Wer das Ereignis im Podewil letztes Jahr miterleben durfte, ist mir einen Schritt voraus. Macht nichts, geht auch so, die Aufnahme, allein der Titel spricht für sich, frei nach Shakespeares Othello. Noise, Rauschen, wie ist es anders zu erwarten, aber sehr wohl strukturiert. Es ist einem Sprung in kaltes klares Wasser vergleichbar, der sich unmittelbar in wellenartigen Klangschüben fortsetzt. Die Klangkronen verwandeln sich mit metallischer Klarheit, zersägen dabei rhythmisch die harmonischen Erinnerungsbilder wie unter dem Einfluss imaginierter Eifersucht (His Jealousy). Übrig bleibt ein Zerrspiegel, der schon lange keine Lacanschen Qualitäten mehr trägt und die tape-verzögerten Stimmen Leif Elggrens wie durch eine Iterationsschleife in sich selbst zirkulieren lässt. Es gibt auch Augenblicke der Klarheit, sicher, stimmlich zumindest, aber letztlich folgt die Noise-Hirnschraube unter dem Anblick Desdermonas doch ihrer Bestimmung. Sie zieht sich hörbar fest “down strumpet! it’s too late”, he stifles her. Der Rest dieser Szene ist lautlos wie Kraftwerk-Atem. Und mit “What Noise is this? – Dance with black Skin” schließt sich dieser ewige Zyklus des Begehrens wieder. Es bleibt also alles beim Alten, wie gehabt, allseits bekannt und gefürchtet, die gute alte Eifersucht.


xenya

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