Manchmal wäre ich gern Synästhetiker. Dann hätte ich zwar keine Wahl mehr, welche Farben ich mir im Einzelnen zu einer Platte wie Marsen Jules’ neuem Album vorstelle, denn sie kämen ja automatisch, aber Musikhören mit so einer zusätzlichen Bildspur wäre auch schon etwas. Nach seinem einigermaßen dramatischen “Nostalgia” setzt “The Endless Change of Colour” ganz auf zurückgenommene Gesten, minimale Veränderungen und ein Fließen am Rande der Wahrnehmungsschwelle. Sachte Orgelklänge scheinen sich permanent neu zu überlagern, wobei die ursprünglichen Klänge von einer Jazzplatte gesamplet und anschließend von Marsen Jules aufgespalten wurden, sodass von den ursprünglichen Instrumenten nichts mehr zu erkennen ist. Dieser Mutationsprozess wirkt melancholisch und vital zugleich, wie ein Aufblühen, das sofort in Welken umschlägt. Den visuellen Part dazu stelle ich mir ein bisschen wie bei einem Farbdimmer vor.
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tcb

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