Jason Priestley & Dan Berkson – The Source EP (Simple Records / 0830)
Klar, das ist deep. Das ist Detroit. Mächtig und voller Kicks. Der Sound von Simple ist einfach genau die richtige Mischung zwischen präzisen Grooves und weichen Melodien, zwischen eleganter Tiefe und absolut kitschfreiem Glück. Und genau da sitzt auch “The Source”. Analoge Synths und Breaks, bei denen die Sonne ruhig ein paar mal hintereinander aufgehen [...]
Johnjon – Meanwhile (Baalsaal Music / 003)
Definitiv ein Track für alle Freunde des chansonartigen Schifferklaviers in Minimal. Der Track von Johnjon schwelgt schwärmerisch an der Seine entlang und saugt seine Kraft aus einem forschen Schritt Richtung Acid. Ewigst langer Break und sehr spartanisches Arrangement sorgen für einen ziemlichen Afterhourburner. Das Kollektiv Turmstrasse flockt ein paar Dubeffekte über den begradigten pumpenderen Groove [...]
Partial Arts – Telescope (Kompakt / 171)
Dancefloor-Chefmoralist Ewan Pearson und Alastair Usher bringen nach “Trauermusik” die zweite Platte auf Kompakt. “Telescope” bindet das Schlagzeug von Vito Roccoforte, bekannt von den Kuhglockenrabauken The Rapture, ohne zu sehr Disco, noch Rock zu sein, in ein krautig-käsiges Synthhookhymnenbett, ohne allerdings das Herz in der Mitte zu treffen. Vielmehr hat es die Agilität von Super [...]
Mathias Kaden – Lucidas (Freude am Tanzen / 035)
Mathias Kadens erste Solo-EP bei den Jenaer Tanzfreudianern versucht sich im transkontinentalen Techno-Esperanto. A1 namens Swahili wirkt beim Hören so referentiell unverständlich wie es der Titel erahnen lässt. Zwischen jazzigen Pianoakkorden, hyperventilierenden Jethro Tull-Querflöten und tribalen, südamerikanischen (oder doch afrikanischen) Lagerfeuerpercussions schiebt das solide-funkende Groovegerüst zwar immer weiter südwärts, springt dabei aber zwischen den Erdplatten [...]
Marc Vision – Obsession / The Finest (Mauritius / 020)
Ein Acidklopper, oder zumindest einer der es werden will. Die A-Seite rubbelt sich sanft in die Sequenzen, hat etwas Stahlgerüst im Nacken und wird – das kann bei solchen Tracks kaum ausbleiben – auch ziemlich zögerlich pathetisch. Definitiv etwas für die Liebhaber langsam in sich verknoteter aber dennoch nicht offensiver Sequenzen, aber vielleicht einen Hauch [...]
Marcel Knopf – Thinaboutyou (Rrygular / 021)
Selbst wenn ich trockenen Minimalsound liebe, ist mir das hier gelegentlich etwas zu holzig. Die A-Seite will einfach kein Rollen, keine Tiefe, keinen Raum entwickeln und genau das würde zu dem Track von seiner Struktur hier irgendwie passen. Und die breiter angelegte Rückseite ist mir von den Ideen her irgendwie zu dark. Eigentümliches Ding jedenfalls, [...]
From Karaoke To Stardom – iDatura! (Apnea / 019)
Überraschend unfreakig diese EP von Jeremy Herpe, vielleicht sollte man besser sagen, versteckt freakig. Sehr dunkle, schwärmerische Minimaltracks mit sehr gut peitschenden Snares und Plockersounds, die alles andere als bimmelig sind. Es braucht immer eine Zeit bis man den Trademarksound von ihm entdeckt, man ist dann aber überrascht, wie gut er sich in solche Tracks [...]
Lenasaw – Vulgar Display Of LFO (Vinyl Club Recordings / 009)
Der Titel trifft es nicht schlecht. Hier gehts um den Effekt. Das Daddeln. Das unverschämte zur Schau stellen von nichts weiter. Und das macht Lorenzo Chiabotti aus Turin eigentlich ganz gut. Und wenn er am Ende dann noch mit einem jazzigeren Groove wie auf “Bubble Camp” kommt, dann macht das auch wirklich Sinn und ist [...]
Oscar – Harket Funke Ep (Lørdag Records / 008)
Spleenige Track wie frisch aus dem Terrarium gezüchtet mit sehr vielen Kleinstgeräuschen auf entkernter Struktur und massiv bollerndem Bass auf der A-Seite und skurril kitschig tänzelnden, aber dennoch eleganten Melodien auf der Rückseite, die gleich noch einen Remix von Terje Bakke verpasst bekommen hat, der aber irgendwie ein klein wenig überflüssig ist. bleed
Nadja – Radiance Of Shadows (Alien8 Recordings / 72)
Mit ihrem dritten Werk bewegt sich das Duo wieder irgendwo zwischen Drone, Ambient und Doom. SunnO))), Earth und Boris sind ihnen anscheinend zu zappelig und zu fröhlich, so laaaaangsam und schweeeeeer gehen sie ihre Musik an. Bewaffnet mit mehreren hintereinander geschalteten Verzerrern kämpft Nadja sich durch unglaublich riesige Hallkathedralen und drei episch dramatische Tracks in [...]




