Auf diese CD habe ich lange gewartet. Ungefähr seit die erste Traktor 12″ auf meinen Plattenspieler plumpste und ich geradezu in den Rillen verschwand. Dynamo. Eine Person, ein Projekt, eine Gruppe von Enthusiasten, die sich noch weniger um Kommunikation und Öffentlichkeit kümmert als die anderen Mitglieder ihrer Berliner Homebase und nach wie vor dem Slogan “Rhythm, Funk, Technology” verpflichtet ist. Das ist Kommentar genug. Alles andere wird lautstark, hier: wortlos, abgeschmettert. Damit sind wir auch schon mittendrin. Sounds, deren ungeklärter Ursprung jetzt und hier und auch in Zukunft ein Fragezeichen nach dem nächsten generieren, werden von Dynamo solange aufeinander geschichtet, bis einen ein ganzer Berg von technoiden Funkmonstern anspringt. Ungemein modern, eben weil sonst niemand mit diesen metallischen Klängen Tracks baut, die, von einer ab und an auftauchenden 808 mal abgesehen, völlig referenzlos und ungehört in der Sonne blitzen. Dynamo also kompiliert hier Tracks aus den diversen Maxis und EPs der vergangenen Jahre. Und wie. Dicht, sperrig, dabei immer völlig klar und bis auf den Grund durchdacht, stolpert und groovt hier die Großstadt im freien Fall mitten ins Herz. Nobel-Preis-verdächtig sequenziert und mit einem Kilometer-langen Hall als einzigem Verbündeten, heißt es ab sofort: Dynamo bis zum Horizont. Revolutionär und die technologischste Platte überhaupt.

thaddi

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