Wenn ein Album schon on the fly entstehen muss, dann – hat sich John Roberts gedacht – sollten wenigstens die globalen Zwischenstopps des Nicht-Zu-Hause-Seins auch einen angemessen Rahmen bekommen. “Fences” ist das zweite Album des Amerikaners beim stilsicheren Hamburger Label Dial Records und verarbeitet unter anderem Recordings vom Strand in Cannes, einer Parade in Tokio, von Touristen in Versailles und dem Überlaufen einer Holz-Badewanne in Kyoto. Im Gegensatz zum (nun) beinahe konzeptionellen “Glass Eights” ist die neue LP ein freigeistiges Stück Musik, bestehend aus zehn Inszenierungen, die sich wie eine Collage präsentieren: Aufgenommene Violinen und Celli, manipulierte Pianos, gerissene Gitarren und kaputte Drum Machines – Was Roberts hier wie ein selbstverständliches Amalgam ausbreitet, ist ein inkrementalistisch entstandener Flickenteppich seiner Reiseerinnerung. Gibt es den Dancefloor überhaupt noch? Was heißt schon Ekstase, wenn man die innere Einkehr zu finden versucht? Für den Produzenten die Déjà-Vus, für uns ein lässig autarker Brocken unbekannter Herkunft. Greifen lässt sich lediglich der konstant präsente fernöstliche Duktus, der Rest muss ohne Worte auskommen. Die einen grübeln, die anderen genießen. Nur beides zusammen sollte vermieden werden.
http://www.dial-rec.de
Weiß

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Elektronische Lebensaspekte.

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