Der Track “Hunt” war im vergangenen Jahr die bis dato deutlichste Zurschaustellung der technoiden Erbinformation von Markus Suckut. Mit seiner drückenden Bassdrum und der Überzeugung, dass Hypnose und Purismus floorverwandte Zwillinge sind, fügte sich das dunkle Stück industrieller Färbung selbst in das Fabric-Potpourri von Sandwell District ein. Doch der Mann aus Düsseldorf reicht nicht nur Appetithäppchen, die wahre Standortbestimmung ist die Debüt-LP – der productional state of mind, die Suche nach der eigenen “DNA”. Suckuts Doppelhelix zeichnet sich durch einen trockenen Groove aus, einer deepen Reduktion auf die Essentials: “Dissociation” mit seinem stampfenden Habitus sucht wie die zehn restlichen Tracks nicht den ausufernden Schnickschnack, nicht die melodiösen Höhen mit all ihren Experimentiermöglichkeiten – kein Ballast lautet die Devise. Geiz ist hier nicht geil, sondern intentionales Muskelspiel. “Vibrant” verkörpert die Blaupause seiner Zutatenökonomie: straighter, klassischer, bisweilen klaustrophobischer, weil minimaler Techno. Das subtile Monster “Remains” steht zum pochendem Bass ebenso wie zur kraftvollen Kick, die semi-bleepigen Auswüchse sind es jedoch, die diese fünfeinhalb Minuten zum Abenteuer machen – im Kopf und auf dem Floor. Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist und bleibt eben die gerade Linie.

Weiß

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Elektronische Lebensaspekte.

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