Als habe da endlich einer seinen Frieden mit sich gemacht, so stehen Gitarre und Strings in “Liminal” mit großer Sanftmut über der Welt, nichts muss mehr bewiesen werden. Selbst im weiten, kalt durchwehten Geräuschdubraum von “July” glimmen bald die Gitarrenakkordöfchen auf, selbst hier ist die drückende Last der Melancholie, die noch das letzte Soloalbum “Black Sea” vor drei Jahren geprägt hat, verschwunden. Vier Stücke, grade mal achtzehn Minuten, die knapp, markant aber unkompliziert Fennesz für ein neues Album (so seine Bezeichnung für diese 10″) genügen. Umseitig lässt sich “Shift” auf Orgeldronewellen hinaustreiben, das wunderschöne Titelstück kehrt abschließend zum freien Gitarrensongformat des Openers zurück, komplettiert durch festes, aber weiches Bass- und Schlagzeugspiel (Stephen Hess war mit im Studio), in die Abendsonne zwinkernd schaukelt man sich durch die psychedelische Streicheleinheit. Jeder Pinselstrich sitzt, und schon ist die Platte aus, aber ihre außerordentliche weise, gütige Wärme glüht noch lange nach. Ein Meilenstein.
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multipara

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