Es war einmal in Amerika. Und auch wenn “Her Blurry Pictures” komplett in Berlin produziert wurde, so klingt es verdammt nach Burning Man, weiter Prärie und wie ein musikalischer Überbau für Filme, die früher von Ennio Morricone vertont wurden. Insbesondere “Sahara” ist Wildwestzugfahrt pur, ohne dass ein herumtrollender Strohballen die Luft zerschnitte. Jonsons Gabe, seinen Stücken Zeit zum Entwickeln zu geben, ohne dass ein falsch verstandener Minimalismus entsteht, ist neben den vordergründigen Basslines, das, was mich seit gut zehn Jahren an ihm fasziniert. Es stört keine allzu offensichtliche Betonung hittiger Elemente (ganz wichtig für die Nachhaltigkeit), und sphärische Sounds klingen bei ihm nicht nach Weichspülereffekt. Ein Hit wie auf dem im Dezember auf Crosstown Rebels veröffentlichen “Mayan Spirit”-Sampler fehlt zwar, nur würde er im Albenkontext auch eher stören. Zu ungleichmäßig wäre der Verlauf. “Illusions of Control” ist angedeuteter Elektro mit Wüstenklang, “Touch the Sky” schiebt einfach nur mächtig nach Vorne und “Body in Motion” perfektioniert die zirkulierenden Arpeggios auf platten, fetten Bassdrums. Schön auch die angedeuteten distorted 909 als Elektrobeat in “Lightweight Champion” sowie das Titelstück als Ambientausklang. Unbedingt genießen.
http://www.crosstownrebels.com
bth

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