Das kostet schon ein paar Jahre und viele Live-Erprobungen, um eine Vision von Dub mit so einer fast schon unheimlichen Schwerelosigkeit und dem farbenreichsten Zwielicht diesseits der Milchstraße zu entwickeln. “Thwis”, quasi eine Fortsetzung des vor zehn Jahren ebenso auf seinem eigenen Label erschienen “Bodega”, spaziert in konsequent angezogenem Tempo leichtfüßig durch einen luftigen, locker aber präzise auskomponierten Gartenparcours domestizierter, gleichwohl ausgesuchter und abgestaubter Dubsounds, und wird dabei kein einziges Mal wuchtig, markig oder düster – Dubstep oder auch Tillianders TM404-Projekt: ein anderes Universum. Eingebettet in diese ewige sanfte, freundliche, wache Entspanntheit, die auch im nächtlichen Spuk des Mittelteils nicht nachgibt, wo sich in konturlosen Schatten Tierchen bemerkbar machen, von denen man sonst nichts hört, transportieren die Vocals von Carolyn Honeychild Coleman, die auf drei Songs zu Gast ist, eine warme philosophische Transzendenz. Und wo die Sonne schon aufgegangen ist, wehen noch einmal House- und Jazzsounds übers Wasser herüber, bevor wir in traumlosen Schlaf tauchen. Eine paradiesische Platte.
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multipara

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