Träume gehören niemandem, so Carole Rieussec und J-Kristoff Camps, Pariser Klangkünstlerpaar, in den Liner Notes ihres zweiten Albums fürs Flaggschiff-Label der Akusmatik. Schon bevor man das Album anhört, spürt man an ihrem Umgang mit dem brillianten, aber strengen Coverformat, dass man sich hier auf etwas Besonderes einlässt. Die Traumerzählungen, deren Aufnahmen diesen drei wunderschönen Klangspaziergängen Schwerpunkte verleihen, beweisen auch, dass Träume allen gehören: Man erkennt sich selbst in ihnen wieder (Französischkenntnisse vorausgesetzt). Dazu führen sie durch vielerlei Räume und Raumschichtungen, bevölkert von gedämpften Stimmen, Landschaftsaufnahmen, weichen Drones, folgt dabei unterschiedlichsten Bewegungen, Schrittgeräuschen, zuweilen brechen elektronische Verfremdungen die Zuordenbarkeit auf. Komponiert für Kopfhörer, dösend, gern an öffentlichen Plätzen, zielen Kristoff K.Roll mit ihrem Feuerwerk von Assoziationen auf losgelöste Sinnlichkeit und verkörpern dabei den natürlichen Zusammenhang von Luc Ferraris Erbe mit Halbschlaf-Musiken von Björks Vespertine über Rancho Relaxo zu DJ Olives Sleep-Serie und überhaupt einer experimentellen Nachtradio-Tradition. Interessant, wie Yannis Kyriakides jüngster Zugang auf dessen “Dreams” weit davon entfernt landet.
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