September Malevolence – After This Darkness, There’s A Next (Tender Version / TVR012)
Drei Jahre nach ihrem Debüt kommen September Malevolence zurück und reißen sich gleich zu Beginn ihre Seele für uns raus. Sehr dichte Songs, die, wie es sich für das, was Post Rock genannt wird gehört, immer wieder zwischen Stille und massiv lauten Passagen pendeln, träumerische Spielereien mit der schieren Kraft von alles zerstörenden Gitarrenwänden mischen [...]
Audrey – The Fierce And The Longing (Tender Version)
Nein, ich habe das letzte Audrey-Album nicht mehr im Ohr, erinnere mich aber an große Momente, immer dann wenn die Musik still und zurückhaltend war. Und von genau diesen Momenten gibt es reichlich auf dem neuen Album der schwedischen Band. Es ist ein sehr rundes Album geworden, das, viel überzeugender als beim letzten, zwischen den [...]
Allez Allez – Best of (Eskimo)
Das belgische Label Eskimo guckt nach alten Perlen vor der eigenen Haustür und findet den White Funk von Allez Allez, einer Popper-Danceband aus dem Brüssel der 80er-Jahre, die sich im Umfeld vom Label Les Disques du Crepuscule bewegten, das immer noch schwer angesagt ist bei Popliebhabern mit Martin-Margiela-Pullovern. Allez Allez mögen Afro-Rhythmen, Sprechgesang, Champagner-Sounds und [...]
El Perro Del Mar – The Valley to the Stars (Memphis Industries)
Ich stehe auf Mädchen im Gegenlicht. Sie sind so ungreifbar. Die Schwedin Sarah Assbring singt selbstvergessene Miniaturen mit Flöte und Piano (Virginia-Astley-Style), hier und da begleitet von Bläsern und Streichern, die fast nicht da sind, einen aber mit ihren zarten Melodie-Pflänzchen erwischen. Die Rubies oder Au Revoir Simone sind reinste Bauerntrampel gegen diese betont schlichten [...]
The Mole – As High As The Sky (Wagon Repair / 038)
Das Album des Kanadiers Colin de la Plante ist eine Zusage an hochreflektiertes Understatement. Vom Sound her diskret und warm-analog, vom Tempo her zurückgenommen und andante. Hintergründig und mit viel Raum. Der Groove pendelt zwischen Disco und House, dabei den Rave unter die Rolex-Armbanduhr geklemmt und nur bei klarer Sonne aufblitzend. Unter leuchtenden Röhren kommen [...]
Gasoline – The New Discipline (Sopot)
Jazz aus Polen genießt einen exzellenten Ruf. Seit den 60ern spielte sich Polen mit Musikern wie Andrzej Trzakowski oder Wlodzimierz Nahorney parallel zum “Westen“ frei. Das Quartett Gasoline scheint einer neuen Szene zwischen Warschau und Krakau zu entspringen, die sich mit frischem Mut ans eingerostete Postrock-Alphabet macht. Dabei bestechen sie mehr durch Feingefühl als durch [...]
VA – Highgrade presents our thing (Highgrade / 050)
Tom Clarks Label Highgrade liefert Release Nummer 50 und das will mit einer Jubiläumscompilation gefeiert werden. Der Labelvater ist hier persönlich am Mixer und lässt den Tracks der Posse schön Platz, um den typischen Sound von Highgrade hier fein kompiliert Revue passieren zu lassen. Die Vinyl kommt ungemixt und mit weniger Tracks, was man ja [...]
Fava Beats – Start Stop / Tap (g6pd Records)
Zwei gelegentlich sehr süssliche CD-EPs aus Israel, die mich voller Sehnsucht an die Zeit zurückdenken lassen, als man auf Warp Dinge wie Global Goon abfeiern konnte, und die Niedlichkeit von Musik mit vertrackten Beats, fluffigem Acid und eigenwilligen Schaumschlägermelodien irgendwie der Shit waren. Dem ist nicht mehr so, weshalb Fava Beats eben auch eher als [...]
Gasoline – The New Discipline (Sopot Records)
Russische Elektronikjazzer mit einem sehr smoothen Album sehr sanfter klingelnder Stücke, die gelegentlich – trotz vieler digitaler Sprengsel – etwas sehr lehnstuhlmässig wirkt. Dabei nicht unheiter oder zu kitschig, aber irgendwie hat man das Gefühl, dass sie sich in ihrem eigenen Kosmos so wohl fühlen, dass sie gar nichts vom Zuhörer wollen. In aufmerksamkeitsschwachen Zeiten [...]
V.A. – Expedition_3 (Everestrecords / 021)
Ein Album für den Forstwirt in dir. Das sagt schon das Cover mit dem herbstlichen Waldsterben. Und die Musik eignet sich bestens, um nach einem langen Tag zwischen Kiefern und Krabbelkäfern, die Gummistifel zu putzen. Das wärmt einen am Kamin aber vermittelt einem glücklicherweise nie das heimelige Gefühl eines muffigen Bärenfells. Digital versiert bis obskur, [...]




