Saz und Oud (eingespielt von Andrej Abu Kolesov). Das lotet nicht nur (aber auch) die ganze Dynamik zwischen Obertonmikroskopie bis hin zur opaken Spurschichtenwand aus (samt seinem unvergleichlichen Basszerren), [...]
Frog Pocket – Come on primates show your teeth! (Planet Mu / 197)
Frog Pocket kombiniert keltische Folk-Elemente mit Elektronik, nicht zuletzt Breaks und deren Plugin-Zerbastelei. Das legt einen Vergleich mit Labelkollege Venetian Snares’ “ungarischen” Stücken nahe und der fällt folgendermaßen aus: Zum einen hat John Charles Wilson einen konkreten Folk- und Violine-Hintergrund und spielt seine Saiteninstrumente selbst ein. Und zum anderen sind die Breaknoise-attacken (die es durchaus [...]
Sascha Dive – EP (Drumpoet Community / DPC 011-1)
Für “DEep” hat sich Sacha Dive mit Samuel Davis einen Remixer ausgesucht, der wirklich prima mit seiner entschlackten Sichtweise von House harmoniert. Da reicht schon ein einzelner Anschlag, “Climax” von Paperclip People nicht unähnlich, ein paar zielsicher gesetzte Klangsprengsel und eine total effiziente Simpel-Bassline, und der Track rollt bereits fertig vom Band und macht alle [...]
Current 93 – Of Ruine or Some Blazing Starre (Durtro Jnana )
Ein spiritueller Nachhall aus dem Mittelalter schwebt im Raum, Weltuntergangsstimmung macht sich breit und der eindringliche (Sprech)Gesang führt in meditative Sphären. Die Schreie, so hat man das Gefühl, erstarren zum Flüstern, düstere psychedelische Soundlandschaften erklingen, folkige Klänge machen sich breit. Dave Tibet, der britische Avant-Volk-Esotheriker, führt den Hörer mit seinen Platten in geistige Abgründe. 1983 [...]
DJ Hell – Ellboy (International DJ Gigolo Records)
Bereits vor zwei Jahren inoffiziell für den 50 Jahre Geburtstag des Playboys als „Hellboy” erschienen, ist sie nun offiziell als „Ellboy” erhältlich. Ellboy ist ein gefühltes Endlos-Set von 20 Italo-Disco Tracks der 80er Jahre. Ist es nun die Funktion einer Compilation, dass man einzelne Lieder kaum heraushört und sich das ganze Set wie ein einziger [...]
Tocotronic – Imitationen (Vertigo)
Typische tocotronische Themen werden in der zweiten Singleauskopplung „Imitationen” des Albums „Kapitulation” verarbeitet: Identitätsverlust, Liebe, Sehnsucht, Spaltung des Bewusstseins usw. Vermixt wird das Ganze von Kinky Justice aka Justus Köhncke und Pawel aka Turner. Ersteres klingt träumerisch dahinschleppend und transportiert Lotzows Gesang kühl und elegant durch die minimalen Beats. Eine rare Demo-Version für die Fans [...]
Realistic Crew – Overcome (Kitty-Yo)
Hip Hop auch für Nicht-Hip-Hoppiiesten. Abstrakt, experimentell, ideenreich. Hip Hop wird hier wieder auf Entgrenzung gesetzt und es funktioniert. Ob melodische Beats oder Feuer: Die Reize treffen Bauch, Bein und Kopf. Nach jahrelangen Kollaborationen mit den bedeutendsten Undergroundmusikern Ungarns haben sie es nun verdient geschafft ihr neues Album „Overcome” bei Kitty-Yo zu veröffentlichen. Gratulation!jung
Pantaleimon – Mercy Oceans (Durtro Jnana)
Andria Degens ist die Frau hinter dem klangvollen Namen Pantaleimon. Entspannte und reduzierte Akustik-Melodien zaubert sie auf ihre neue Platte. Gefühlvolles, minimalistisches Zupfen, verfeinert mit Geigen, Mandoline oder Zither, ziehen sich durch die einzelnen (leider sehr ähnlichen) Lieder. Im Einklang mit ihrer sanften, aber eindringlichen Stimme eine ideale Cd für den winterlichen Abend zu Hause, [...]
Kraak & Smaak – Funk Ass Rotator/Mad as Hell (Jalapeno / 057)
Der „Funk Ass Rotator” ist schon richtig betitelt, funky grooves für die Tanzflächen. Leider nerven die Vocalsamples, die wohl sexy daher kommen sollen, aber leider ein leichtes Schauern erzeugen. Mit hochgepitchen Schreien wurde doch früher Eurodance noch mehr zur Pest. So macht man eine okayen Dancetrack zur peinlichen Nummer, vor allem, wenn eine Frauenstimme „Ass [...]




